Eine Gruppe Jugendlicher hält ein Banner auf dem "Nein zur Wehrpflicht" steht. Links ein zerbrochenes Gewehr und eine Hand, die eine Blume hält. Rechts eine weiße Taube mit Olivenzweig im Schnabel. Im Hintergrund eine Fahne mit der Aufschrift "Schulstreik" und weitere Friedenstauben. Das Wetter ist schön und die Jugendlichen sind fröhlich bei ihrer Demo. - Bildrechte: Bessere Welt Info, CC BY-SA 4.0 (mit Ki erstellt).
Bessere Welt Info, CC BY-SA 4.0

Schulstreik gegen Wehrpflicht

Plattform für den Aktionstag gegen die Wehrpflicht: Erfahre hier, wie Schüler*innen am 25. September 2026 gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht protestieren wollen.

Eine Gruppe Jugendlicher hält ein Banner auf dem "Nein zur Wehrpflicht" steht. Links ein zerbrochenes Gewehr und eine Hand, die eine Blume hält. Rechts eine weiße Taube mit Olivenzweig im Schnabel. Im Hintergrund eine Fahne mit der Aufschrift "Schulstreik" und weitere Friedenstauben. Das Wetter ist schön und die Jugendlichen sind fröhlich bei ihrer Demo. - Bildrechte: Bessere Welt Info, CC BY-SA 4.0 (mit Ki erstellt).
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Zentrale Plattform zum ➡️ Schulstreik gegen die Wehrpflicht am 25. September 2026

Der für den 25. September 2026 angekündigte bundesweite Schulstreik ist als Protestaktion von Schülerinnen und Schülern gegen die Diskussionen um eine Wiedereinführung bzw. Neuausrichtung der Wehrpflicht und gegen gesellschaftliche Militarisierung geplant. Das Datum knüpft bewusst an den Weltfriedenstag an und steht im Zusammenhang mit geplanten Militärmanövern und sozialen Protesten. Hier sind die wichtigsten Aspekte rund um diesen Aktionstag:

  • Hintergrund und Anliegen: Organisiert wird der Aktionstag von regionalen Schulstreikkomitees und verschiedenen Jugendinitiativen (unter anderem im Nachgang zur bundesweiten Schulstreikkonferenz in Essen). Die Demonstrierenden wenden sich gegen die Erfassung von 18-Jährigen, mögliche Musterungen sowie allgemein gegen militärische Aufrüstung.
  • Verknüpfung von Themen: Neben antimilitaristischen Forderungen verknüpfen die Initiativen den Streik oft mit Kritik an sozialen Kürzungen, Geldflüssen in Rüstung statt in das Bildungssystem und fordern unter anderem „Schulen ohne Bundeswehr“.
  • Aktionen vor Ort: Für diesen Tag sind in zahlreichen deutschen Städten Kundgebungen, Demonstrationen und Protestaktionen von Jugendlichen angekündigt. Die Aktion fällt zeitlich in die Nähe des Weltfriedenstags und begleitet unter anderem auch Kritik an größeren Militärübungen (wie beispielsweise Red Storm Charlie in Hamburg).

Hinweis zur Schulpflicht: In Deutschland gilt eine allgemeine Schulpflicht. Das bedeutet, dass eine Teilnahme an solchen Streiks während der Unterrichtszeit in der Regel als unentschuldigtes Fehlen gewertet wird und je nach Schule beziehungsweise Bundesland disziplinarische Konsequenzen haben kann.

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Alle wichtigen Infos für Schulstreik und Jugendproteste findest du weiter unten bei uns ➡️ Schulstreik - unbedingt besuchen!

Kurz-URL: betterl.ink/schulstreik

Tipp: Widerstand gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht

Tipp: Kriegsdienstverweigerung - KDV

Koordiniert werden die Streiks von der Organisation "Schulstreik gegen Wehrpflicht" und dem Bündnis "Nein zur Wehrpflicht"

Viele Städte und Gruppen sind auf den Instagram Accounts hierzu. Schüler in 100 Städten sind aktiv.

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Die Regierungskoalition hat sich am 12.11.25 auf eine verpflichtende Musterung ALLER 18-jährigen Männer geeinigt, die deutsche Staatsbürger sind (tagesschau und mdr). Finden sich aus den „wehrtauglich“ gemusterten nicht genügend Freiwillige für den Wehrdienst, wird eine Bedarfswehrpflicht eingeführt und gelost, wer zum Bund muss! - Die Jugendlichen werden beim Pflichtdienst nicht gefragt :-( Staatsräson und Kriegstüchtigkeit haben für Schwarz-Rot Vorrang.

Bessere Welt Info bietet eine unabhängige, neutrale und regelmäßig aktualisierte Plattform für den Schulstreik und Schülerproteste gegen die Wehrpflicht. Darüberhinaus bieten wir auch Informationen zur Wehrpflicht, zu Bundeswehr & NATO, zur Kriegsdienstverweigerung und Alternative Sicherheitskonzepte. Wir sind gemeinnützig und werbefrei. Nun liegt es an euch: erkunden, nutzen, verlinken und weitersagen. Wir sind offen für Verbesserungsvorschläge aus Sicht der Schüler und Jugendlichen: Kontakt.

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Eine Statistik, wie Deutsche zur Wiedereinführung der Wehrpflicht stehen
statista 2025

Warum der 25. September?

Die Wahl des 25. September 2026 für diesen Schulstreik ist kein zufälliges Datum, sondern wurde gezielt von den Organisatoren (unter anderem auf der dritten bundesweiten Schulstreikkonferenz im Juli in Essen) beschlossen. Für dieses spezifische Datum gibt es mehrere organisatorische und inhaltliche Gründe:

  • Zeitlicher Bezug zum Weltfriedenstag: Der Streik findet bewusst in der zeitlichen Nähe zum internationalen Weltfriedenstag (21. September) statt, um den antimilitaristischen Forderungen mehr Gewicht zu verleihen und thematisch an Friedensinitiativen anzuknüpfen.
  • Zusammentreffen mit aktuellen Militärübungen: Der Termin fällt in einen Zeitraum, in dem größere militärische Manöver und Übungen (wie beispielsweise Red Storm Charlie in Hamburg) stattfinden. Die Initiativen wollen den Protest direkt mit diesen sichtbaren Schritten zur militärischen Vorbereitung verknüpfen.
  • Verknüpfung mit sozialen Protesten: Das Datum liegt kurz vor weiteren bundesweiten Aktionstagen gegen Sozialkürzungen (die für den darauffolgenden Tag, den 26. September, geplant sind). Damit soll eine Brücke geschlagen werden zwischen der Kritik an Rüstungsausgaben und den geforderten Investitionen in das Bildungssystem und den sozialen Bereich („Geld für Bildung statt für Rüstung“).

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Welche Organisationen, Verbände und Initiativen stehen hinter den Schulstreiks?

Hinter den bundesweiten Schulstreiks und den Protesten gegen die Wehrpflicht steht ein strukturelles Netzwerk aus lokalen Initiativen, Schülerkomitees und verschiedenen gesellschaftlichen Organisationen. Die zentralen Akteure und Bündnisse lassen sich wie folgt unterteilen:

  • Lokale Schulstreikkomitees und Regionalkonferenzen: Das Rückgrat der Bewegung bilden die Schülerinnen und Schüler selbst. Sie organisieren sich in regionalen und lokalen Streikkomitees (entstanden unter anderem über bundesweite Schulstreikkonferenzen, wie zuletzt im Juli 2026 in Essen). Sie koordinieren die Aktionen direkt an den Schulen und planen die Protesttage.
  • Übergeordnete Bündnisse: Die Proteste werden maßgeblich unter dem organisatorischen Dach von Bündnissen wie „Nein zur Wehrpflicht!“ gebündelt, die netzwerkartig bundesweit agieren und als Plattform für die Vernetzung der verschiedenen Jugendgruppen dienen.
  • Gewerkschaften und Bildungsorganisationen: Einige Bildungsgewerkschaften und Gewerkschaftsjugenden unterstützen die Anliegen der streikenden Jugendlichen oder solidarisieren sich offen mit ihnen. Dazu gehört beispielsweise die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) – teils mit regionalen Gliederungen wie der GEW Berlin –, die sich kritisch gegenüber Pflichtdiensten positioniert, sowie Gliederungen der DGB-Jugend und der ver.di-Jugend bei lokalen Kundgebungen.
  • Die Friedensbewegung und zivilgesellschaftliche Initiativen: Klassische Organisationen der Friedensbewegung (wie der Bundesausschuss Friedensratschlag oder das Netzwerk Friedenskooperative) begleiten, unterstützen und vernetzen die Proteste, stellen Informationsmaterial bereit oder verknüpfen die Schülertage mit größeren, generationenübergreifenden Demonstrationstagen.
  • Schülervertretungen: Teilweise positionieren sich auch offizielle Gremien wie einzelne Landes- oder Stadtschülerausschüsse (oder Landesschüler*innenvertretungen wie in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz) unterstützend oder solidarisch zu den Debatten um die Mitbestimmung junger Menschen in dieser Frage.

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Welche konkreten Forderungen stellen die Initiatoren der Schulstreiks neben der Ablehnung der Wehrpflicht noch?

Neben der strikten Ablehnung der Wehrpflicht, möglicher Musterungen und der Erfassung von 18-Jährigen verbinden die Initiatoren der Schulstreiks ihre Proteste mit einer Reihe weiterer politischer und sozialer Forderungen.

Die zentralen Kernforderungen der streikenden Schülerkomitees umfassen:

  • „Schulen ohne Bundeswehr“: Die Initiativen fordern ein konsequentes Verbot von Bundeswehr-Präsentationen, Jugendoffizieren und Rekrutierungswerbung an Schulen. Sie versuchen dies unter anderem durch Unterschriftensammlungen, Schulhofkundgebungen oder Anträge in Schülervertretungen und Schulkonferenzen durchzusetzen.
  • Kritik an Rüstungsausgaben und Umverteilung: Ein oft gerlebtes Motto lautet „Geld für Bildung statt für Rüstung“. Die Jugendlichen kritisieren, dass Milliardenbeträge in die Aufrüstung und Rüstungskonzerne fließen, während gleichzeitig an Schulen (durch marode Gebäude, veraltetes Material, Unterrichtsausfall und gestrichene Projekte) gespart werde.
  • Verknüpfung mit sozialen Protesten: Die Proteste richten sich allgemein gegen soziale Kürzungen. Die Schüler schlagen eine Brücke zu den Arbeits- und Lebensperspektiven junger Menschen (wie niedrigen Ausbildungsvergütungen, steigenden Lebenshaltungskosten oder unsicheren Übernahmechancen nach der Ausbildung) und solidarisieren sich mit parallel laufenden Protesten von Gewerkschaften.
  • Demokratische Mitsprache: Kritisiert wird zudem, dass sicherheitspolitische Weichenstellungen und Gesetzesentwürfe (wie die Debatten um den Wehrdienst) über die Köpfe der jungen Generation hinweg entschieden werden, ohne dass diese adäquat einbezogen werden.

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Eine Demo gegen die Wehrpflicht mit Bannern
Wiki | Roy Zuo - CC BY-SA 4.0

Der Schulstreik vom 8. Mai 2026

Der letzte Streiktermin war am 8. Mai 2026 - dem Tag der Befreiung - lt. der Organisation "Schulstreik gegen Wehrpflicht".

Als Reaktion auf die anhaltende politische Debatte und aus Sicht der Initiativen unzureichende Zugeständnisse der Bundesregierung kündigten mehrere Aktionsbündnisse für den 8. Mai 2026 einen erneuten bundesweiten Aktionstag unter dem Motto „Nie wieder Wehrpflicht! Nie wieder Krieg!“ an. Das Datum wurde bewusst gewählt, da es historisch mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa verknüpft ist und von den Organisatoren symbolisch als Mahnung gegen Militarisierung und für eine friedensorientierte Sicherheitspolitik interpretiert wird.

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Hannes Kramer, ein Pressesprecher von „Schulstreik gegen Wehrpflicht“, betont dahingehend: „Wieso streiken? Boris Pistorius hat mit der Vorstellung der Militärstrategie klar gemacht, worum es hier geht. Es wird ein Krieg vorbereitet, für den über 460.000 junge Menschen im Schützengraben ihr Leben aufs Spiel setzen sollen. Was das bedeutet, hat uns der zweite Weltkrieg, der am 8. Mai vor 81. Jahren endete, gezeigt: Elend, Leid und Millionen Tote, während Unternehmen wie Krupp durch ihre Waffenlieferungen Rekordprofite einfuhren.“

Geplant sind wieder dezentrale Demonstrationen, Schulaktionen, Podiumsdiskussionen und digitale Kampagnen, die insbesondere junge Menschen ansprechen und den Protest breiter in die Gesellschaft tragen sollen. Inhaltlich richten sich die Aktionen weiterhin gegen verpflichtende Dienstmodelle, fordern mehr Transparenz in sicherheitspolitischen Entscheidungen und betonen Alternativen wie freiwilliges Engagement, zivile Krisenprävention und internationale Kooperation. Zugleich soll der Aktionstag den Druck auf politische Entscheidungsträger erhöhen, vor möglichen Gesetzesinitiativen stärker den gesellschaftlichen Dialog zu suchen und unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen.

