AFD-Demonstration, Berlin Mitte, Reinhardtstraße. Text auf dem Schild: „Wir sind das Volk“ (das Wort „Pack“ wurde durchgestrichen).
Flickr | Matthias Berg - CC BY-NC-ND 2.0

AfD - Sachsen-Anhalt

AfD in Sachsen-Anhalt zur Wahl: Erfahre alles über das Wahlprogramm, wichtige Positionen, Ulrich Siegmund und aktuelle Hintergründe der Partei im Überblick.

AFD-Demonstration, Berlin Mitte, Reinhardtstraße. Text auf dem Schild: „Wir sind das Volk“ (das Wort „Pack“ wurde durchgestrichen).
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Kritischer Info-Ratgeber zur AfD Sachsen-Anhalt - Positionen, Mitglieder, Rechtsextremismus

Am 6. September 2026 wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. In aktuellen Umfragen führt die AfD mit 41 % deutlich vor der CDU. Bereits bei der Bundestagswahl im Februar 2025 konnte die AfD in Sachsen-Anhalt mit 37,5 % als stimmenstärkste Kraft triumphieren – und das, obwohl der Landesverband bereits im November 2023 vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wurde und führende Funktionäre und Mandatsträger eng mit anderen rechtsextremistischen Organisationen vernetzt sind.

Trotzdem entscheidet sich in Sachsen-Anhalt derzeit mehr als jeder dritte Wähler für die rechtsextreme Partei. Denn die politische Agitation der Partei richtet sich, laut Verfassungsschutz, gegen essentielle Prinzipien der freiheitlichen demokratischen Grundordnung, insbesondere gegen die Menschenwürde und das Demokratieprinzip. Im aktuellen Regierungsprogramm fordert die AfD unter anderem weitreichende Reformen des Verfassungsschutzes und einen grundlegenden Umbau staatlicher Institutionen.

Ab Herbst 2026 könnte die AfD die sachsen-anhaltische Landespolitik maßgeblich bestimmen. Bessere Welt Info schaut auf die Struktur und das Personal der AfD Sachsen-Anhalt, beschäftigt sich kritisch mit dem aktuellen Regierungsprogramm und den Verbindungen zu rechtsextremen Gruppierungen.

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Das könnte passieren, wenn die AfD regiert - MrWissen2Go 11/25

Wie die AfD Sachsen-Anhalt umbauen will - tagesschau 11.04.26

Tipp: Das könnte passieren, wenn die AfD regiert - MrWissen2Go 13.06.26

Tipp: Ist das AfD-Wahlprogramm für Sachsen-Anhalt finanzierbar? - Leibnitz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle 05.08.26

Tipp: Lohnt es sich für AFD-WÄHLER die AfD zu wählen? - Bissen BlaBla 19.08.26

Tipp: Wahlen im Osten: Geht ohne die AfD bald nichts mehr? - MrWissen2Go 20.08.26

Tipp: Die AFD will nicht, dass du das erfährst! - Dunkler Parabelritter 23.08.26

Tipp: Die Zerstörung der AfD Sachsen-Anhalt - Volksverpetzer 23.08.26

Tipp: So kann die AfD allein regieren - und so nicht | 4 Szenarien für Sachsen-Anhalt - MrWissen2go 29.08.26

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Hier geht es direkt zu unseren Wahlinfos zur ➡️ AfD Sachsen-Anhalt!

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hält im Rahmen seines Wahlkampfes für die Landtagswahl 2026 in Sachsen-Anhalt eine Wahlkampfveranstaltung ab und trifft Wähler im Stadtzentrum von Magdeburg.
Wiki | Roy Zuo - CC BY-SA 4.0

Wer ist Ulrich Siegmund?

