Mehr DEMOKRATIE
Demokratie verständlich erklärt: Entdecke Fakten, Beispiele und Lösungen für mehr Bürgerbeteiligung, Pressefreiheit und politische Mitbestimmung. Jetzt informieren!
Leitfaden zur DEMOKRATIE
Politik verstehen, mitreden und mitgestalten
Wusstest du, dass das Wort Demokratie aus dem Altgriechischen stammt? Es setzt sich aus demos („das Volk“) und kratos („Macht“ oder „Herrschaft“) zusammen – bedeutet also kurz gefasst: Die Macht geht vom Volk aus. Genau darum dreht sich alles auf unserer informativen Plattform für Demokratie. Wir zeigen dir, warum aktive Bürgerbeteiligung, persönliche Freiheit, Transparenz, Inklusion und Gerechtigkeit unverzichtbar sind.
Auf Bessere Welt Info findest du weit über 1.000 Links zu den wichtigsten Themen der Demokratie. Wir glauben fest daran, dass lebendige Demokratien die Grundlage für Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit, nachhaltige Entwicklung und globalen Frieden bilden. Dazu bieten wir dir eine umfassende Auswahl wichtiger ➡️ Demokratie-Organisationen, Stiftungen und Portale, sowie Artikel und Videos zu Demokratie.
Hier kommst du direkt zu unseren Ressourcen zu ➡️ DEMOKRATIE allgemein mit Fokus auf Deutschland
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Auf Bessere Welt Info findest du Informationen zu verschiedenen Formen der Demokratie. Die Basis bildet fast überall eine repräsentative und parlamentarische Struktur, die durch partizipative und basisdemokratische Elemente - wie Wahlen und Volksentscheide - ergänzt wird. Der Anspruch an einen gerechten Staat verbindet dies oft mit Werten der sozialen und deliberativen Demokratie, die auf soziale Absicherung und einen echten öffentlichen Dialog setzen.
Weitere Beiträge beschäftigen sich mit Geschichte der Demokratie und ihren Feinden sowie konkreten Instrumenten wie Volksbegehren und Volksentscheide. In Deutschland setzt sich z.B. der Verein Mehr Demokratie und die Stiftung Mitarbeit für mehr direkte Bürgerbeteiligung, Wahlrechtsreformen und den Ausbau der politischen Bildung ein.
Demokratische Systeme stehen heute immer wieder unter Druck – sei es durch Korruption Gier, Zensur, politische Spaltungen oder ungleiche Verteilungen von Bildung und Ressourcen. Umso wichtiger ist es gegenzusteuern: Bessere Welt Info bietet dir einen überparteilichen Zugang zu wichtigen Nachrichtenportalen, Internetseiten, Büchern und Initiativen, die helfen, die Demokratie in schwierigen Zeiten zu stärken.
Wir schärfen das Bewusstsein für demokratische Werte und unterstützen aktiv den Internationalen Tag der Demokratie. Unsere Twitter-Liste zum Thema Demokratie mit kritischen Analysen und Updates von Aktivisten, NGOs und Bürgerrechtsexperten wurde leider Anfang 2025 von X grundlos gesperrt.
Vertiefende Informationen zu verwandten Themen findest du in unseren Leitfäden zu Politik, Menschenrechten, sozialer Gerechtigkeit, Nachrichtenportale und Bildung
Besuche außerdem unsere englische Seite Better World Info mit 2.000 Links zu ➡️ Democracy. Dort findest du Beiträge zu internationale Initiativen, demokratische Entwicklungen in der Welt oder globale Bürgerrechtsbewegungen.
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„Frieden kann nicht ohne Gerechtigkeit existieren, Gerechtigkeit kann nicht ohne Entwicklung existieren, Entwicklung kann nicht ohne Demokratie existieren, Demokratie kann nicht ohne Respekt für die Identität und den Wert von Kulturen und Völkern existieren.“
Rigoberta Menchú Tum - guatemaltekische Menschenrechtsaktivistin, Feministin und Friedensnobelpreisträgerin.
