IRAN KRIEG 2026
➡️ Israel & USA Iran-Krieg – Israel und USA greifen erneut den Iran an
Israel und die USA griffen den Iran am 28. Februar 2026 erneut an. Der 'präventive' Angriff sabotiert die Atomgespräche zwischen den USA und dem Iran in Oman und schürt internationale Befürchtungen vor einem großen Krieg im Nahen Osten mit enormem Leid und Instabilität.
Es handelt sich um einen vorsätzlichen, unprovozierten und völkerrechtswidrigen Krieg mit dem Ziel eines Regimewechsels. Ein Regime übrigens, welches das eigene Volk brutal unterdrückt. Ayatollah Ali Khamenei, der oberste Führer des Iran, wurde als erstes ermordet, zusammen mit militärischen und politischen Führern.
Benjamin Netanjahus Mission scheint darin zu bestehen, Irans ballistische Raketenfähigkeiten vollständig zu zerstören – ein Plan, der Monate intensiver und unablässiger Bombardierungen erfordern würde. Offensichtlich unter Netanjahus Einfluss handelnd und dem israelischen Lobbydruck nachgebend, ist Trump diesem Kurs gefolgt.
In einer ähnlichen Rhetorik wie beim jüngsten Angriff auf Venezuela hat Trump den Regimewechsel als sein Motiv genannt – offenbar in der Erwartung, dass Iran sich seinen Forderungen beugen würde, sobald dessen Anführer ermordet worden sei.
Der Nahe Osten ist die instabilste Region der Welt, und diese Angriffe haben eine gefährliche Kette von Ereignissen ausgelöst. Da Iran bereits Vergeltungsangriffe auf amerikanische Militärbasen in den umliegenden Golfstaaten durchgeführt hat, bleibt nun abzuwarten, ob diese Länder in den neuesten Krieg im Nahen Osten hineingezogen werden.
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- dem ➡️ Zwölf-Tage-Krieg (13.–24. Juni 2025)
- dem iranischen Atomprogramm und den Sanktionen
- den landesweiten Protesten im Iran 2025/26
- dem Krieg in Gaza
- Anti-Regime-Protesten im Iran 2022
- nuklearer Aufrüstung
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Hier findest Du alle Infos zum 12-Tage Krieg von Israel & den USA gegen Iran im Juni 2025.
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Internationale Reaktionen
Dieser jüngste Krieg im Iran weitet sich rasch aus und zieht sowohl Verbündete der USA, Gegner als auch bislang unbeteiligte Staaten hinein.
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben seit Beginn des Krieges 800 Raketenprojektile abgefangen und erwägen nun militärische Maßnahmen. Katar hat zwei iranische Kampfjets abgeschossen und musste die Gasproduktion einstellen, nachdem seine Anlagen getroffen wurden. Kuwait wurde am ersten Kriegstag angegriffen und hat versehentlich amerikanische Kampfjets abgeschossen. In Bahrain wurden US-Militärbasen und Wohngebäude getroffen. US-Stützpunkte im Oman – einem Land, das zuvor die Atomgespräche zwischen den USA und Iran vermittelt hatte – wurden am zweiten Tag der Kämpfe angegriffen. In Saudi-Arabien wurden die US-Botschaft sowie eine der größten Ölraffinerien der Welt getroffen. Auch US-Stützpunkte in Jordanien wurden zum Ziel.
Die Hisbollah, die fest auf der Seite Irans steht, hat die Waffenruhe mit Israel gebrochen und Raketen sowie Drohnen auf Israel abgefeuert. Israel reagierte mit schweren Luftangriffen im gesamten Libanon. Auch der Irak, der strategisch mit den USA verbunden ist, wurde von Iran angegriffen.
Der Konflikt zieht nun auch Großbritannien und Europa stärker hinein: Der britische Luftwaffenstützpunkt auf Zypern wurde von Drohnen angegriffen, die vermutlich von der Hisbollah gestartet wurden. Der britische Premierminister Keir Starmer, der ursprünglich regionale Stabilität priorisiert hatte, hat inzwischen die Nutzung britischer Luftwaffenbasen zur Abwehr iranischer Raketen autorisiert.
Frankreich und Deutschland, die zunächst eine Rückkehr zu Verhandlungen unterstützt hatten, deuteten ebenfalls mögliche Militärschläge gegen Iran an, nachdem ihr Personal in Jordanien getroffen wurde.
Im Verlauf untersagten Frankreich, Italien, Großbritannien und die Schweiz bestimmte Überflüge ihres Territoriums. Währenddessen schweigt die deutsche Bundesregierung zu den illegalen und völkerrechtswidrigen U.S. Flügen über das Drehkreuz Ramstein und Spangdahlem in Rheinland-Pfalz sowie die Steuerung von U.S. Killer-Drohnen vom deutschem Boden aus.