Ulrich Siegmund wurde 1990 in Havelberg geboren und trat 2014 der AfD bei. 2015 wurde er Vorstandsmitglied und Pressesprecher des AfD-Kreisverbandes Stendal. 2016 zog er erstmals in den Landtag von Sachsen-Anhalt ein und wurde Mitglied des Landesvorstands. Seit 2022 führt er gemeinsam mit Oliver Kirchner die AfD-Landtagsfraktion. Der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann und studierte Wirtschaftspsychologe gilt als medienaffiner Politiker, der insbesondere über soziale Medien jüngere Wählerschichten anspricht. Bei der Landtagswahl im September 2026 tritt Siegmund als Spitzenkandidat an und strebt mehr als 45 % der Stimmen sowie eine AfD-Alleinregierung an.

Sein politischer Aufstieg führte Siegmund innerhalb weniger Jahre an die Spitze der sachsen-anhaltischen AfD. Neben migrations- und gesundheitspolitischen Themen profilierte er sich insbesondere seit der Corona-Pandemie über soziale Netzwerke. Auf TikTok wurde er zu einem der erfolgreichsten AfD-Politiker Deutschlands. In seinen Videos thematisiert er Migration, Corona, Genderpolitik und Kritik an etablierten Parteien mit einer stark vereinfachten und emotionalisierten Ansprache. Damit erreicht er vor allem jüngere Menschen und präsentiert sich als modernes Gesicht des Landesverbandes.

Seine politische Nähe zum rechtsextremen Spektrum wurde durch seine Teilnahme am Geheim-Treffen von Potsdam im November 2023 öffentlich bekannt. Dort kamen hochrangige AfD-Politiker, Unternehmer und Vertreter der rechtsextremen Szene zusammen. Siegmund bestätigte seine Teilnahme und erklärte, als Privatperson und nicht als Abgeordneter anwesend gewesen zu sein. Der Rechtsextremist Martin Sellner stellte dort sein Konzept der sogenannten „Remigration“ vor, das die massenhafte Ausweisung von Menschen mit Migrationshintergrund und sogenannten „nicht assimilierten Staatsbürgern“ vorsah.

In Sachsen-Anhalt führte seine Teilnahme dazu, dass er als Vorsitzender des Sozialausschusses des Landtags abberufen wurde. Siegmund bestritt, den dort vertretenen Vorstellungen zuzustimmen, verteidigte „Remigration“ jedoch grundsätzlich als politisches Thema und bezeichnete sie wenige Wochen später im Landtag als „Gebot der Stunde“.

Auch seine politischen Positionen sind stark von der Migrationspolitik geprägt. Siegmund fordert eine umfassende Verschärfung der Asyl- und Abschiebepolitik und spricht sich für eine „migrationspolitische Kehrtwende“ aus. Im Wahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt nimmt „Einwanderung und Remigration“ eine zentrale Stellung ein. Siegmund selbst wirbt für eine „Abschiebe- und Remigrationsoffensive“ und stellt Migration als eines der zentralen politischen Probleme des Landes dar.

Siegmund steht für einen Politikstil, der rechtsextreme und migrationsfeindliche Positionen mit einer modernen Medienstrategie verbindet. Während er sich als volksnaher Politiker für politischen Wandel präsentiert, ist sein politisches Umfeld auch von Personen aus der Identitären Bewegung (IB) oder historisch verbotenen Organisationen wie der Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) geprägt. Recherchen zufolge lässt Siegmund seinen offiziellen Wahlkampf-Webshop über einen bekannten Aktivisten der IB betreiben.

"Ein wahrer Deutscher"  Berlin Charlottenburg, Hardenbergstraße
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Steigender Rechtsextremismus in Sachsen-Anhalt

Auch andere Mitglieder des sachsen-anhaltischen AfD-Landesverbandes tragen ihre rechtsextreme Gesinnung offen nach außen. Der Landtagsabgeordnete und stellvertretende Landesvorsitzende Hans-Thomas Tillschneider ist seit Jahren eng mit Akteuren der Neuen Rechten verbunden. Er trat beim Sommerfest des rechtsextremistischen „Instituts für Staatspolitik“ (IfS) sowie beim Sommerfest des rechtsextremen „COMPACT“-Magazins auf und pflegt Kontakte zum Neurechten Vordenker Götz Kubitschek. Zudem hält er Verbindungen zur Identitären Bewegung (IB), ist Mitbegründer des rechtsextremen Kampagnennetzwerks „Ein Prozent“ und engagierte sich im formal aufgelösten rechtsextremen Flügel der AfD. Der Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt beobachtet ihn aufgrund seiner Aktivitäten gezielt.