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Wahlen verstehen: So triffst du informierte Entscheidungen
Für verlässliche Informationen zum Thema Politik findest du bei uns länderspezifische Leitfäden und umfassende Ressourcen für Wahlen auf europäischer, bundesweiter, regionaler und lokaler Ebene für Deutschland, Österreich und Schweiz.
Bei Landtags- und Bundestagswahlen informieren wir dich über die zur Wahl stehenden Parteien, ihre Spitzenkandidaten und ihre Wahlprogramme. Außerdem verlinken wir den Wahl-O-Mat und WahlSwiper, bieten spezielle Infos für Jungwähler und beschäftigen uns mit Umfragewerten. Wahlthemen wie Wohnen, Steuern, Klima, Sicherheit, Bildung oder Rüstung werden ausführlich behandelt und mit den Parteipositionen verknüpft. Nach der Wahl stellen wir die besten Analysen zu den Ergebnissen zusammen, schauen auf mögliche Koalitionen und die zukünftige Regierungsarbeit.
Hier findest du umfassende Leitfäden zu den vergangenen Europawahlen oder der Nationalratswahlen in Österreich, sowie zu den aktuellen Wahlen in Berlin, Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern.
Warum Demokratie aktive Bürger braucht
Politische Bildung und bürgerschaftliches Engagement sind wesentliche Instrumente einer demokratischen Gesellschaft. Ohne informierte Bürger verliert die demokratische Gesellschaft ihre Grundlage. Erfahre mehr über berühmte Initiativen, die für unsere Rechte kämpfen, wie die Black Lives Matter Bewegung, Occupy, die Klimabewegung, die G20-Proteste und die „Stimmrecht für Frauen“ Kampagne der Suffragetten.
Eine der größten Herausforderungen für Demokratien ist politische Apathie. Auch in Deutschland zeigt sich jedoch ein differenziertes Bild: Bei der Bundestagswahl 2025 lag die Wahlbeteiligung bei 82,5 % und damit deutlich höher als 2021 (76,4 %).
Von einer allgemeinen politischen Passivität der Bevölkerung kann man auf Bundeseben allerdings nicht sprechen. Trotz der hohen Gesamtbeteiligung bestehen aber weiterhin Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. So lag die Wahlbeteiligung der 21- bis 24-Jährigen 2025 bei 78,3 %, bei den 18- bis 20-Jährigen bei 78,8 %. Die höchsten Werte wurden bei den Altersgruppen zwischen 50 und 69 Jahren erreicht, mit bis zu 85,5 %.
Eine informierte Bevölkerung ist damit eine wichtige Voraussetzung dafür, dass demokratische Beteiligung tatsächlich wirksam werden kann. Erst wer über politische Zusammenhänge informiert ist, kann sich fundiert an gesellschaftlichen Debatten beteiligen, politische Entscheidungen beurteilen und seine Interessen vertreten. Das gilt auch für direkte Formen politischer Beteiligung: Bei Volksentscheiden können Bürger unmittelbar über politische Sachfragen entscheiden. Politische Bildung und bürgerschaftliches Engagement tragen somit dazu bei, dass demokratische Rechte nicht nur formal bestehen, sondern auch aktiv wahrgenommen werden.
Eine funktionierende Demokratie ist zugleich auf verantwortungsvolle Regierungsführung angewiesen. Politische Entscheidungen haben langfristige Auswirkungen auf soziale Sicherheit, wirtschaftliche Entwicklung und die Lebensbedingungen der Bevölkerung. Schlechte Regierungsführung kann dagegen tiefgreifende Folgen haben und unter anderem Armut, Ungleichheit, Inflation, Arbeitslosigkeit und schwaches Wirtschaftswachstum begünstigen. Auch das Funktionieren wichtiger gesellschaftlicher Bereiche wie Gesundheitsversorgung und Bildung hängt wesentlich von politischen Entscheidungen und leistungsfähigen staatlichen Institutionen ab.
