Wer ist Jacques Baud?

Jacques Baud hat einen Master in Ökonometrie und ein Nachdiplomstudium in internationaler Sicherheit am Hochschulinstitut für internationale Beziehungen in Genf absolviert und war Oberst der Schweizer Armee. Er arbeitete für den Schweizerischen Strategischen Nachrichtendienst und war Berater für die Sicherheit der Flüchtlingslager in Ost-Zaire während des Ruanda-Krieges (UNHCR – Zaire/Kongo, 1995–96). Er arbeitete für das DPKO (Departement of Peacekeeping Operations) der Vereinten Nationen in New York (1997–99), gründete das Internationale Zentrum für Humanitäre Minenräumung in Genf (CIGHD) und das Informationsmanagementsystem für Minenräumung (IMSMA). Er trug zur Einführung des Konzepts der nachrichtendienstlichen Aufklärung in Uno-Friedenseinsätzen bei und leitete das erste integrierte UN Joint Mission Analysis Centre (JMAC) im Sudan (2005–06). Er war Leiter der Abteilung «Friedenspolitik und Doktrin» des Uno-Departements für friedenserhaltende Operationen in New York (2009-11) und der Uno-Expertengruppe für die Reform des Sicherheitssektors und die Rechtsstaatlichkeit, arbeitete in der NATO und ist Autor mehrerer Bücher über Nachrichtendienste, asymmetrische Kriegsführung, Terrorismus und Desinformation. - Schweizer Standpunkt 3/22

Sanktionierung durch die EU

Am 15. Dezember 2025 wurde er wegen des Vorwurfs prorussischer Propaganda und der Verbreitung von Verschwörungstheorien vom Rat der Europäischen Union mit Sanktionen belegt. Nach der Begründung des EU-Beschlusses sei Baud regelmässig Gast in prorussischen Fernseh- und Radioprogrammen. Er fungiere als Sprachrohr für russische Propaganda und verbreite Verschwörungstheorien, indem er beispielsweise die Ukraine bezichtige, ihre eigene Invasion herbeigeführt zu haben, um der NATO beizutreten. Die Sanktionen sehen eine Beschränkung der Reisefreiheit und die Einfrierung des Vermögens innerhalb der EU vor, wobei die tatsächlichen Auswirkungen der Sanktionsmassnahmen auf Baud weitgehend unklar sind. ... Die Sanktionen sind in der Schweiz nicht wirksam, da die Schweiz zwar die EU-Wirtschaftssanktionen von 2022 mitträgt, sich dem 2024 eröffneten Sanktionsregime wegen Propaganda und Desinformation der EU aber nicht angeschlossen hat. Baud wies alle diesbezüglichen Vorwürfe zurück. Bauds Anwälte wollen sich direkt an den EU-Rat wenden, und er will Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof einreichen. - Wikipedia 12/25

In diesem Zusammenhang möchten wir das englische Rechtsgutachten von Prof. Dr. Ninon Colneric und Prof. Dr. Alina Miron (EU 31.10.25) hervorheben!

Der Causa zugrundeliegend sind die beiden Beschlüsse des EU Rates vom 08.10.25 und 15.12.25 und die Pressemitteilung vom 15.12.25.

Tipp: Erkunde unsere englischen Quellen zur Causa Jacques Baud

Tipp: Unser Ratgeber zum Ukraine Krieg

Autor: Norbert Stute, Datum: 20.12.25, Artikel lizenziert unter CC BY-SA 4.0

Work in Progress. Hinweise willkommen ;-)