Russland bezeichnete die Eskalation durch Israel und die USA als rücksichtslos und als Verrat an der Diplomatie. China, möglicherweise besorgt um seine Ölversorgung, forderte, dass die „Souveränität, Sicherheit und territoriale Integrität Irans und anderer Länder der Region respektiert werden“.
In einer Erklärung vom 28. Februar sagte Irans UN-Botschafter Amir Saeid Iravani: „Heute Morgen hat das Regime der Vereinigten Staaten – gemeinsam und koordiniert mit dem israelischen Regime – zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate eine unprovozierte und vorsätzlich geplante Aggression gegen die Islamische Republik Iran begonnen.“
Trotz der Beteiligung von mehr als einem Dutzend Ländern bereits nach einer Woche Kampfhandlungen bleibt Israel entschlossen, die angebliche „existenzielle Bedrohung“ durch Iran zu beseitigen, und bezeichnete seine ersten Angriffe als „Akt der Notwendigkeit“. In einer ähnlichen Argumentationslinie erklärte der US-Botschafter Mike Waltz, die Angriffe sollten sicherstellen, dass „das iranische Regime niemals, unter keinen Umständen, die Welt mit einer Atomwaffe bedrohen kann“.
Ironisch erscheint dies angesichts der Tatsache, dass sowohl die USA als auch Israel selbst Atommächte sind – und die USA über das zweitgrößte Atomwaffenarsenal der Welt verfügen.
Sechs Diplomaten aus den Golfstaaten Katar, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait, Oman und Bahrain hielten ein Krisentreffen ab. Darin forderten sie Iran auf, seine Angriffe einzustellen, und betonten zugleich ihr Recht auf Selbstverteidigung. Auch Syrien, früher ein enger regionaler Verbündeter Irans, verurteilte die iranischen Vergeltungsschläge.
Ein großer Teil des Globalen Südens verurteilte die Aktionen Israels und der USA als illegal und stellte deren „präventive“ Rechtfertigung infrage. Pakistan, Südafrika, Brasilien, Chile, Kuba, die Türkei und Indonesien äußerten ihr Bedauern über das Scheitern der Verhandlungen und lehnten die Handlungen Israels und der USA ab, die ihrer Ansicht nach die Welt für uns alle unsicherer gemacht haben.
Die nukleare Frage
Im Jahr 2015 einigte sich die Islamische Republik Iran mit den ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen (USA, Großbritannien, Russland, Frankreich und China) sowie Deutschland und der Europäischen Union auf einen Rahmen für ein Atomabkommen. Aus diesem Rahmen entstand der Gemeinsame umfassende Aktionsplan (Joint Comprehensive Plan of Action, JCPOA), der am 14. Juli 2015 zwischen Iran und den sieben weiteren Parteien verkündet wurde.
Im Rahmen dieses Abkommens erklärte sich Iran bereit, seine Nuklearanlagen umzubauen, umzuwandeln und zu reduzieren – im Gegenzug sollten alle nuklearbezogenen Wirtschaftssanktionen aufgehoben werden. Das Abkommen wurde als großer Erfolg für die globale Stabilität gefeiert, da zuvor der Verdacht bestanden hatte, Iran könne Uran für Waffenprogramme anhäufen. Zudem wurden dadurch eingefrorene Vermögenswerte in Milliardenhöhe freigegeben.
Als Teil des JCPOA musste Iran der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) Zugang zu allen seinen Nuklearanlagen gewähren, damit überprüft werden konnte, dass das iranische Atomprogramm ausschließlich der zivilen Energiegewinnung diente.
Probleme entstanden im Jahr 2018, als Präsident Trump die USA aus dem Abkommen zurückzog. Er argumentierte, das Abkommen begrenze Irans Atomprogramm nicht ausreichend. Innerhalb eines Jahres weitete Iran daraufhin seine Produktion rasch aus: Die festgelegte Grenze von 300 Kilogramm Uranvorrat wurde überschritten, zuvor verbotene moderne Zentrifugen wurden eingesetzt, und Uran wurde auf deutlich höhere Werte angereichert.
Sowohl die USA als auch Iran unterstützten grundsätzlich eine Rückkehr zum ursprünglichen Abkommen. Nach drei Gesprächsrunden konnten sie jedoch keinen Konsens darüber erreichen, wie dies umgesetzt werden sollte. Aufgrund von Trumps Forderung nach Beschränkungen für Irans ballistische Raketen, Irans Beharren darauf, ausschließlich über das Atomprogramm zu verhandeln, und der ständig im Raum stehenden Drohung militärischer Maßnahmen wirkten die Gespräche letztlich eher wie eine Fassade.
Bis Juni 2025 hatte Iran fast 10.000 Kilogramm angereichertes Uran angesammelt, von denen etwa 4 % auf 60 % angereichert waren. Für den Bau einer Atombombe müsste das Uran auf etwa 90 % angereichert werden. Obwohl die Geheimhaltung rund um das iranische Atomprogramm sowie der deutliche Anstieg der Uranvorräte weltweit große Besorgnis auslösen, gibt es keine bestätigten Beweise dafür, dass Iran tatsächlich den Bau von Atomwaffen plant.
Auch wenn Trump nicht der erste US-Präsident ist, dem es nicht gelungen ist, ein Atomabkommen mit Iran zu sichern, ist er sehr wohl der erste, der nach dessen Scheitern militärisch reagierte.
Die IAEA hat Iran wiederholt dafür kritisiert, dass das Land seine Uranvorräte an nicht gemeldeten Standorten nicht ausreichend erklärt habe, den Zugang zu Nuklearanlagen eingeschränkt habe und neue Zentrifugenprogramme geheim halte. Gleichzeitig stellt die Organisation fest, dass Iran „der einzige Nicht-Atomwaffenstaat der Welt ist, der Uran mit einem Anreicherungsgrad von 60 % produziert und anhäuft, was weiterhin Anlass zu ernsthafter Besorgnis gibt“. Zugleich betont sie jedoch, dass es „keine glaubwürdigen Hinweise auf ein laufendes, nicht erklärtes strukturiertes Atomwaffenprogramm“ gebe.
Auch Israel trägt mit seiner langjährigen Politik der nuklearen Intransparenz und Nichtoffenlegung zur Geheimhaltung in dieser Frage bei. Es gilt als offenes Geheimnis, dass Israel über Atomwaffen verfügt, doch bestätigt oder dementiert der Staat dies offiziell nicht.
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Dieser "präventive" Militärschlag stellt einen unsinnigen Ansatz für eine komplexe und äußerst sensible Situation mit schwerwiegenden Folgen dar. Er schafft einen gefährlichen Präzedenzfall, der andere Staaten dazu ermutigen könnte, außerhalb des internationalen Rechts zu handeln und Angriffskriege zu führen, um ihre eigenen Ziele zu verfolgen.
Eine deutliche Mehrheit der iranischen Bevölkerung ist der Ansicht, dass ein politischer Wandel notwendig ist. Am 28. Dezember 2025 kam es landesweit zu Unruhen, ausgelöst durch weitverbreitete Unzufriedenheit mit der Regierung der Islamischen Republik, ihrem Umgang mit der anhaltenden Wirtschaftskrise und ihrer repressiven Herrschaft über das Land.
Diese Proteste waren die größte Erhebung seit der Islamischen Revolution von 1979. Demonstrationen fanden in allen 31 Provinzen und in 186 Städten statt. Die iranische Regierung reagierte mit tödlicher Gewalt: Mehr als 30.000 Menschen wurden getötet, Tausende weitere verletzt und über 24.000 Personen verhaftet. Seit Jahren leidet Iran unter harter Repression, schweren Wasserknappheiten, Stromausfällen, massiver Luftverschmutzung, chronischer Korruption und wirtschaftlicher Misswirtschaft.
Veränderung ist notwendig – aber nicht auf diese Weise.
Bereits mehr als 500 Zivilisten sind ums Leben gekommen, und über 1.000 Ziele wurden angegriffen, darunter Krankenhäuser und Schulen. Trump und Netanjahu handeln erneut nahezu ohne Konsequenzen und setzen auf militärische Gewalt statt auf ernsthafte diplomatische Bemühungen um Frieden. Dabei berufen sie sich auf den Schutz der amerikanischen und israelischen Bevölkerung, während die Bürger Irans und der nun bedrohten Golfstaaten weitgehend außer Acht gelassen werden.
„Wer kann der Trump-Administration jetzt noch vertrauen? Sie handelt einseitig und in völliger Missachtung des Völkerrechts und aller diplomatischen Normen.“ — Maleeha Lodhi, ehemalige pakistanische Botschafterin in den USA
Trump ging offenbar davon aus, dass sich mit der Ermordung des iranischen Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei, der wegen seines schlechten Gesundheitszustands bereits seine Nachfolge vorbereitete, ein politischer Wandel ergeben würde. Doch wie die Geschichte im Nahen Osten immer wieder gezeigt hat, führen Attentate auf politische Führer selten zu friedlichen Ergebnissen.
Raketen und Bomben bringen keine Freiheit.
Sie verursachen ziviles Leid, Vergeltungsschläge und weitere Destabilisierung. Wenn wir einen nachhaltigen Frieden im Nahen Osten – und in der Welt insgesamt – erreichen wollen, brauchen wir Deeskalation und Diplomatie statt Gewalt.
Autorin: Rachael Mellor, 04.03.2026, Übersetzung: Maximilian Stark, 10.03.26 lizenziert unter CC BY-SA 4.0
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