Grundsicherung
➡️ Grundsicherung für Senioren in Deutschland
Als Grundsicherung allgemein wird in Deutschland eine aus Steuergeldern finanzierte Sozialleistung bezeichnet, die es den Leistungsberechtigten ermöglichen soll, ein Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht.
Vielen Rentner kennen ihre Rechte nicht bzw. schämen sich, darauf Anspruch zu erheben. So bekommt nur 1 von 4 berechtigten Frauen mit kleiner Rente eine Grundsicherung! - C. Butterwegge
Das Sozialgesetzbuch (SGB) unterscheidet zwischen der Grundsicherung für arbeitssuchende Personen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II - Bürgergeld) und der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (§ 1 Satz 1, §§ 41 bis 46b SGB XII - Sozialhilfe).
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Die Grundsicherung für Senioren in Deutschland dient dazu, älteren Menschen ein würdevolles Leben zu ermöglichen, auch wenn die Rente nicht ausreicht. Wer über 65 Jahre alt ist und nur eine geringe Rente bezieht, kann diese Unterstützung beantragen. Dabei wird das Einkommen und Vermögen geprüft, um festzustellen, ob ein Anspruch besteht.
Es ist wichtig zu wissen, dass die Grundsicherung keine Almosen sind, sondern ein Recht. Sie sorgt dafür, dass niemand im Alter in Armut leben muss. Die Beantragung erfolgt beim zuständigen Sozialamt und kann eine echte Hilfe sein, um den Alltag finanziell zu meistern. Dabei werden nicht nur die Kosten für den Lebensunterhalt berücksichtigt, sondern auch für Unterkunft und Heizung.
Wichtig ist auch, dass Kinder oder Enkel in der Regel nicht für die Grundsicherung der Eltern oder Großeltern aufkommen müssen. Nur bei einem sehr hohen Einkommen wird geprüft, ob eine Unterhaltspflicht besteht. Die Grundsicherung ist somit ein wichtiger Bestandteil des sozialen Netzes, das es ermöglicht, dass alle Generationen in Würde leben können.
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Rund 1,26 Millionen Menschen bezogen im Dezember 2024 Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII). Das waren rund 49 000 Personen beziehungsweise 4,1 Prozent mehr als im Dezember 2023. Diese Entwicklung macht deutlich, dass Altersarmut und dauerhafte Erwerbsminderung zunehmend gesellschaftliche Realität sind.
Leistungsberechtigt sind Erwachsene, die dauerhaft voll erwerbsgemindert sind oder die Altersgrenze nach § 41 Absatz 2 erreicht haben und ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenem Einkommen und Vermögen bestreiten können – oft trotz lebenslanger Erwerbsbiografie. Die Reform der Grundsicherung ab 2026 steht daher vor der zentralen Herausforderung, nicht nur Leistungen neu zu ordnen, sondern das Vertrauen der Betroffenen in ein gerechtes und verlässliches Sicherungssystem zurückzugewinnen.
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Inwiefern betrifft die neue Grundsicherung ab Juli 2026 auch die Senioren?
Die ➡️ neue Grundsicherung, die das Bürgergeld ab dem 1. Juli 2026 ersetzen soll, betrifft auch die Grundsicherung für Senioren (SGB XII), da die Regelsätze für Sozialleistungen generell stagnieren, was bedeutet, dass auch die Grundsicherung im Alter (563 € für Alleinstehende) vorerst unverändert bleibt, während die Reform vor allem strengere Mitwirkungspflichten und Kürzungsmöglichkeiten für Erwerbsfähige bringt, aber auch Auswirkungen auf ältere Empfänger hat, die aufstockende Leistungen erhalten.
Was ändert sich für die Grundsicherung im Alter (SGB XII)?
- Regelsätze: Die Regelsätze bleiben 2026 unverändert. Alleinstehende Senioren erhalten weiterhin 563 € monatlich (Regelbedarfsstufe 1), Paare 506 € (Stufe 2).
- Hintergrund: Obwohl die Reform primär das Bürgergeld (für Arbeitsuchende) betrifft, bleiben die Sozialhilfe-Regelsätze (SGB XII) oft gekoppelt und werden nicht angehoben, was für bedürftige Rentnerinnen und Rentner eine "Nullrunde" bedeutet, da sie mit steigenden Kosten konfrontiert sind.
- Verschärfung: Die neue Grundsicherung, auch Grundsicherungsgeld genannt, bringt auch für Senioren potenziell strengere Regeln bei der Mitwirkung und Sanktionen bei Nichterfüllung von Pflichten mit sich, obwohl sie vorrangig erwerbsfähige Personen anspricht.
Fazit: Auch wenn die Rentnerinnen und Rentner nicht direkt im Fokus der Bürgergeld-Reform stehen, bleiben ihre Regelsätze konstant, während sich die rechtlichen Rahmenbedingungen der Grundsicherung insgesamt ändern und auch für sie spürbare Auswirkungen haben können, insbesondere durch die Kopplung an die stagnierenden Regelsätze.
Autor: Dr. Norbert Stute, z.T. mithilfe von ChatGPT 4.0, Datum: 11.01.26, lizenziert unter CC BY-SA 4.0
- Grundsicherung - Wikipedia
- Grundsicherung - Deutsche Rentenversicherung
- Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (Deutschland) - Wikipedia
- Grundversorgung (Österreich) - Wikipedia
- Ausschluss des Anspruchs auf Grundsicherung (D) - Wikipedia
- Sozialgesetzbuch (SGB): 12. Buch (XII) - Deutschland
- Vorschriften zum SGB XII - Regelbedarfsstufen
- Bedarfsorientierte Mindestsicherung (Österreich)
- Sozialhilfe und Mindestsicherung in Österreich: Leistungen - Sozialministerium
- Soziale Absicherung im Alter - Sozialleistungen
- Beihilfe für Senioren - Ganz-Wien
- Sozialhilfe (Österreich) - Wikipedia
- Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung Wiipedia
- Sozialberatung der Stadtdiakonie Wien
- Grundsicherung im Alter - BMAS