Auch der Bundestagsabgeordnete und Generalsekretär der AfD Sachsen-Anhalt, Jan Wenzel Schmidt, unterhält enge Kontakte zur rechtsextremen Szene. Er trat wiederholt bei Veranstaltungen der IB auf, unter anderem beim sogenannten „Bundeslager“, und beschäftigt in seinem politischen Umfeld Personen aus der ehemaligen NPD und der IB. Wie Siegmund nahm er am Geheimtreffen von Potsdam teil. Auch weitere Funktionsträger weisen entsprechende Kontakte ins rechtsextreme Milleu auf.

Laut Verfassungsschutzbericht 2025 ist die AfD Sachsen-Anhalt mit Abstand das größte rechtsextremistische Parteispektrum im Land. Der Landesverband ist seit November 2023 alsgesichert rechtsextremistische Bestrebungeingestuft. 2025 belief sich die Mitgliederzahl auf rund 3.500. Damit entfällt der überwiegende Teil des rechtsextremistischen Parteienpotenzials auf die AfD. Hinzu kommen „Der III. Weg“ mit rund 110 und „Die Heimat“ mit etwa 70 Mitgliedern.

Die Behörde nennt die AfD als wesentlichen Grund für den Anstieg des rechtsextremen Personenpotenzials, das 2025 von rund 4.000 auf etwa 5.100 Personen und damit um ein Viertel wuchs. In der Programmatik des Landesverbandes sieht der Verfassungsschutz eine vom rassistischen Ethnopluralismus geprägte Vorstellung eines ethnisch weitgehend homogenen Staatsvolkes. Führende Funktionäre und Mandatsträger werteten Migranten, insbesondere aus muslimisch geprägten Ländern, pauschal ab. Darin sieht die Behörde einen Verstoß gegen die Menschenwürdegarantie des Grundgesetzes. Zudem richte sich die politische Agitation gegen das Demokratieprinzip, indem demokratische Institutionen und ihre Vertreter wiederholt verächtlich gemacht würden.

Rechtsextremes Potenzial findet sich jedoch im gesamten Bundesland. Neben den rund 3.500 AfD-Mitgliedern rechnet der Verfassungsschutz dem weitgehend unstrukturierten und teilweise gewaltbereiten rechtsextremistischen Spektrum weitere rund 1.170 Personen zu. Hinzu kommen etwa 310 Personen im parteiungebundenen, vornehmlich neonazistischen Spektrum. Auffällig ist die Verjüngung der Szene: Rund 300 Personen werden rechtsextremistischen Jugendgruppen wie „Jung & Stark“, „Deutsche Jugend Voran“ oder „Deutsche Jugend Zuerst“ zugerechnet; der Großteil ist jünger als 21 Jahre, ein Drittel noch minderjährig.

Eine Statistik zu rechtsextremen Positionen unter AfD-Anhängern
Statista 2023

2025 wurden in Sachsen-Anhalt 3.007 Straftaten der Politisch Motivierten Kriminalität – rechts – registriert, nach 2.920 im Vorjahr. 2.244 davon waren Propagandadelikte. Die Zahl der rechtsmotivierten Gewaltstraftaten ging dagegen von 106 auf 90 zurück. Bereits 2024 war die Zahl rechter Straftaten deutlich gestiegen: Die 2.920 Delikte lagen 43,4 % über dem Vorjahr.