Erfahre mehr über Schlüsselthemen der Demokratie aus entwicklungspolitischer Sicht wie gesellschaftliche Verantwortung, politische Beteiligung von Frauen und wirtschaftliche Entwicklung. Open Governance umfasst die Konzepte von Transparenz und Integrität. Durch Informationsfreiheit wird sichergestellt, dass Bürger wissen, was ihre Regierung tut. Schau dir Möglichkeiten für Reformen und Fortschritte an wie Dezentralisierung, partizipative Governance und E-Governance.
Die größten Herausforderungen für moderne Demokratien
Wie Rechtsextremismus und Faschismus Demokratien bedrohen
Der Sieg von Donald Trump bei den Präsidentschaftswahlen 2025, der Brexit, der Aufstieg des Hindu-Nationalismus in Indien, die faktische Annexion des besetzten Westjordanlandes durch Israel, die Zerstörung des brasilianischen Amazonasgebietes und die in Ungarn umgesetzte Anti-Einwanderungs- und LGBTQI+-Politik sind Beispiele für extreme rechte Narrative, welche die Demokratie untergraben und sich gegen die Menschen und ihre Interessen richten.
Auch in Deutschland nehmen rechtsextreme Tendenzen erschreckend zu. Anschläge wie in Hanau 2020 oder die Mordserie des NSU verdeutlichen die Brutalität militanter Neonazis. Seit Jahren gibt es einen stetigen Anstieg rechtsextremer Gewalttaten. Doch viele Menschen scheint das nicht abzuschrecken. Die rechtspopulistische AfD in Deutschland und FPÖ in Österreich verzeichnen derzeit bundesweite Erfolge durch eine demokratiefeindliche Politik, die für Ausgrenzung und Ungleichheit steht.
Die aktuelle Entwicklung unterstreicht, dass Rechtsextremismus auch heute eine erhebliche Herausforderung für die Demokratie in Deutschland darstellt. Nach Angaben des Bundesamtes für Verfassungsschutz stieg die Zahl der rechtsextremistischen Straf- und Gewalttaten 2024 auf 37.835 Fälle – ein Anstieg von 47,4 % gegenüber 2023. Darunter waren 1.281 Gewalttaten, 11,6 % mehr als im Vorjahr. Auch das rechtsextremistische Personenpotenzial wuchs deutlich: Ende 2024 wurden 50.250 Personen dem rechtsextremistischen Spektrum zugerechnet, davon 15.300 als gewaltorientiert. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Rassismus und menschenfeindlichen Ideologien weiterhin eine zentrale Aufgabe für Politik, Gesellschaft und politische Bildung ist.
Übersteigerter Nationalismus führt darüber hinaus zu Vorurteilen, Ignoranz, der Untergrabung von Menschenwürde, Menschenrechten, Konflikten, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Die Art von Führung, die wir von Donald Trump, Benjamin Netanyahu, Narendra Modi, Jair Bolsonaro und Viktor Orbán gesehen haben, hat dazu beigetragen, die Verteidigungsmechanismen für unsere Freiheit, die Rechtsstaatlichkeit, Toleranz, soziale Institutionen und Pluralismus zu schwächen.
Pressefreiheit: Warum freie Medien das Fundament der Demokratie bilden
Die Pressefreiheit ist eine unverzichtbare Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie. Ohne unabhängige und kritische Berichterstattung kann keine Demokratie überleben. Als unverzichtbare Kontrollinstanz und Stimme der Öffentlichkeit bildet die freie Presse den entscheidenden Schutzwall gegen Machtmissbrauch und Desinformation.
