Internationaler Tag der Kriegsdienstverweigerung - 15. Mai

Eine Infografik zum Tag der Kriegsdienstverweigerung
John | Better World Info

➡️ Internationaler Tag der Kriegsdienstverweigerung am 15. Mai – Sagen wir Nein zum Krieg!

Der Tag der Kriegsdienstverweigerung widmet sich jenen Menschen, die aus moralischen, ethischen, religiösen oder politischen Überzeugungen heraus den Einsatz in bewaffneten Konflikten und militärischen Strukturen verweigern. Er betont unser universelles Recht auf Frieden sowie individuelle Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit, wie es in den internationalen Menschenrechtsgesetzen festgelegt ist.

Diese jährliche Feier ehrt den Mut, den es erfordert, sich gegen Regierungen zu stellen, gegen Krieg zu protestieren und gewaltfreie Methoden zur Konfliktlösung zu fördern. Weltweit werden Friedensmahnwachen, öffentliche Demonstrationen und Seminare abgehalten, um das Bewusstsein für die friedenstiftende Rolle von Kriegsdienstverweigerern aus Gewissensgründen zu schärfen.

Weitere Informationen findest du in unseren Kategorien zu Kriegsdienstverweigerern nach Ländern, Deserteuren sowie in den zuverlässigen Ratgebern über Frieden, Militär und Konfliktregionen.

In diesem Jahr startet War Resisters‘ International die weltweite Aktionskampagne #RefuseWar. Sie macht auf die zunehmende Gefahr der Militarisierung in unseren Gesellschaften aufmerksam und zeigt sich solidarisch mit Kriegsdienstverweigerern weltweit.

Während der Ukraine-Krieg bereits in sein drittes Jahr geht, müssen wir den Schutz und das Recht auf Asyl für alle gewährleisten, die in Russland, Weißrussland und der Ukraine den Wehrdienst verweigern.

Der Krieg Israels gegen Gaza hat in letzter Zeit zu einem Anstieg der Kriegsdienstverweigerung junger Israelis geführt. Diejenigen, die sich für Frieden und das Zusammenleben mit den Palästinensern einsetzen, werden als Verweigerer oder Verräter bezeichnet und riskieren lange Haftstrafen. In einem Land, in dem die militärische Ausbildung weithin als Übergangsritual und Teil der nationalen Identität gilt, werden Pazifismus und Kriegswiderstand stark stigmatisiert.

„Krieg ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit!“ - Papst Franziskus

Dennoch sehen sich Pazifisten in vielen Ländern harten Strafen ausgesetzt, wenn sie sich weigern Waffen zu tragen. Angesichts einer wachsenden Anzahl von Menschen, die den Krieg ablehnen, ist internationale Unterstützung dringender denn je erforderlich. Wehrdienstverweigerern aus Gewissensgründen drohen Gefängnisstrafen, Diskriminierung und andere schwerwiegende Konsequenzen.

Deutschland und Südkorea gehen hier mit gutem Beispiel voran, indem sie das Recht auf Kriegsdienstverweigerung anerkennen und alternative Dienstformen wie den Zivildienst anbieten. Die unterschiedliche Behandlung von Kriegsdienstverweigerung wirft wichtige Fragen zu Menschenrechten und dem Gleichgewicht zwischen nationaler Sicherheit und individuellen Rechten auf, da es keinen allgemeingültigen Standard gibt.

 

Eine Demo der LINKEN gegen Krieg in Berlin
Flickr | Fraktion DIE LINKE - CC BY 2.0

Im Laufe der Geschichte haben die Prinzipien der Kriegsdienstverweigerung zahlreiche Bewegungen maßgeblich geprägt. Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs legten pazifistische Bewegungen, darunter namhafte Persönlichkeiten wie Mahatma Gandhi und Martin Luther King Jr., großen Wert auf gewaltlosen Widerstand und Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen.

Auch der Vietnamkrieg führte zu einem erheblichen Anstieg der Kriegsdienstverweigerung in den Vereinigten Staaten, was die öffentliche Meinung und die Politik in Bezug auf Militäreinberufungen beeinflusste. Diese Bewegungen hinterfragten nicht nur die Einstellung zum Krieg, sondern trugen auch zu umfassenderen sozialen und politischen Reformen bei.

Kriegsdienstverweigerung ist eine wirkungsvolle Form des Protests. Durch die Verweigerung des Militärdienstes können wir ein starkes politisches und moralisches Signal gegen Krieg, Militär und den Einsatz von Gewalt zur Friedenssicherung setzen. Aufsehenerregende Fälle dienen auch als Katalysatoren für öffentliche Diskussionen über Frieden, Menschenrechte und einen friedensorientierten Ansatz zur Konfliktlösung.

Ein modernes Beispiel für die Verfolgung von Kriegsdienstverweigerern ist das laufende Verfahren gegen den ukrainischen Friedensaktivisten Jurij Scheljaschenko. Er ist ein wichtiges Mitglied der ukrainischen Pazifistenbewegung und Ratsmitglied des Internationalen Friedensbüros.

Die ukrainische Regierung wirft ihm vor, die russische Aggression mit seinem Widerstand gegen eine Eskalation des Konflikts zu rechtfertigen. Er hat offen zu einem Waffenstillstand und Friedensgesprächen zur Beendigung des Krieges aufgerufen. Während des gesamten Krieges hat die Ukraine den Friedensaktivismus unterdrückt und denjenigen, die pazifistische Ansichten äußerten, vorgeworfen, Russland zu unterstützen.

 

Für die Abschaffung der Wehrpflicht, für eine DDR ohne Armee und ein entmilitarisiertes Deutschland demonstrierten etwa 200 junge Männer und Frauen in Berlin.
Wiki | Bernd Settnik - CC BY-SA 3.0

Die Herausforderungen, mit denen Kriegsdienstverweigerer konfrontiert sind, unterstreichen die Notwendigkeit einer stärkeren Interessenvertretung und eines Rechtsschutzes, um sicherzustellen, dass die Rechte von Kriegsdienstverweigerern gewahrt bleiben und Toleranz und Verständnis innerhalb der Gesellschaften gefördert werden.

Krieg selbst stellt ein tragisches Scheitern der Diplomatie und der Politiker dar, sowie einen blutigen Sieg des Militarismus und der Kriegsgewinnler. Jede Verfolgung von Kriegsgegnern stellt eine eklatante Verletzung ihrer grundlegenden Menschenrechte dar.

Es besteht ein dringender Bedarf an Rechtsreformen, um Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen weltweit zu verteidigen und zu unterstützen. Wir müssen unser Recht auf #RefuseWar schützen!

Auf unserer Schwesterseite Better World Info findest du zudem umfassende Beiträge zum Conscientious Objection Day auf Englisch.

Autorin: Rachael Mellor, Übersetzung: Maximilian Stark 13.05.24, lizenziert unter CC BY-ND 4.0.

Weitere Informationen zum Tag der Kriegsdienstverweigerung findest du unten ⬇️

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