Als Gründe für zunehmende rechtsextreme Tendenzen und den wachsenden Zuspruch für die AfD lassen sich gesellschaftliche Polarisierung, wirtschaftliche Unsicherheit, steigende Lebenshaltungskosten, Kriege und das Gefühl mangelnder politischer Vertretung nennen. Rechte Medien tun ein Übriges.

Der Sachsen-Anhalt-Monitor 2025 zeigt ein ambivalentes Bild: Gefestigte rechtsextreme Weltbilder bleiben mit weniger als 10 % eine Minderheit, während ausländerfeindliche und autoritäre Einstellungen weiter verbreitet sind. So halten 52 % der Befragten den Islam für rückständig, ebenso viele befürworten eine restriktivere Asylpolitik. Der Verfassungsschutz warnt zugleich, dass rechtsextreme Akteure soziale Medien und gesellschaftliche Konflikte gezielt nutzen, um ihre Ideologie zu verbreiten und demokratische Institutionen zu delegitimieren.

Was fordert die AfD Sachsen-Anhalt?

Für die Landtagswahl 2026 fordert die AfD Sachsen-Anhalt eine „migrationspolitische Kehrtwende um 180 Grad“. „Einwanderung und Remigration“ bilden das längste Kapitel ihres Regierungsprogramms. Gefordert werden die Abschaffung des Grundrechts auf Asyl, ein Ende der Aufnahme von Flüchtlingen in Sachsen-Anhalt sowie konsequentere Abschiebungen durch eine „Task Force für Abschiebungen“, zusätzliche Abschiebehaftplätze und Abschiebeflüge. Mehr Infos zum Wahlprogramm siehe unten ⬇️.

Eine Analyse des 100 Tage-Plans der AfD Sachsen-Anhalt - MDR

„Remigration“ umfasst die Rückholung ausgewanderter deutscher Fachkräfte, die zwangsweise Abschiebung ausreisepflichtiger Ausländer und „freiwillige“ Rückkehrprogramme für illegale Zuwanderer. Forderungen wie die Abschaffung des Asylrechts, Grenzkontrollen oder Änderungen des Aufenthalts- und Staatsangehörigkeitsrechts liegen jedoch nicht in alleiniger Landeskompetenz und erfordern Bundes- oder EU-Regelungen. Eine pauschale Behandlung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft als unerwünscht würde zudem mit Grundrechten sowie Asyl- und Aufenthaltsrecht kollidieren.

Auch bei innerer Sicherheit, Demokratie, Medien und Zivilgesellschaft strebt die AfD weitreichende Veränderungen an. Sie will polizeiliche Befugnisse und Strafverfolgung ausbauen, die Landeszentrale für politische Bildung durch ein Landesinstitut für „staatspolitische Bildung und kulturelle Identität“ ersetzen und Vereinsförderung von einer „patriotischen Grundhaltung“ abhängig machen. Zudem sollen die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks beendet und die Rundfunkstaatsverträge gekündigt werden. Damit könnte sich das Verhältnis des Staates zu politischer Bildung, Medien und Zivilgesellschaft grundlegend verändern.

Auch das Bildungs- und Hochschulsystem soll neu ausgerichtet werden. Die Schulpflicht soll einer „Bildungspflicht“ weichen, Inklusion zurückgefahren, Förderschulen gestärkt und für geflüchtete Kinder Sonderklassen eingerichtet werden. „Schule ohne Rassismus“ soll beendet und Lehrpläne stärker auf deutsche Geschichte, Heimatkunde und nationale Identität ausgerichtet werden. An Hochschulen sollen Gender-Studien und Postkolonialismus abgeschafft und etwa eine „kritische Islamforschung“ aufgebaut werden. Dies wirft Fragen nach Wissenschaftsfreiheit und Hochschulautonomie auf; die Abschaffung der Schulpflicht wäre zudem verfassungsrechtlich problematisch.

Wahlkampfveranstaltung der rechtspopulistischen Partei AfD (Alternative für Deutschland) am 1. Mai in Dresden.
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Ein Schwerpunkt liegt auf Familienpolitik und Geburtenförderung. Vorgesehen sind ein Baby-Begrüßungsgeld von 2.000 Euro für die ersten beiden Kinder und 4.000 Euro für jedes weitere sowie ein Familiengeld von 50 Euro monatlich für das erste, 150 Euro für das zweite und 250 Euro für jedes weitere Kind. Hinzu kommen kostenfreie Kitaplätze, Schulessen und Schulbücher. Gleichzeitig will die AfD Ehe und Familie aus Mann und Frau besonders hervorheben. Finanzielle Unterstützung kann Familien entlasten, garantiert aber keine höheren Geburtenraten. Wesentliche Teile der Familien-, Steuer- und Sozialpolitik liegen zudem beim Bund.

In der Wirtschafts- und Energiepolitik fordert die AfD eine Kehrtwende. Sie lehnt zentrale Bestandteile der Energiewende ab, setzt auf Gas und fossile Energieträger, fordert neue Gaskraftwerke, niedrigere Energiepreise und eine Abkehr von Klimaschutzvorgaben. Zudem sollen wirtschaftliche Beziehungen zu Russland wieder aufgenommen und die Sanktionspolitik beendet werden. Viele dieser Vorhaben wären an Bundes- und EU-Recht gebunden und könnten mit deutschen und europäischen Klimazielen kollidieren. Energiepreise könnte eine Landesregierung zudem nicht allein dauerhaft deutlich senken, da Strommarkt, Netzentgelte und der europäische Energiemarkt entscheidend sind.

In der Kultur- und Identitätspolitik will die AfD eine „patriotische Kulturpolitik“ etablieren und öffentliche Gelder vor allem für Kunst einsetzen, die zur deutschen Identitätsfindung beiträgt. Die Erinnerungspolitik soll verändert und ein angeblicher „Schuldkomplex“ überwunden werden. Zusammen mit der politischen Steuerung von Vereinsförderung, Bildung, Medien und politischer Bildung würde damit ein staatlich definiertes nationales Leitbild stärker in öffentliche Institutionen hineinwirken. Fast 30 Kulturinstitutionen in Sachsen-Anhalt warnten bereits vor einer Instrumentalisierung von Kunst und Kultur sowie Gefahren für Kunstfreiheit, Offenheit und demokratische Erinnerungskultur.

Die AfD verspricht umfangreiche neue Leistungen, darunter Familienhilfen, mehr Polizei, kostenlose Bildungsangebote und weitere Förderungen, ohne eine vollständige Gesamtfinanzierung vorzulegen. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) konnte zehn von 41 kostenwirksamen Vorhaben beziffern und kommt bereits für diese auf zusätzliche Kosten von rund 913 Millionen Euro jährlich – fast sechs Prozent des Landeshaushalts von rund 15,6 Milliarden Euro.

Eine AfD-geführte Landesregierung könnte vor allem durch Personalentscheidungen, Fördermittel, Verwaltungspraxis sowie Kultur- und Bildungspolitik Veränderungen bewirken; viele Forderungen wären jedoch nur auf Bundes- oder EU-Ebene umsetzbar. Zugleich müsste das Land die zusätzlichen Ausgaben finanzieren. Die AfD lehnt Steuererhöhungen und neue Schulden ab und beruft sich auf die Schuldenbremse, während Sachsen-Anhalt bereits unter sinkenden Steuereinnahmen und Haushaltsdruck steht.

Für die Finanzierung blieben daher Kürzungen, Umschichtungen oder Einsparungen, die bislang nicht ausreichend konkret beziffert sind. Eine vollständige Umsetzung der kostenwirksamen Teile des Programms würde somit Einschnitte an anderer Stelle, zusätzliche Einnahmen oder – entgegen der eigenen Programmatik – höhere Verschuldung erfordern. Entscheidend ist daher nicht nur, welche Forderungen rechtlich umsetzbar sind, sondern auch, welche Veränderungen eine Landesregierung tatsächlich durchsetzen könnte und wer für die angekündigten Maßnahmen bezahlen müsste.