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Ein Plakat bei der Demo am Potsdamer Platz Berlin, 5. März 2026
Flickr | Regine Ratke / IPPNW - CC BY-NC-SA 4.0

Der Schulstreik vom 5. März 2026

Bereits am 5. März 2026 war in vielen deutschen Städten erneut ein bundesweiter Schulstreik gegen die drohende Wiedereinführung der Wehrpflicht — als Teil eines von Schüler*innen initiierten Aktionstags. Organisatoren waren vor allem das Schüler Bündnis "Schulstreik gegen Wehrpflicht". Ziel war es den politischen Druck gegen die Wehrdienst-Pläne aufrechtzuerhalten.

In den Wochen rund um den Streik beteiligten sich zehntausende Schüler sowie Studierende in zahlreichen Städten an Demonstrationen, Kundgebungen und Diskussionsformaten. Neben Kritik an einer möglichen Wiedereinführung oder Ausweitung von Dienstpflichten rückten dabei auch Fragen nach sozialer Gerechtigkeit, individueller Freiheit und der Ausgestaltung moderner Sicherheitskonzepte stärker in den Fokus.

Allein in Berlin versammelten sich mehrere tausend Teilnehmende am Brandenburger Tor, wo Redebeiträge, Plakate und Sprechchöre die Ablehnung eines verpflichtenden Wehrdienstes deutlich machten. Die Aktionen waren bewusst sichtbar und öffentlichkeitswirksam gestaltet, um möglichst viel mediale Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Neben klassischen Demonstrationszügen fanden am 5. März auch vielfältige Protestformen statt. Dazu gehörten Sitzstreiks vor Schulen, symbolische „Unterrichtsboykotte“ oder spontane Diskussionsrunden auf öffentlichen Plätzen. In einigen Städten organisierten lokale Gruppen zusätzlich Informationsveranstaltungen und offene Mikrofone, bei denen Schüler ihre Perspektiven schildern konnten. Besonders auffällig war die starke Vernetzung über soziale Medien, über die Treffpunkte, Routen und kurzfristige Aktionen koordiniert wurden. Schätzungen zufolge beteiligten sich bundesweit zehntausende junge Menschen.

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Eine Demo junger Menschen gegen die Wehrpflicht mit Bannern und Fahnen
Flickr | Matthias Berg - CC BY-NC-ND 2.0

Der Schulstreik vom 5. Dezember 2025

Am 5. Dezember 2025 wurde im Bundestag das neue Wehrdienst-Gesetz verabschiedet. Hiergegen regte sich ein breiter Widerstand der betroffenen Jugendlichen und von Friedensgruppen.

Organisatoren waren und sind vor allem das Schülerbündnis "Schulstreik gegen Wehrpflicht", "Nein zur Wehrpflicht" (linke Jugendverbände) verschiedene Jugend- und Schülergruppen zum Beispiel Ortsverbände der Falken, viele lokale Schülerinitiativen und lose Netzwerke auf Social-Media-Kanälen. - Unterstützt werden sie von traditionellen Friedensgruppen wie dem Bundesausschuss Friedensratschlag, der auf seinem Kongress in Kassel den Aktionstag ebenfalls beschlossen hat, der DFG-VK und dem Netzwerk Friedenskooperative.

Und hier ist unsere Pressemitteilung vom 01.12.25 - Plattform und Ratgeber zum Schulstreik ...

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Die Entscheidung, den ersten Aktionstag am 5. Dezember 2025 als Datum zu wählen ging vom Jugend-Bündnis "Nein zur Wehrpflicht" aus und wurde vom Friedensratschlag in Kassel auf einem Treffen mit rund 500 Aktiven und Jugendvertretern unterstützt. Das Bündnis nannte den Termin explizit einen „Aktionstag gegen eine Wehrpflicht und die Militarisierung der Gesellschaft“.

Das Bündnis warnt vor einer zunehmenden Militarisierung der Gesellschaft und sieht in der Debatte um den Wehrdienst nicht nur eine sicherheitspolitische, sondern vor allem eine gesellschaftspolitische Richtungsentscheidung. Während die allgemeine Wehrpflicht in Deutschland seit 2011 ausgesetzt war, soll sie ab Juli 2027 in einer neuen Form wieder eingeführt werden: Alle jungen Männer ab Jahrgang 2008 werden dann verpflichtend gemustert, Frauen können sich freiwillig melden. Auf Basis eines Fragebogens und ärztlicher Untersuchungen entscheidet die Bundeswehr, wer tatsächlich eingezogen wird. Zunächst bleibt der Dienst freiwillig, bei Personalmangel ist jedoch eine verpflichtende Einberufung vorgesehen.

Nein zum Wehrdienstgesetz. Protest vor dem Bundesverteidigungsministerium in Berlin, 27.08.2025
Flickr | IPPNW Deutschland - CC BY-NC-SA 4.0

Der Friedensratschlag sieht darin einen Versuch, „Deutschland kriegstüchtig statt friedensfähig zu machen“. Die Aktionstage sollen daher ein deutliches Zeichen setzen, dass junge Menschen diese Entwicklung nicht widerstandslos hinnehmen wollen. Am 5. Dezember 2025 waren bereits in zahlreichen Städten Schulstreiks, Demonstrationen, Info-Stände und kreative Protestaktionen. Besonders in Freiburg, Potsdam, Berlin, Kassel, Leipzig und Halle mobilisierten Jugendringe und Friedensgruppen dazu, den Unterricht zu bestreiken und sich an öffentlichen Kundgebungen zu beteiligen.

So riefen Schüler aus Potsdam dazu auf "nicht stumm zuzuschauen, wie wir und unsere Freunde per Los zum Töten und Sterben gezwungen werden“ und forderten, dass Bildungseinrichtungen Orte des Friedens bleiben und nicht zu Rekrutierungsfeldern werden. Online kursierten Hashtags und Aufrufvideos, mit denen zur Teilnahme am Streik mobilisiert wird.

Die Organisatoren betonen, dass es sich um zivilgesellschaftliche Protesttage handelt – friedlich, basisdemokratisch und jugendpolitisch motiviert. Ziel ist, die öffentliche Debatte über Pflichtdienste, Militarisierung und soziale Gerechtigkeit neu anzustoßen. Es wird argumentiert, dass die Wehrpflicht als Pflichtdienst – ob militärisch oder zivil – junge Menschen in ihrer freien Lebensplanung beschränkt, ungleiche soziale Belastungen erzeugt und kaum zur modernen Verteidigungsfähigkeit beiträgt. Statt kurzfristiger Pflichtdienste brauche es langfristige Investitionen in Bildung, Frieden und Diplomatie.

Der Aktionstag am 5. Dezember 2025 galt als Testfall für die Mobilisierungsfähigkeit der Friedensbewegung und die politische Stimme der Jugend in sicherheitspolitischen Fragen. Sollten sich – wie erhofft – viele Tausend Schüler bundesweit beteiligen, könnte das Signal weit über den Tag hinausreichen: gegen eine Militarisierung des Alltags, für eine demokratische Friedenskultur und gegen die Vorstellung, Sicherheit ließe sich nur durch Militär und Zwangsdienste erreichen.

In mehr als 80–90 Städten streikten und protestierten Schüler, wobei Angaben über die Teilnehmerzahlen bundesweit zwischen rund 40.000 und mehr als 55.000 lag; in Berlin versammelten sich etwa 3.000, in Potsdam rund 1.000 sowie mehrere Hundert bis Tausend in weiteren Städten wie Köln oder Dortmund – und auch in kleineren Orten fanden Kundgebungen statt. Doch eine politische Reaktion fiel aus - die Bundesregierung führt ihre Wehrpflicht-Pläne ohne Einschränkungen oder Änderungen weiter.

Autor: Maximilian Stark 11.11.25, letztes Update: 17.09.26 lizenziert unter CC BY-SA 4.0

Tipp: WIR GEHEN NICHT | Die Schulstreik-DOKU

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