Foto: Daniel Novotny

Ernst Fürlinger (A)

Ernst Fürlinger im Porträt: Erfahre, was unsere Demokratie jetzt braucht und wie der Wissenschaftler an der Uni Krems politische Bildung stärkt. Mehr lesen!

Ernst Fürlinger - Ein lächelnder älterer Mann mit Glatze und roten Brillengestellen trägt einen gestreiften Pullover. Im Hintergrund sind Treppen sichtbar.
Foto: Daniel Novotny

Wer ist Dr. Ernst Fürlinger?

PD Mag. Dr. theol. Ernst Fürlinger ist ein österreichischer katholischer Fachtheologe, Religionswissenschaftler und Publizist. Er lehrt und forscht an der Universität für Weiterbildung Krems (Donau-Universität Krems).

Hier sind die wichtigsten Eckdaten zu seiner Person und seiner Arbeit:

Forschungsschwerpunkte & aktuelle Tätigkeit

  • Nachhaltigkeit und Klimaschutz: Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der interfakultären Plattform für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) an der Universität Krems. Ein Fokus liegt dabei auf ökologischer Transformation (z. B. als Projektleiter des „Österreichischen Transformationsforums“). Zudem ist er seit 2025 Vorsitzender der Auswahljury des internationalen Wissenschaftspreises Courageous Scientists Award for Environmental and Climate Justice.
  • Interreligiöser Dialog: Ein zentrales Thema seiner Arbeit ist der Dialog zwischen den Religionen. Er hat viel zur Haltung von Papst Franziskus bezüglich interreligiöser Begegnungen publiziert.
  • Islam in Österreich: Fürlinger habilitierte sich an der Universität Wien mit einer Arbeit über Moscheebaukonflikte in Österreich und forschte intensiv über religiösen Pluralismus und muslimische Vielfalt (insbesondere in Niederösterreich).

Akademischer Hintergrund

  • Studium & Promotion: Er studierte Katholische Fachtheologie in Salzburg und absolvierte sein Doktoratsstudium der Religionswissenschaft an der Universität Wien.
  • Habilitation: 2013 erhielt er die Venia Docendi (Lehrbefugnis) für das Fach Religionswissenschaft.

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Wie ist die Arbeit von Ernst Fürlinger am ehesten einzuordnen?

Die Arbeit des österreichischen Wissenschaftlers Ernst Fürlinger lässt sich am ehesten an der Schnittstelle von katholischer Theologie, Religionswissenschaft, interreligiösem Dialog und Klimaethik einordnen.

Seine akademische und praktische Laufbahn teilt sich im Wesentlichen in zwei große, miteinander verknüpfte Schwerpunkte:

1. Interreligiöser Dialog und Religionswissenschaft

Über viele Jahre hinweg konzentrierte sich Fürlinger auf das Zusammenleben und den Austausch zwischen verschiedenen Religionen. Seine Arbeit zeichnet sich hier durch eine Kombination aus theoretischer Forschung und gesellschaftspolitischer Relevanz aus:

  • Fokus Islam in Österreich: Ein zentraler Meilenstein seiner Arbeit war seine Habilitation über Moscheebaukonflikte in Österreich, in der er sich intensiv mit der Politik des religiösen Raums auseinandersetzte.
  • Indische Traditionen: Er verbrachte mehrere Jahre zu Forschungszwecken in Nordindien, lernte Sanskrit und forschte intensiv zum nichtdualistischen kaschmirischen Shivaismus sowie zum hinduistisch-christlichen Dialog.
  • Veröffentlichungen: In seinen Publikationen, wie dem Buch „Handwerker der Hoffnung“ (2023), beleuchtet er die Rolle des Papstes und der Kirche im interreligiösen Dialog als Werkzeug für Frieden und soziale Gerechtigkeit.

2. Sozial-ökologische Transformation und Klimaethik

In seiner neueren Arbeit (insbesondere seit seinem Wechsel zur Plattform für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) an der Universität für Weiterbildung Krems im Jahr 2020) hat sich sein Schwerpunkt hin zur Ökologie verschoben:

  • Klimagerechtigkeit: Er verbindet ethisch-theologische Grundsätze mit den drängenden Fragen der Klimakrise. Dabei leitet er Seminarreihen wie „Klimagerechtigkeit: Ethische Reflexion und transformatives Handeln“.
  • Gesellschaftlicher Wandel: Als Projektleiter des „Österreichischen Transformationsforums“ widmet er sich der Frage, wie der Übergang zu einer nachhaltigen, post-fossilen Gesellschaft gelingen kann.

Zusammenfassend ist Ernst Fürlinger ein transdisziplinärer Brückenbauer, der religiöse, spirituelle und ethische Fragen nutzt, um hochaktuelle gesellschaftliche Konflikte – von Migrations- und Integrationsfragen bis hin zur globalen Klimakrise – wissenschaftlich zu analysieren und praktische Lösungswege aufzuzeigen.

