Fabio De Masi (D)

Fabio De Masi bei einem Pressetermin im Portrait
Wiki | Oliver Hansen - CC BY-SA 4.0

➡️ Fabio De Masi - Co-Vorsitzender des BSW und Finanzpolitiker

Fabio De Masi ist ein deutscher Ökonom und seit Dezember 2025 zusammen mit Mohamed Ali Co-Vorsitzender des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW). Bekannt wurde er vor allem als Finanz- und Steuerexperte in der Linkspartei sowie als scharfer Kritiker von Steuervermeidung, Finanzmarktderegulierung und sozialer Ungleichheit. Durch seine Arbeit im Bundestag und im Europäischen Parlament profilierte er sich als einer der sichtbarsten Wirtschaftspolitiker.

De Masi wuchs in Hamburg auf und studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Hamburg. Früh beschäftigte er sich mit Fragen der politischen Ökonomie, internationaler Finanzmärkte und Verteilungsgerechtigkeit. Bereits während seines Studiums engagierte er sich politisch und war unter anderem in globalisierungskritischen Zusammenhängen aktiv.

Seine politische Karriere begann De Masi in der Linkspartei, der er 2005 beitrat. Von 2014 bis 2017 war er Mitglied des Europäischen Parlaments. Dort arbeitete er insbesondere im Wirtschafts- und Währungsausschuss (ECON) und machte sich europaweit einen Namen als Kritiker von Steueroasen, Bankenlobbyismus und der Austeritätspolitik der EU. In dieser Zeit war er auch intensiv mit der Griechenland-Krise befasst und kritisierte die Rolle der Troika sowie die deutsche Sparpolitik scharf.

2017 zog De Masi in den Deutschen Bundestag ein, dem er bis 2021 angehörte. Als finanzpolitischer Sprecher der Linksfraktion war er eine der zentralen Stimmen seiner Partei in Haushalts-, Steuer- und Bankenfragen. Ein Höhepunkt seiner parlamentarischen Arbeit war seine Rolle im Cum-Ex-Untersuchungsausschuss, in dem er maßgeblich dazu beitrug, die politischen Versäumnisse rund um milliardenschweren Steuerbetrug öffentlich aufzuarbeiten. Seine pointierten Auftritte verschafften ihm auch über Parteigrenzen hinweg Anerkennung.

De Masi bei einer Rede im EU-Parlament
Flickr | EU Parlament - CC BY-NC-ND 2.0

Inhaltlich setzte sich De Masi konsequent für eine stärkere Besteuerung großer Vermögen, die Schließung von Steuerschlupflöchern und eine strenge Regulierung der Finanzmärkte ein. Er kritisierte die enge Verflechtung von Politik und Finanzlobby und forderte eine demokratische Kontrolle von Banken sowie öffentliche Investitionen statt Sparpolitik. Außenwirtschaftlich vertrat er eine skeptische Haltung gegenüber Freihandelsabkommen wie TTIP oder CETA, die er als einseitig unternehmensfreundlich bewertete.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag 2021 zog sich De Masi vorerst aus der Parteipolitik zurück. Er blieb jedoch als Publizist, Redner und Kommentator aktiv und äußert sich weiterhin regelmäßig zu Finanzpolitik, Steuergerechtigkeit und internationalen Wirtschaftsfragen. Innerhalb der Linken galt er lange als Vertreter eines wirtschaftspolitisch klaren, fachlich fundierten Profils, das auch für ein breiteres Publikum anschlussfähig war.

Nach der Gründung des BSW Anfang 2024 schloss sich Fabio De Masi der neuen Partei an und gehörte von Beginn an zu ihrem wirtschaftspolitischen Kernteam. Innerhalb des BSW steht er für Kontinuität in der Kritik an Finanzmarktmacht, Steuervermeidung und neoliberaler Wirtschaftspolitik, zugleich aber auch für den Anspruch, diese Positionen breiter gesellschaftlich anschlussfähig zu formulieren.

Bei der Europawahl 2024 spielte De Masi eine zentrale Rolle. Er startete auf Listenplatz 1 des BSW in den Wahlkampf und konnte erfolgreich ins EU-Parlament einziehen. Dort ist er fraktionsloser Abgeordneter und Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Währung. Zudem ist er stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für internationalen Handel sowie im Unterausschuss für Steuerfragen. Nachdem Sahra Wagenknecht im November 2025 ihren Rücktritt vom Parteivorsitz des BSW ankündigte, wurde De Masi zudem als ihr Nachfolger neben der bisherigen Co-Vorsitzenden Amira Mohamed Ali bekanntgegeben. Er wurde am 6. Dezember vom Bundesparteitag mit 93 % der Stimmen ins Amt gewählt.

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Author: Maximilian Stark, Datum 17.12.25, Text ist lizenziert unter CC BY-SA 4.0