Die Unterdrückung von Informationen ist heute eine der größten Bedrohungen für die Demokratie. In Ländern wie Nordkorea, Eritrea, Russland, China und Myanmar werden die Bürger absichtlich des- und uninformiert. Ein Angriff dieser Art auf die Informationsfreiheit fördert korrupte politische Führung und stellt eine Verletzung unserer Rechte dar.
Weltweit sind Journalisten weiterhin erheblichen Gefahren ausgesetzt. Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen wurden 2025 weltweit 67 Journalisten wegen ihrer Arbeit getötet. Zudem waren zum 1. Dezember 2025 503 Journalisten in 47 Ländern inhaftiert, 135 wurden vermisst und 20 als Geiseln festgehalten. Besonders häufig sind Medienschaffende in Konfliktgebieten wie Gaza, unter autoritären Regimen sowie im Umfeld organisierter Kriminalität gefährdet. Auch in Deutschland ist die Pressefreiheit nicht frei von Bedrohungen: Zwischen April 2024 und November 2025 registrierte die Bundesregierung 818 politisch motivierte Straftaten mit dem Angriffsziel „Medien“, darunter 89 Gewaltdelikte.
Die Eckpfeiler der Demokratie beruhen auf Transparenz, Unparteilichkeit, Gleichheit und Souveränität. Wenn Unterdrückung, Korruption, Wahlkampffinanzierung durch die Reichen und verdeckte Bestechung von Politikern toleriert werden, kann Demokratie nicht existieren.
Die Bürger verlassen sich auf eine freie und unabhängige Presse, die Fakten verbreitet, Ungerechtigkeiten aufdeckt und die Machthaber für Regierungsversagen verantwortlich macht. Wir haben die besten Nachrichtenplattformen zusammengestellt, bei denen die Wahrheit Vorrang vor politischen Narrativen, Propaganda und Unternehmensdominanz hat. Informiere dich auch über unsere alternativen Medienressourcen, um kritische Nachrichten aus deinem Land, investigativen Journalismus sowie zensierte und selten berichtete Geschichten zu finden.
Wir erforschen auch die Welt der Fake News, Filterblasen und den Einfluss sozialer Medien auf die Demokratie. Algorithmen fungieren als Informationsfilter und setzen uns den Risiken der Datenerfassung und des Mikrotargeting von Wählern aus. Der berüchtigte Fall des Cambridge Analytica Skandals hat gezeigt, wie gefährdet die Demokratie ist, wenn wir die Kontrolle über unsere persönlichen Daten verlieren.
Erfahre, wie gegen die Hacking- und Desinformationsgruppe Team Jorge wegen verdeckter Manipulation von 33 Präsidentschaftswahlen auf der ganzen Welt ermittelt wird. Die privaten Auftragnehmer in israelischem Besitz nutzten eine Armee gefälschter Profile in den sozialen Medien, um von der Untergrabung der Demokratie zu profitieren.
Netzneutralität ist für die Wahrung unserer digitalen Rechte und den freien Zugang zu Informationen von zentraler Bedeutung. In Deutschland und der EU müssen Internetanbieter den Datenverkehr grundsätzlich gleich behandeln – sie dürfen Inhalte oder Dienste nicht willkürlich blockieren, verlangsamen oder bevorzugen. Aktuell wird auf EU-Ebene über neue Regeln für die digitale Infrastruktur beraten; die Europäische Kommission hat dabei ausdrücklich bekräftigt, dass der Grundsatz der Netzneutralität erhalten bleiben soll. Auf Bessere Welt Info findest du Beiträge zu deinen digitalen Rechten, Digitale Tools für Demokratie, der Internetfreiheit und der Open-Source-Bewegung.
Soziale Ungleichheit: Wenn wirtschaftliche Macht zur politischen Macht wird
Die zunehmende soziale und wirtschaftliche Ungleichheit gehört zu den großen Herausforderungen moderner Demokratien. Demokratie setzt voraus, dass Menschen ihre politischen Rechte unabhängig von Einkommen und Vermögen wahrnehmen können. Wenn sich wirtschaftliche Ressourcen jedoch immer stärker bei einer kleinen Gruppe konzentrieren, wächst auch deren Möglichkeit, Medien, Lobbyarbeit, Wahlkämpfe und politische Entscheidungen zu beeinflussen. Aus wirtschaftlicher Ungleichheit kann so zunehmend politische Ungleichheit werden.