AfD-Europaparteitag in Magdeburg: Mehrere tausend Menschen demonstrierten gegen den Europaparteitag der rassistischen Partei AfD in der Sachsen-Anhaltischen Landeshauptstadt Magdeburg. Darunter befanden sich auch mehrere hundert Anhänger:innen der "Omas gegen Rechts".
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Wie umgehen mit der AfD Sachsen-Anhalt?

Die AfD Sachsen-Anhalt vertritt klar antidemokratische Positionen. Warum wählen Menschen bei der Landtagswahl 2026 trotzdem eine solche Partei? Ein Hauptgrund ist die zunehmende sozioökonomische Unsicherheit, die durch Globalisierung, technologische Veränderungen und wirtschaftlichen Strukturwandel verstärkt wird – besonders in strukturschwachen Regionen Sachsen-Anhalts und Ostdeutschlands.

Viele Menschen fühlen sich von den etablierten Parteien nicht mehr ausreichend repräsentiert. Diese Unsicherheit kann rechtsextreme Ideologien begünstigen, die einfache Antworten und Sündenböcke für komplexe Probleme anbieten. Die AfD mobilisiert Anhänger insbesondere über Ängste und Ressentiments gegenüber Minderheiten und verbindet diese mit dem Versprechen eines grundlegenden politischen Kurswechsels.

Tipp: MrWissen2Go 13.06.26: Das könnte passieren, wenn die AfD regiert

Diese Identitätspolitik führt dazu, dass Skandale und Kritik an der Partei von ihren Anhängern teilweise als Angriffe auf die eigene Gruppe wahrgenommen werden, was die Unterstützung für die AfD paradoxerweise sogar stärken kann. Gleichzeitig nutzt die Partei soziale Medien gezielt, um ihre Botschaften direkt zu verbreiten und politische Filterblasen zu schaffen, in denen Feindbilder und ein starkes „Wir gegen die“ konstruiert werden.

Um die AfD zu schwächen, müssen progressive und demokratische Parteien eine klare politische Vision entwickeln und stärker auf die konkreten Sorgen der Menschen in Sachsen-Anhalt eingehen. Dazu gehören Maßnahmen für mehr soziale Sicherheit, Investitionen in Bildung und Infrastruktur, gute Arbeitsplätze und faire Löhne – gerade in strukturschwachen Regionen. Gleichzeitig müssen rechtsextreme und antidemokratische Positionen der AfD klar benannt, sachlich widerlegt und journalistisch kritisch begleitet werden.

Ein starker Fokus sollte auf der Förderung von Demokratie, Toleranz und gesellschaftlicher Vielfalt liegen. Dafür braucht es Unterstützung für zivilgesellschaftliche Initiativen, breite demokratische Bündnisse und eine starke politische Bildung. Der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern muss intensiviert werden – nicht nur in den größeren Städten, sondern gerade auch in ländlichen und strukturschwachen Regionen Sachsen-Anhalts.

Zusätzlich empfehlen wir unseren Ratgeber zum ➡️ AfD Verbotsverfahren

Durch eine Kombination aus politischem Handeln, gesellschaftlichem Engagement und glaubwürdiger Kommunikation kann die AfD bei der Landtagswahl 2026 nachhaltig geschwächt werden. Entscheidend ist, die sozialen und politischen Ursachen ihrer Stärke ernst zu nehmen, ohne ihre rechtsextremen und ausgrenzenden Positionen zu verharmlosen. Die demokratischen Parteien müssen zeigen, dass soziale Sicherheit, politische Teilhabe und demokratische Lösungen eine glaubwürdige Alternative zu Spaltung und Ausgrenzung sind.

Und hier kommst du direkt zu unseren Infos über die ➡️ Bundespartei der AfD

Autor: Maximilian Stark 06.08.26, Update: 24.08.26, lizenziert unter CC BY-SA 4.0