Schulstreik gegen Wehrpflicht

Eine Demo junger Menschen gegen die Wehrpflicht mit Bannern und Fahnen
Flickr | Matthias Berg - CC BY-NC-ND 2.0

➡️ Schulstreik gegen die Wehrpflicht am 5. März 2026

Zentrale Plattform, Ratgeber und Informationsquelle zum Aktionstag

Am 5. März 2026 ist in vielen deutschen Städten erneut ein bundesweiter Schulstreik gegen die drohende Wiedereinführung der Wehrpflicht angekündigt worden — als Teil eines von Schüler*innen initiierten Aktionstags. Organisatoren sind vor allem das Schüler Bündnis "Schulstreik gegen Wehrpflicht".

Alle wichtigen Infos für Schulstreik und Jugendproteste findest du weiter unten bei uns ➡️ Schulstreik - unbedingt besuchen! Viele Städte und Gruppen auf den Instagram Accounts hierzu

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Am 5. Dezember 2025 wurde im Bundestag das neue Wehrdienst-Gesetz verabschiedet. Hiergegen regte sich ein breiter Widerstand der betroffenen Jugendlichen und von Friedensgruppen.

Organisatoren waren und sind vor allem das Schülerbündnis "Schulstreik gegen Wehrpflicht", "Nein zur Wehrpflicht" (linke Jugendverbände) verschiedene Jugend- und Schülergruppen zum Beispiel Ortsverbände der Falken, viele lokale Schülerinitiativen und lose Netzwerke auf Social-Media-Kanälen. - Unterstützt werden sie von traditionellen Friedensgruppen wie dem Bundesausschuss Friedensratschlag, der auf seinem Kongress in Kassel den Aktionstag ebenfalls beschlossen hat, der DFG-VK und dem Netzwerk Friedenskooperative.

Tipp: Widerstand gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht

Und hier ist unsere Pressemitteilung vom 01.12.25 - Plattform und Ratgeber zum Schulstreik ...

Work in progress - regelmäßige Updates. Hinweise und Mitarbeit willkommen ;-)

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Eine Gruppe Jugendlicher hält ein Banner auf dem "Nein zur Wehrpflicht" steht. Links ein zerbrochenes Gewehr und eine Hand, die eine Blume hält. Rechts eine weiße Taube mit Olivenzweig im Schnabel. Im Hintergrund eine Fahne mit der Aufschrift "Schulstreik" und weitere Friedenstauben. Das Wetter ist schön und die Jugendlichen sind fröhlich bei ihrer Demo. - Bildrechte: Bessere Welt Info, CC BY-SA 4.0 (mit Ki erstellt).
Bessere Welt Info, CC BY-SA 4.0

Hinweis: Die Regierungskoalition hat sich am 12.11.25 auf eine verpflichtende Musterung ALLER 18-jährigen Männer geeinigt, die deutsche Staatsbürger sind (tagesschau und mdr). Finden sich aus den „wehrtauglich“ gemusterten nicht genügend Freiwillige für den Wehrdienst, wird eine Bedarfswehrpflicht eingeführt und gelost, wer zum Bund muß! - Die Jugendlichen werden beim Pflichtdienst nicht gefragt :-( Staatsräson und Kriegstüchtigkeit haben für Schwarz-Rot Vorrang.

Bessere Welt Info bietet eine unabhängige, neutrale und täglich aktualisierte Plattform für den Schulstreik und Schülerproteste gegen die Wehrpflicht. Darüberhinaus bieten wir auch Informationen zur Wehrpflicht, zu Bundeswehr & NATO, zur Kriegsdienstverweigerung und Alternative Sicherheitskonzepte. Wir sind gemeinnützig und werbefrei. Nun liegt es an euch: erkunden, nutzen, verlinken und weitersagen. Wir sind offen für Verbesserungsvorschläge aus Sicht der Schüler und Jugendlichen: Kontakt.

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Es wird mobilisiert und zu Schulstreiks und Demonstrationen aufgerufen. Die Entscheidung, den ersten Aktionstag am 5. Dezember 2025 als Datum zu wählen ging vom Jugend-Bündnis "Nein zur Wehrpflicht" aus und wurde vom Friedensratschlag in Kassel auf einem Treffen mit rund 500 Aktiven und Jugendvertretern unterstützt. Das Bündnis nannte den Termin explizit einen „Aktionstag gegen eine Wehrpflicht und die Militarisierung der Gesellschaft“.