Die aktuellen Zahlen zeigen die Dimension dieser Entwicklung. Nach Oxfam stieg das Vermögen der weltweiten Milliardäre allein 2025 um mehr als 16 % auf 18,3 Billionen US-Dollar. Gleichzeitig leben weiterhin Milliarden Menschen in Armut oder unter unsicheren wirtschaftlichen Bedingungen. Das reichste 1 % besitzt mehr Vermögen als die unteren 95 % der Weltbevölkerung zusammen.
Auch in Deutschland bestehen erhebliche soziale Unterschiede. Nach den aktuellen EU-SILC-Daten waren 2025 16,1 % der Bevölkerung armutsgefährdet, weitere 21,2 % von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Besonders betroffen sind ältere Menschen: 18,9 % der Menschen ab 65 Jahren waren 2025 armutsgefährdet. Gleichzeitig konzentriert sich ein großer Teil des Vermögens bei einem sehr kleinen Teil der Bevölkerung.
Problematisch wird Ungleichheit insbesondere dort, wo wirtschaftliche Macht in politischen Einfluss übersetzt wird. Große Vermögen ermöglichen beispielsweise die Finanzierung von Lobbyorganisationen, Wahlkampagnen oder Medien und eröffnen damit Einflussmöglichkeiten, die den meisten Menschen nicht zur Verfügung stehen. Wenn Bürger den Eindruck gewinnen, dass politische Entscheidungen vor allem den Interessen der Wohlhabenden dienen, kann dies das Vertrauen in demokratische Institutionen und die Bereitschaft zur politischen Beteiligung schwächen.
Soziale Ungleichheit kann dadurch gesellschaftliche Polarisierung verstärken. Menschen, die sich wirtschaftlich oder gesellschaftlich abgehängt fühlen, verlieren eher das Vertrauen in etablierte Institutionen und werden empfänglicher für populistische Bewegungen, die einfache Antworten auf komplexe Probleme versprechen. Ungleichheit ist deshalb nicht nur eine soziale oder wirtschaftliche Frage, sondern berührt unmittelbar die Stabilität demokratischer Gesellschaften.
Eine funktionierende Demokratie braucht daher nicht nur gleiche politische Rechte, sondern auch faire gesellschaftliche Voraussetzungen für deren Wahrnehmung. Zugang zu Bildung, Gesundheit, Wohnraum, sozialer Sicherheit und politischer Teilhabe entscheidet mit darüber, wer seine Interessen vertreten kann und wer gehört wird. Je größer die Kluft zwischen Arm und Reich wird, desto wichtiger werden deshalb transparente Regeln für politische Finanzierung, soziale Sicherung und eine gerechte Verteilung gesellschaftlicher Chancen.
Künstliche Intelligenz: Wie KI Wahlen, Meinungsbildung und Demokratie verändert
Die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) eröffnet enorme Möglichkeiten, stellt demokratische Gesellschaften aber gleichzeitig vor neue Herausforderungen. Texte, Bilder, Videos und Stimmen können inzwischen mit geringem Aufwand künstlich erzeugt werden. Dadurch wird es zunehmend schwieriger zu erkennen, ob eine Information tatsächlich von einer Person oder einem Medium stammt – oder mit Hilfe von KI erzeugt und gezielt verbreitet wurde.
Besonders relevant ist dies während Wahlkämpfen. KI kann genutzt werden, um große Mengen politischer Inhalte zu produzieren, gefälschte Bilder und Videos zu erstellen oder Politiker Aussagen machen zu lassen, die sie tatsächlich nie getätigt haben. Automatisierte Accounts, sogenannte Bots, können solche Inhalte anschließend massenhaft in sozialen Netzwerken verbreiten. Der Global Risks Report 2025 des World Economic Forum bezeichnet Desinformation und Fehlinformation als eines der wichtigsten kurzfristigen globalen Risiken.
Wie konkret diese Gefahr bereits ist, zeigen Untersuchungen zu Wahlen. Im Umfeld der Bundestagswahl 2025 wurden mehr als 100 Webseiten identifiziert, die mit einer russischen Einflussoperation in Verbindung standen und falsche oder irreführende Informationen verbreiteten. Dabei kamen auch KI-generierte Inhalte zum Einsatz. Auch in anderen Ländern wurden während Wahlkämpfen koordinierte Kampagnen mit Bots, künstlich erzeugten Bildern und Videos sowie gezielter Online-Werbung dokumentiert.
Dabei geht es nicht nur um klassische Fake News. KI kann politische Kommunikation personalisieren und automatisieren. Algorithmen können analysieren, welche Themen einzelne Menschen besonders ansprechen, und Inhalte entsprechend anpassen. Zusammen mit den großen Datenmengen, die Menschen im Internet hinterlassen, entsteht dadurch ein erhebliches Potenzial für politisches Microtargeting und Manipulation. Gleichzeitig können KI-Systeme Vorurteile aus ihren Trainingsdaten übernehmen und bestimmte Gruppen benachteiligen.
Eine weitere Gefahr besteht darin, dass nicht nur falsche Informationen verbreitet werden, sondern dass Menschen irgendwann allen Informationen misstrauen. Wenn echte Videos als „Deepfake“ bezeichnet werden können und gefälschte Aufnahmen täuschend echt aussehen, wird es schwieriger, eine gemeinsame Faktenbasis herzustellen. Eine funktionierende Demokratie ist jedoch darauf angewiesen, dass Bürger zumindest über grundlegende Tatsachen verfügen, auf deren Grundlage sie politische Entscheidungen treffen können.
Hinzu kommen die Folgen für die Arbeitswelt: Wenn Unternehmen zunehmend Aufgaben automatisieren, fallen Stellen weg und geraten ganze Berufsfelder unter Druck. Besonders betroffen sind Tätigkeiten, bei denen Texte, Daten, Übersetzungen, Kundenkommunikation oder administrative Aufgaben bereits heute teilweise durch KI übernommen werden. Ohne entsprechende Weiterbildung und soziale Absicherung wird der technologische Wandel dadurch bestehende soziale Ungleichheiten weiter verstärken.
KI ist allerdings nicht ausschließlich eine Bedrohung für die Demokratie. Sie kann auch helfen, Informationen zugänglicher zu machen, große Datenmengen auszuwerten oder Desinformation schneller zu erkennen. Entscheidend ist deshalb, wer KI kontrolliert und welchen Regeln sie unterworfen ist. Transparente Regeln für politische Werbung, der Schutz persönlicher Daten, die Kennzeichnung künstlich erzeugter Inhalte, unabhängige Medien und eine starke digitale Medienkompetenz werden damit zu wichtigen Voraussetzungen für eine demokratisch kontrollierte Entwicklung der künstlichen Intelligenz.
Von Autokratie bis Staatsstreich: Wie Demokratien weltweit unter Druck geraten
Staatsstreiche gehören zu den schwerwiegendsten Eingriffen in die Demokratie. Wenn Militärs oder andere Machtgruppen eine gewählte Regierung außerhalb der verfassungsmäßig vorgesehenen Verfahren stürzen, wird die Volkssouveränität unmittelbar außer Kraft gesetzt. Parlamente können aufgelöst, Verfassungen suspendiert und politische Freiheitsrechte eingeschränkt werden. Putsche unterbrechen damit demokratische Entscheidungsprozesse und können einen langfristigen Abbau rechtsstaatlicher und demokratischer Institutionen auslösen.
