Die Flagge der NATO
Wiki | Santeri Iltanen - Creative Commons Attribution 2.0

»Joint Air Power Competence Centre« (JAPCC) - Kalkar

Wissenswerte Infos über das NATO-Kompetenzzentrum JAPCC am Niederrhein – Think Tank für die Koordination der Luft- und Weltraumstreitkräfte

Die Flagge der NATO
Wiki | Santeri Iltanen - Creative Commons Attribution 2.0

➡️ JAPCC Ratgeber - Joint Air and Space Power Competence Centre

Das JAPCC (Joint Air Power Competence Centre) ist ein von der NATO akkreditiertes multinationales Kompetenzzentrum in Kalkar am Niederrhein. Es fungiert als strategischer "Think Tank" der NATO, um den streitkräfteübergreifenden Einsatz von Luft- und Weltraumstreitkräften weiterzuentwickeln und zukunftsweisende Konzepte zu erarbeiten. Die Friedensbewegung übt scharfe Kritik am JAPCC in Kalkar und stuft die Einrichtung als „Denkfabrik für die Kriegführung im 21. Jahrhundert“ ein. Die Proteste richten sich primär gegen die dort entwickelten Militärstrategien und die mangelnde Transparenz der Institution.

Hier geht des direkt zu unseren Links zum ➡️ JAPCC in Kalkar

*****

Appell, Tagung und Demonstration für die Neuauflage der Entspannungspolitik

Die Spannungen im Zusammenhang mit der Kriegstüchtigkeit gehen immer wieder bis an die Möglichkeit, dass in unserem Land ein Krieg noch vor Ende des Jahrzehnts tobt.

In Essen kommen vom 22. bis 25. September 2026 hunderte Führungskräfte der NATO, der Militärpolitik und der Strategieforschung mit allen großen Kriegswaffenherstellern der wichtigsten Nato-Länder zusammen.

Essen, einst für die Nazis die Waffenschmiede des Reiches wird nach einem Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung -WAZ- zur ›zentralen Plattform der Rüstung‹. Zitat: „Mit der neuen ›Euro Defence Expo‹ schwingt Essen sich zum deutschen Marktführer bei der Verteidigungstechnik auf. ›Security‹ leistete Vorarbeit.“ (WAZ, 11.10.24)

Zwei Messen der zivilmilitärischen Industrie (Eurodefense und Security) finden vom 22. bis 25. September vernetzt mit der Konferenz der Strategie- Schmiede der Nato-Luftwaffe -Joint Air and Space Power Competence Centre (JAPCC) zur Veränderung der Schlachtfelder im Hightech-Krieg statt. Austragungsorte sind die Messehallen und die Grugahalle. Die Strategiekonferenz tagt nach 2025 zum zweiten Mal in der für Großveranstaltungen ausgelegten Grugahalle.

Das Magazin GIT für ›Entscheider und Führungskräfte in Sachen Sicherheit‹ begrüßte am 26.03.2025 die Essener Planungen mit diesen Worten:

Im „September 2026 wird die Euro Defence Expo (Eudex) ihre Premiere in der Messe Essen begehen – gleichzeitig mit der jährlichen Konferenz des NATO ...-JAPCC sowie der Security Essen …. Während die NATO-Veranstaltung hochrangige Militärvertreter aus den 32 Mitgliedsnationen versammelt, präsentiert die neue Verteidigungsmesse innovative Technologien, …. Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Messe Essen: ‚Angesichts der aktuellen Bedrohungslage … haben wir aus … ein einzigartiges, hochspannendes Messeformat aus militärischer und ziviler Leistungsschau plus begleitender Konferenz entwickelt..‘…
Dieses Konzept … integriert … jegliche Bedrohung … – von hybriden … über Cyber-Attacken bis hin zur offenen militärischen Konfrontation.“ Die Militärlobby vermeidet üblicherweise den Begriff ‚Krieg‘, außer B.Pistorius entlehnt den Begriff ‚Kriegstüchtigkeit‘ von Goebbels, auf den auch O.Scholz‘ Begriff der ‚Zeitenwende‘ zurückgeht. Das ändert nichts daran, dass sie auf den Ernstfall, besser gesagt, auf den Krieg hinarbeiten.

___________________________________________________________

Grafik mit der Aufschrift: "Ihr übt Krieg. Wir üben Frieden." Ein Stop Schild über dem Militär Symbol "Defender Europe" rechts davon. Hintergrund: Tarnfarben der Bundeswehr.
FriedensForum 6/20

Die Friedensbewegung organisiert den Protest dagegen mit einer Friedenstagung am 19. September und einer Friedensdemonstration am 20. September – beides in Essen. Informationen werden auf die Webseite des Essener Friedensforums hochgeladen.

Sie wenden sich gegen die Planung einer »offen militärische Konfrontation«, also des Dritten Weltkrieges, der in Europa mindestens drei Atommächte, nämlich Frankreich, Groß Britannien und Russland mit einbezieht.

Hinzu kommen die US-Arsenale im Zusammenhang mit der Nato-Strategie Die Planer gehen sehenden Auges über die Linie, die das Risiko der Auslöschung nicht nur der europäischen Zivilisation markiert. Sie verfolgen eine Strategie, sich auch die Eröffnung des Atomkrieges vorzubehalten: Die NATO wird „nicht von ihrem nach wie vor gültigen Konzept des ‚First Use‘ abweichen… eine nukleare Eskalation (ist) auch dann zu erwägen, wenn der Gegner noch keine eigenen Kernwaffen eingesetzt hat.“

Nach vielen Kräftevergleichen des Schwedischen Friedensforschungsinstituts SIPRI, Greenpeace, attac und anderen Forschern ist das ein Propaganda-Narrativ, das keiner Überprüfung Stand hält. Die sogenannte ›Sicherheitspolitik‹ der Kriegstüchtigkeit-Propagandisten veranlasst Friedenskräfte immer wieder zu Protesten, zu Aktionen und darunter auch Appellen oder Petitionen an die Bundesregierung.

__________________________________________________________________________

Auf der Petitionswebsite change.org ist ein bereits viel beachteter Appell an die Bundesregierung und an das Parlament erschienen, auf den es Wert ist, hinzuweisen:

Abrüstung JETZT!

„Die Ankündigung des US-Präsidenten, keine neuen Marschflugkörper in Deutschland zu stationieren, ist die Chance für einen Politikwechsel, der gegenwärtige Phase der Rüstungseskalation beendet.

Dazu erwarten wir, dass Deutschland umgehend eine Initiative für internationale Abrüstungs- und Rüstungskontrollverhandlungen unter dem Dach der UN ergreift. Der Versuch, mit europäischen Partnern neue Mittelstreckenwaffen zu entwickeln, ist dagegen keine Lösung. Er führt direkt in eine weitere Eskalationsspirale, die gestoppt werden muss. Damit steigt auch die Gefahr eines Atomkriegs. Hyperschallraketen sind Erstschlagswaffen. Sie können in 10 Minuten Atomwaffenstandorte treffen. Umgekehrt gilt dies auch für russische Hyperschallraketen. Die Standorte in den USA sind für diese allerdings nicht erreichbar, ein Erstschlag wäre damit nicht zu führen.

Rüstungskontrollverträge, direkte Kommunikationskanäle und verlässliche Vereinbarungen reduzieren das Risiko eines unbeabsichtigten Atomkriegs erheblich.

Wenn die Bundesregierung in der jetzigen Situation anbietet, auf die Stationierung bzw. die Entwicklung von Mittelstreckenwaffen zu verzichten, bedingt das zeitgleich die Aufforderung an Russland, im Gegenzug seine Iskander-M-Raketen aus Belarus und Kaliningrad zurückzuziehen.

Der Anspruch, militärische Führungsmacht zu werden, ist völlig fehl am Platz und ein Schlag ins Gesicht der Opfer zweier Weltkriege

Wenn Deutschland die Rolle einer Führungsmacht anstrebt, muss dies – als Schlussfolgerung der deutschen Geschichte – eine Führungsmacht für eine friedliche internationale Zusammenarbeit werden. Diplomatische Fähigkeiten wie z.B. der Krisenprävention können zusammen mit Österreich und der Schweiz entwickelt werden. Statt einer Wehrpflicht erwarten wir eine deutliche Ausweitung der Angebote an Jugendliche in diesem Bereich für ein Soziales Jahr.

Vorrangig ist die Nukleare Abrüstung anzugehen, hier drohen die größten Gefahren.

Wir erwarten, dass die Bundesregierung den Atomwaffenverbotsvertrag der UNO konsequent unterstützt und umsetzt, auch durch die Aufkündigung der so genannten ›Nuklearen Teilhabe‹.

Wir fordern Initiativen, um Verhandlungen über die von den USA und Russland aufgekündigten Abrüstungsverträge erneut anzustoßen, diese zu aktualisieren und zu erneuern. Hierbei sind alle nuklearen und konventionellen Waffensysteme zu erfassen, abzurüsten und zu kontrollieren. Dies betrifft in einem ersten Schritt die USA, Russland, die über die größten nuklearen Arsenale verfügen, und in einem zweiten Schritt China. Der von diesen ratifizierte NVV verpflichtet die Atommächte zur Abrüstung! Die „nicht offiziellen Atommächte“ sind nachdrücklich aufzufordern, ihre Atomwaffen abzugeben. Ein atomwaffenfreier Naher Osten, ein atomwaffenfreies Korea und ein atomwaffenfreier Indischer Subkontinent sind die Ziele.

Alle UN-Staaten sind in den weiteren Abrüstungsprozess in gegenseitiger Abstimmung einzubeziehen. Eine 10%-Kürzung aller Rüstungsetats wäre ein erster sinnvoller und machbarer Schritt. Die aus einer Weiterentwicklung der Entspannungspolitik Willy Brandts resultierende Friedensdividende ist für den Kampf gegen die hereinbrechende Klimakrise, gegen den Welthunger und für soziale Gerechtigkeit einzusetzen.“

Die Liste der Erstunterzeichner/innen umfasst neben Vertreter:innen der IPPNW, der Initiative Sicherheit neu denken, des Erhard-Eppler-Kreises, des Internationalen Versöhnungsbundes, des IFGK und weiterer Spektren der Friedensbewegung, der Linken, vom BSW, aus der SPD und der Alternativen Grünen, unter anderem Prof. Dr. Karl Hans Bläsius, Informatiker, Prof. Dr. Peter Brandt, Historiker und Publizist, Prof. Dr. Claudia Brunner vom Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung Uni Klagenfurt, Prof. Dr. Christoph Butterwegge, Armuts- und Reichtumsforscher, die Theologin Dr. Margot Käßmann, Dr. Hans-J. Misselwitz, Staatssekretär a.D., Michael Hans Müller, Parl. Staatssekretär a.D. im BMU, Prof. Dr. Jürgen Scheffran, Universität Hamburg, EMMA-Herausgeberin und Autorin Alice Schwarzer, Prof. em. Dr. Eva Senghaas-Knobloch vom Forschungszentrum Nachhaltigkeit Universität Bremen, Prof. Dr. Johannes Varwick, Internationale Beziehungen und europäische Politik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Peter Vonnahme, Richter am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof i. R. sowie Dr. Theodor Ziegler vom Ökumenisches Institut für Friedenstheologie; die gesamte Liste der Erstunterzeichner/innen umfasst insgesamt fünfzig teils weithin renommierte Persönlichkeiten, von denen hier nur ein Teil beispielhaft erwähnt ist.

Hier besteht die Möglichkeit, den Text mit deiner Unterschrift zu unterstützen: change.org

Autor: Bernhard Trautvetter, 03.06.26 lizenziert unter CC BY-SA 4.0

Weitere Informationen zum JAPCC findest du unten ⬇️

_______________________________________________________________________

Was ist das JAPCC der NATO in Kalkar?

Das JAPCC (Joint Air Power Competence Centre) ist ein von der NATO akkreditiertes multinationales Kompetenzzentrum in Kalkar am Niederrhein. Es fungiert als strategischer "Think Tank" der NATO, um den streitkräfteübergreifenden Einsatz von Luft- und Weltraumstreitkräften weiterzuentwickeln und zukunftsweisende Konzepte zu erarbeiten.

Kernfakten zum JAPCC:

  • Gründung: Auf Initiative Deutschlands wurde das Zentrum im Jahr 2005 aufgestellt.
  • Träger: Es wird von 15 NATO-Nationen (unter deutscher Führung) finanziert und durch erfahrene Fachexperten aus allen Teilstreitkräften unterstützt.
  • Hauptsitz: Die Einrichtung befindet sich in der Von-Seydlitz-Kaserne in Kalkar.
  • Aufgaben: Das JAPCC berät NATO-Entscheidungsträger, erstellt Publikationen sowie ein eigenes Journal, und veranstaltet jährlich Konferenzen (wie die Air and Space Power Conference), um Innovationen in der Luft- und Weltraumkriegsführung voranzutreiben.

Weitere wichtige Details und offizielle Ressourcen:

  • Offizielle Homepage: Erkunden Sie die genauen Ziele und Projekte auf der offiziellen Joint Air Power Competence Centre Website.
  • Hintergrundwissen (Wikipedia): Einen kompakten Überblick zur Entstehung und Geschichte bietet der Wikipedia-Eintrag zum JAPCC.
  • Nationale Einordnung: Die deutsche Gesellschaft für Sicherheitspolitik berichtet detailliert über die sicherheitspolitische Rolle des Zentrums in ihrem Beitrag zum JAPCC der NATO.

    *****

Kritik der Friedensbewegung am JAPCC

Die Friedensbewegung übt scharfe Kritik am JAPCC in Kalkar und stuft die Einrichtung als „Denkfabrik für die Kriegführung im 21. Jahrhundert“ ein. Die Proteste richten sich primär gegen die dort entwickelten Militärstrategien und die mangelnde Transparenz der Institution.

Die zentralen Kritikpunkte der Friedensbewegung umfassen:

  • Planung von Offensiv- und Hightech-Kriegen: Aktivisten kritisieren, dass das JAPCC strategische Konzepte für den kombinierten Einsatz von Luft-, Cyber- und Weltraumwaffen entwirft, die globale Konflikte anheizen.
  • Mangelnde Transparenz: Es wird bemängelt, dass wichtige Fachkonferenzen (wie die jährlichen Fachtagungen) abseits der breiten Öffentlichkeit und mit geringem Medienecho stattfinden, wodurch eine demokratische Kontrolle erschwert wird.
  • Nähe zur Rüstungsindustrie: Das Netzwerk kritisiert die enge Vernetzung von NATO-Militärs, Rüstungsunternehmen und politischen Entscheidungsträgern bei den Planungen des Zentrums.
  • Legitimation von Gewaltpolitik: Dem Zentrum wird vorgeworfen, über Publikationen vereinfachte Freund-Feind-Narrative und Kriegspropaganda zu verbreiten, um militärische Interventionen in der Öffentlichkeit zu rechtfertigen.
Aktionen und Protestformen:

Regelmäßig – oft im Umfeld des Weltfriedenstages oder des 3. Oktobers – organisieren Gruppen wie das Netzwerk Friedenskooperative Kundgebungen direkt vor der Kaserne in Kalkar sowie Proteste an wechselnden Tagungsorten des JAPCC. Aktivisten fordern dabei die Auflösung des Zentrums und eine Neuausrichtung hin zu ziviler Konfliktlösung. Einen tieferen Einblick in die antimilitaristische Perspektive bietet beispielsweise die Analyse der Informationsstelle Militarisierung (IMI) zu den JAPCC-Publikationen.

Autor: Google Gemini, editiert von Norbert Stute. Datum: 13.06.26

Weitere Informationen zum JAPCC findest du unten ⬇️