Das Bündnis warnt vor einer zunehmenden Militarisierung der Gesellschaft und sieht in der Debatte um den Wehrdienst nicht nur eine sicherheitspolitische, sondern vor allem eine gesellschaftspolitische Richtungsentscheidung. Während die allgemeine Wehrpflicht in Deutschland seit 2011 ausgesetzt war, soll sie ab Juli 2027 in einer neuen Form wieder eingeführt werden: Alle jungen Männer ab Jahrgang 2008 werden dann verpflichtend gemustert, Frauen können sich freiwillig melden. Auf Basis eines Fragebogens und ärztlicher Untersuchungen entscheidet die Bundeswehr, wer tatsächlich eingezogen wird. Zunächst bleibt der Dienst freiwillig, bei Personalmangel ist jedoch eine verpflichtende Einberufung vorgesehen.

Nein zum Wehrdienstgesetz. Protest vor dem Bundesverteidigungsministerium in Berlin, 27.08.2025
Flickr | IPPNW Deutschland - CC BY-NC-SA 4.0

Der Friedensratschlag sieht darin einen Versuch, „Deutschland kriegstüchtig statt friedensfähig zu machen“. Die Aktionstage sollen daher ein deutliches Zeichen setzen, dass junge Menschen diese Entwicklung nicht widerstandslos hinnehmen wollen. Am 5. Dezember 2025 waren bereits in zahlreichen Städten Schulstreiks, Demonstrationen, Info-Stände und kreative Protestaktionen. Besonders in Freiburg, Potsdam, Berlin, Kassel, Leipzig und Halle mobilisierten Jugendringe und Friedensgruppen dazu, den Unterricht zu bestreiken und sich an öffentlichen Kundgebungen zu beteiligen.

So riefen Schüler aus Potsdam dazu auf "nicht stumm zuzuschauen, wie wir und unsere Freunde per Los zum Töten und Sterben gezwungen werden“ und forderten, dass Bildungseinrichtungen Orte des Friedens bleiben und nicht zu Rekrutierungsfeldern werden. Online kursierten Hashtags und Aufrufvideos, mit denen zur Teilnahme am Streik mobilisiert wird.

Die Organisatoren betonen, dass es sich um zivilgesellschaftliche Protesttage handelt – friedlich, basisdemokratisch und jugendpolitisch motiviert. Ziel ist, die öffentliche Debatte über Pflichtdienste, Militarisierung und soziale Gerechtigkeit neu anzustoßen. Es wird argumentiert, dass die Wehrpflicht als Pflichtdienst – ob militärisch oder zivil – junge Menschen in ihrer freien Lebensplanung beschränkt, ungleiche soziale Belastungen erzeugt und kaum zur modernen Verteidigungsfähigkeit beiträgt. Statt kurzfristiger Pflichtdienste brauche es langfristige Investitionen in Bildung, Frieden und Diplomatie.

Der Aktionstag am 5. Dezember 2025 galt als Testfall für die Mobilisierungsfähigkeit der Friedensbewegung und die politische Stimme der Jugend in sicherheitspolitischen Fragen. Sollten sich – wie erhofft – viele Tausend Schüler bundesweit beteiligen, könnte das Signal weit über den Tag hinausreichen: gegen eine Militarisierung des Alltags, für eine demokratische Friedenskultur und gegen die Vorstellung, Sicherheit ließe sich nur durch Militär und Zwangsdienste erreichen.

In mehr als 80–90 Städten streikten und protestierten Schüler, wobei Angaben über die Teilnehmerzahlen bundesweit zwischen rund 40.000 und mehr als 55.000 lag; in Berlin versammelten sich etwa 3.000, in Potsdam rund 1.000 sowie mehrere Hundert bis Tausend in weiteren Städten wie Köln oder Dortmund – und auch in kleineren Orten fanden Kundgebungen statt. Doch eine politische Reaktion fiel aus - die Bundesregierung führt ihre Wehrpflicht-Pläne ohne Einschränkungen oder Änderungen weiter.

Als Folge kündigten Aktionsbündnisse weitere Proteste und einen erneuten bundesweiten Schulstreik am 5. März 2026 an, um den politischen Druck gegen die Wehrdienst-Pläne aufrechtzuerhalten und eine breitere gesellschaftliche Debatte über Dienstpflichten und Sicherheitspolitik zu erzwingen.

Autor: Maximilian Stark 11.11.25, Update: Dr. Norbert Stute am 05.12.25 und 05.03.26 lizenziert unter CC BY-SA 4.0

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