Die Folgen reichen häufig weit über den eigentlichen Machtwechsel hinaus. Wo Verfassungen außer Kraft gesetzt, politische Gegner verfolgt und Grund- und Freiheitsrechte eingeschränkt werden, können Autokratie, politische Instabilität und Gewalt die Folge sein. Dies kann wiederum Flucht und Vertreibungen verstärken. Aktuelle Daten von International IDEA zeigen, wie eng politische Instabilität, Konflikte und undemokratische Machtübernahmen mit einem Rückgang demokratischer Institutionen verbunden sein können: Zu den Ländern mit besonders starken demokratischen Rückschritten zählen unter anderem Staaten, in denen es zu Staatsstreichen oder anderen undemokratischen Machtwechseln kam.
Von einem Staatsstreich oder Putsch spricht man, wenn eine Regierung oder Staatsführung außerhalb der vorgesehenen verfassungsrechtlichen Verfahren gewaltsam oder unter Androhung von Gewalt abgesetzt wird. Häufig sind Machtkämpfe innerhalb staatlicher Eliten, politische Krisen, Konflikte mit dem Militär oder schwere gesellschaftliche und wirtschaftliche Krisen wichtige Voraussetzungen. Ein Putsch bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass unmittelbar eine vollständige Autokratie entsteht. In vielen Fällen folgt auf die Machtübernahme zunächst eine Phase politischer Unsicherheit, in der sich entscheidet, ob demokratische Institutionen wiederhergestellt oder dauerhaft eingeschränkt werden.
In den vergangenen Jahren kam es unter anderem in Myanmar, Sudan, Niger, der Zentralafrikanischen Republik, Mali, Burkina Faso, Jemen und Bolivien zu schweren politischen Krisen und Machtkämpfen. Besonders Westafrika war in den vergangenen Jahren von einer Reihe militärischer Machtübernahmen betroffen. Auch 2025 setzte sich diese Entwicklung fort: International IDEA registrierte in der zweiten Jahreshälfte erfolgreiche Staatsstreiche in Madagaskar und Guinea-Bissau sowie einen versuchten Putsch in Benin.
Staatsstreiche sind allerdings nicht die einzige Form, in der Demokratien ausgehöhlt werden können. Autokratisierung kann auch schrittweise innerhalb bestehender staatlicher Institutionen erfolgen. Regierungen können etwa die Unabhängigkeit von Gerichten schwächen, die Medienfreiheit einschränken, oppositionelle Kräfte behindern oder Wahlregeln und Kontrollmechanismen zu ihren Gunsten verändern. Die aktuellen internationalen Daten zeigen die Größenordnung dieses Problems: Nach dem Global State of Democracy Report 2026 verzeichneten 2025 insgesamt 98 von 173 untersuchten Ländern in mindestens einem zentralen Bereich der demokratischen Leistungsfähigkeit einen Rückgang gegenüber fünf Jahren zuvor. Besonders betroffen waren unter anderem Meinungs- und Pressefreiheit, glaubwürdige Wahlen und die Wirksamkeit von Parlamenten.
Auch demokratisch gewählte Regierungen können daher Institutionen verändern, die ihre eigene Macht begrenzen. Die Entwicklung zur Autokratie ist nicht zwingend das Ergebnis eines gewaltsamen Umsturzes, sondern kann sich schrittweise vollziehen. Beispiele hierfür sind die politischen Entwicklungen unter Recep Tayyip Erdoğan in der Türkei, Wladimir Putin in Russland, Alexander Lukaschenko in Belarus und Xi Jinping in China. Dabei unterscheiden sich die politischen Systeme und historischen Entwicklungen erheblich; gemeinsam ist den Fällen, dass demokratische Kontrollmechanismen und politische Freiräume im Laufe der Zeit eingeschränkt wurden.
Wie wir Demokratie stärken und die Zukunft gestalten können
Demokratie schafft die Grundlage für Sicherheit, Stabilität und gesellschaftliche Teilhabe. Eine offene Informationsplattform zu politischen und demokratischen Themen kann dazu beitragen, Wissen zugänglich zu machen, das Bewusstsein für demokratische Prozesse zu stärken und Menschen miteinander zu vernetzen, die sich engagieren und ihre Erfahrungen teilen möchten.
Nur wenn politische Bildung in Schule und Gesellschaft verankert ist, können Menschen politische Institutionen und Prozesse verstehen, Informationen kritisch einordnen und zu aktiven Bürgern werden. Gerade für junge Menschen ist das wichtig: Hier gibt es mehr Nichtwähler als bei den älteren Altersgruppen.
Politisches Verständnis ermöglicht es Bürgern außerdem, politische Entscheidungen kritisch zu begleiten, Regierungen zur Verantwortung zu ziehen und positive Veränderungen zu fordern. Bildung und politische Teilhabe stehen dabei in engem Zusammenhang: Wer politische Zusammenhänge versteht und Informationen kritisch bewerten kann, hat bessere Voraussetzungen, sich am demokratischen Leben zu beteiligen. Das Demokratie Playbook vermittelt Wissen und Kompetenzen, um politische Prozesse zu verstehen, Desinformation zu erkennen und sich aktiv einzubringen. Beteiligte Organisationen sind Faktor D und das Österreichische Netzwerk Zivilgesellschaft.
Damit Demokratie dauerhaft funktioniert, müssen freie und faire Wahlen, funktionierende Institutionen und friedliche Machtwechsel gewährleistet sein. Ebenso wichtig ist der Schutz von Journalisten und Whistleblowern, die Missstände öffentlich machen und damit zur Kontrolle politischer und gesellschaftlicher Macht beitragen.
„Wenn die Meinungsfreiheit weggenommen wird, werden wir möglicherweise stumm und schweigend wie Schafe zur Schlachtbank geführt.“ - George Washington
Bessere Welt Info ist eine kollaborative Plattform – wir laden Experten, NGOs und engagierte Menschen ein, ihr Wissen und ihre besten Ressourcen beizutragen!
Wir sind ein ständig wachsendes Projekt im Aufbau und engagieren uns dafür, verlässliche, kritische und investigative Informationen zu verbreiten – für eine informierte, wissbegierige und neugierige Gesellschaft. - Work in Progress.
Autorin: Rachael Mellor, Umsetzung: Maximilian Stark, 03.08.23, letztes Update: 25.09.26, lizenziert unter CC BY-SA 4.0
Weitere Ressourcen
Handverlesene Quellen & Weiterführende Ressourcen für Mehr DEMOKRATIE
- Demokratie News 16
- Demokratie Portale 60
- Demokratie Organisationen 44
- In den Bundesländern 18
- Demokratie Stiftungen 29
- Demokratie Projekte 7
- Digitale Tools für Demokratie 41
- Videos zu Demokratie 37
- Demokratie Förderprogramme
- Analoge Werkzeuge für Demokratie
- Artikel zu Demokratie 269
- Audios zu Demokratie 28
- Volks-Entscheid, -Begehren, -Initiativen 55
- Politik von unten 16
- Liquid Democracy 14
- E-Demokratie 31
- Basisdemokratie 37
- Feinde der Demokratie 77
- Die Doppelmoral der werteorientierten Demokratie 24
- Ist Deutschland eine Plutokratie? 28
- Fishbowl 14
- Brainstorming 15
- Moderation 33
- Workshops 15
- Bürgerräte 16
- World-Cafe 13
- Partizipation allgemein
- Playbook für Demokratie 13
- Partizipation in der Politik 25
- Partizipation in der Zivilgesellschaft 21
- Partizipation in der Pädagogik 48
- Faktor D 6
- Geschichte 33
- Bürgerbeteiligung
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- Spiele für Demokratie