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Tag der Kriegsdienst- verweigerung

Am 15. Mai ist Internationaler Tag der Kriegsdienst- verweigerung. Weltweit werden immer noch eine Vielzahl an Menschen gezwungen, Wehrdienst zu leisten und an bewaffneten Konflikten teilzunehmen. Deserteure und Militärdienstverweigerer riskieren oftmals Verfolgung, Folter und lange Haftstrafen. Dabei gilt das Recht zur Kriegsdienstverweigerung seit 1987 als anerkanntes Menschenrecht - wir fordern eine konsequente globale Umsetzung!

Tag der Kriegsdienst- verweigerung

Kriegsdienst- verweigerer & Deserteure

Menschen, die sich aufgrund ihres religiösen Glaubens, ihres Bewusstseins oder ihrer persönlichen Freiheit weigern, Militärdienst zu leisten. Für diese Entscheidung wurden viele Verweigerer im Laufe der Geschichte inhaftiert, ermordet oder bestraft. 1987 erklärten die Vereinten Nationen Kriegsdienstverweigerung zu einem allgemeinen Menschenrecht. In vielen Ländern werden Menschen dennoch weiterhin zum Dienst an der Waffe gezwungen.

Kriegsdienst- verweigerer & Deserteure

Wehrpflicht in der Schweiz

Während viele europäische Länder den obligatorischen Kriegsdienst abgeschafft haben, hält die Schweiz an der Wehrpflicht fest. Erst seit 1996 besteht die Möglichkeit eines Zivildienstes. Davor waren zwischen 1968 und 1996 etwa 12.000 Männer wegen Militärdienst- verweigerung zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Auch heute noch ist der Zivildienst stigmatisiert und der Schweizer Bundesrat versucht laufend den Zugang zu erschweren. 

Wehrpflicht in der Schweiz

Bausoldaten

Der Dienst als Bausoldat stellte eine Möglichkeit der Kriegsdienstverweigerung in der DDR dar, die es sonst in keinem anderen sozialistischen Land gab. Allerdings konnte sich die Entscheidung negativ auf spätere Ausbildungs- oder Aufstiegschancen auswirken und war gesellschaftlich geächtet. Viele Angehörige der Baueinheit organisierten die Opposition in der DDR und waren Wegbereiter der Friedlichen Revolution.

Bausoldaten

André Shepherd

Der US-Soldat war mehrmals im Irak stationiert bevor er 2011 desertierte, um einen weiteren Kriegseinsatz zu entgehen. Als erster US-Deserteur beantragte er in Deutschland politisches Asyl mit der Begründung, bei einem weiteren Einsatz an Kriegsverbrechen beteiligt zu sein. Deutsche Gerichte und der EuGH lehnten das Asylgesuch ab, Shepherd besitzt allerdings eine Niederlassungserlaubnis und darf nicht abgeschoben werden. 

André Shepherd