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Wofür engagiert sich Ernst Fürlinger?

Ernst Fürlinger engagiert sich insbesondere für zwei große Herzensthemen, die in seiner Arbeit und seinen Publikationen immer wieder im Mittelpunkt stehen:

1. Klimaschutz und sozial-ökologische Transformation

Ein zentrales Anliegen ist ihm das Aufhalten der Klimakrise und die Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs). Er brennt dafür, wissenschaftliche Erkenntnisse in konkretes Handeln zu übersetzen. Das zeigt sich unter anderem in seiner Leitung des Österreichischen Transformationsforums an der Universität Krems und seiner Arbeit für Umwelt- und Klimagerechtigkeit. Er setzt sich stark dafür ein, wie Gesellschaft, Politik und auch Religionsgemeinschaften gemeinsam den Wandel hin zu einer nachhaltigen Zukunft gestalten können.

2. Interreligiöser Dialog und gesellschaftlicher Zusammenhalt

Ein weiteres großes Herzensprojekt ist die Verständigung zwischen verschiedenen Religionen und Kulturen. Fürlinger setzt sich intensiv für ein friedliches Zusammenleben, gegenseitigen Respekt und den Abbau von Vorurteilen ein – insbesondere im Kontext des Islams in Österreich. Er erforscht und fördert den Dialog auf Augenhöhe und beleuchtet oft, wie Religionen als Brückenbauer in einer pluralistischen Gesellschaft dienen können.

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Was ist das Österreichische Transformationsforum?

Das Österreichische Transformationsforum (Zivilgesellschaftliche Kooperation für den sozial-ökologischen Wandel) wurde von Ernst Fürlinger initiiert und ist ein echter Meilenstein für die österreichische Nachhaltigkeitsszene. Es wurde im November 2024 sogar mit dem renommierten Sustainability Award in Gold ausgezeichnet.

Das Projekt zeichnet sich durch folgende Kernaspekte aus:

Das Ziel: Raus aus der „Nachhaltigkeitsblase“

Das Forum wurde von der Plattform für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Universität für Weiterbildung Krems ins Leben gerufen. Die Grundidee ist, dass der Staat und die Wirtschaft den sozial-ökologischen Wandel nicht alleine schaffen. Es braucht eine starke Zivilgesellschaft, die sich koordiniert. Das Forum fungiert dabei als überparteilicher, demokratischer Diskursraum, in dem Menschen auf Augenhöhe zusammenkommen, um konkrete Impulse für den Klimaschutz und die soziale Gerechtigkeit zu setzen.

Die Besonderheit: Eine enorme gesellschaftliche Breite

Das Besondere ist, dass hier nicht nur die typischen Umweltaktivisten am Tisch sitzen. Ernst Fürlinger hat es geschafft, ein extrem breites Bündnis aus über 110 Partnerorganisationen zusammenzubringen. Vertreten sind unter anderem:

  • Klima- und Umweltbewegungen (z. B. Fridays For Future, Klimavolksbegehren)
  • Große Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen (z. B. Rotes Kreuz, Feuerwehrverband, Caritas)
  • Interessensvertretungen & Wirtschaft (z. B. Arbeiterkammer, ÖGB, Landwirtschaftskammer)
  • Jugend-, Sport- und Kulturverbände (z. B. Pfadfinder, Landjugend, sogar der Blasmusikverband)
  • Religionsgemeinschaften

Entwicklung und Jahresthemen

Die Foren sind als intensive, mehrtägige Arbeitstreffen (keine reinen Vortragskonferenzen) konzipiert, die durch fortlaufende „Projektschmieden“ im Alltag verankert werden:

  • 1. Forum (März 2024): Fokus auf Vernetzung, dem Finden von Gemeinsamkeiten und dem Aufbau einer „Kultur der Verbundenheit“ gegen die gesellschaftliche Spaltung.
  • 2. Forum (Februar 2025): Schwerpunkt auf dem brennenden Thema Bodenschutz (Flächenfraß in Österreich) sowie der Aktivierung der Zivilgesellschaft auf regionaler Ebene.
  • 3. Forum (17. November 2026): Der Fokus liegt hier ganz zentral auf der Resilienz der liberalen Demokratie und der Zivilgesellschaft – basierend auf dem Verständnis, dass eine intakte Demokratie die absolute Grundvoraussetzung für echten Klimaschutz und Wandel ist. Uhrzeit: 09:30 bis 17:00 Uhr. Wo: Universität für Weiterbildung Krems (Campus Hall)

Autor: Dr. Norbert Stute mithilfe von Google Gemini. Gegengelesen von Dr. Ernst Fürlinger. Datum: 25.06.26, Update: 16.07.26

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➔ Handverlesene Quellen & Weiterführende Ressourcen: