Das Logo von RLA vor zwei Menschen im Hintergrund
Right Livelihood | Open Access

Alternativer Nobelpreis

Entdecke den Alternativen Nobelpreis und seine inspirierenden Preisträger, die sich für Frieden, Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit weltweit einsetzen.

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Alternativer Nobelpreis - Vorbilder für eine bessere Welt

Der Right Livelihood Award (RLA) wurde erstmals 1980 von Jakob von Uexküll ins Leben gerufen. Er war Mitglied des Europäisches Parlament (1987–89) und arbeitete zudem im Ausschuss für politische Angelegenheiten sowie in der UNESCO-Kommission für Menschenpflichten und -verantwortung.

2007 gründete Jakob den World Future Council und war in verschiedenen Gremien tätig, unter anderem bei Greenpeace Deutschland. Sein unerschütterliches Engagement für Umwelt, Gerechtigkeit und Frieden brachte ihm zahlreiche Auszeichnungen ein, darunter den Time Magazine European Hero Award.

Hier geht es direkt zu unseren Infos zum ➡️ Alternativen Nobelpreis

Seit 45 Jahren ehrt und unterstützt Right Livelihood einige der mutigsten und inspirierendsten Menschen der Welt. Die Preisträger werden für ihr Engagement geehrt, einige der komplexesten Probleme der Welt zu bearbeiten oder zu lösen.

Der RLA feiert nicht nur Erfolge, sondern bietet auch langfristige Unterstützung und erhöht die Sichtbarkeit jener, die sich in außergewöhnlicher Weise für Frieden, Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit einsetzen.

Die diesjährigen vier Preisträgerinnen und Preisträger werden Anfang Dezember in Stockholm im Rahmen der jährlichen Preisverleihung vor einem internationalen Publikum aus Fachleuten und Unterstützern ausgezeichnet.

Die Right Livelihood Foundation (RLA) würdigt herausragende Leistungen, bietet langfristige Unterstützung und stärkt die öffentliche Wahrnehmung jener, die sich in besonderem Maße für Frieden, Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit einsetzen.

Auf unserer Schwesterseite Better World Info findest du viele englische Beiträge zum ➡️ Right Livelihood Award

Ole von Uexkull im Portrait
Right Livelihood | Open Access

Bessere Welt Info begann 1997 damit, die beeindruckende Entwicklung des RLA zu dokumentieren. Heute präsentieren wir einen fundiert recherchierten und umfassenden Leitfaden mit vielen Links zu diesem ➡️ herausragenden Preis, zur Arbeit der Stiftung, zu den 203 Preisträgerinnen und Preisträgern aus 81 Ländern sowie zum Right Livelihood College. Eine unverzichtbare Ressource für tiefgehende Einblicke in ihre Arbeit.

„Wir verstärken die Stimmen von Veränderungsträgern, verbessern ihren Schutz und bieten erweiterte Netzwerke für größere Wirkung.“ – Right Livelihood

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Die Right Livelihood Foundation hat eine Gemeinschaft mutiger Veränderungsträger aufgebaut, die sich für eine gerechtere, friedlichere und nachhaltigere Welt für alle einsetzen. Sie arbeitet daran, dringenden wie langfristigen gesellschaftlichen Wandel voranzutreiben, die Sichtbarkeit der Preisträgerinnen und Preisträger zu erhöhen und ihnen wichtigen Schutz zu bieten, wenn ihr Leben und ihre Freiheit in Gefahr sind.

2006 wurde Ole von Uexküll Geschäftsführer der Right Livelihood Foundation. Er ist der Neffe von Jakob von Uexküll und besitzt Masterabschlüsse in Umweltwissenschaften sowie in Europäischen Studien. Er arbeitete im Deutschen Bundestag in Berlin, beim Umweltprogramm der Vereinten Nationen in Paris sowie im Europäischen Parlament in Brüssel.

„Wir müssen mehr sein als nur eine Auszeichnung; wir müssen diejenigen weiterhin unterstützen, die den Preis erhalten haben.“ – Ole von Uexküll

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Jalilah Haider bei einer Veranstaltung
U.S. Department of State | Public Domain

Wer sind die Right Livelihood Preisträger 2026?

Jalila Haider – Pakistan

„Für ihren Einsatz als erste weibliche Anwältin aus ihrer Hazara-Gemeinschaft gegen ethnische, staatliche und patriarchale Verfolgung – getragen von der Überzeugung, dass kein Mensch illegal ist.“

Jalila Haider ist Menschenrechtsanwältin und Aktivistin und gehört der Hazara-Minderheit in Pakistan an. Sie setzt sich insbesondere für Menschen ein, die von staatlicher Repression, patriarchalen Strukturen und ethnischer Gewalt betroffen sind. Im Jahr 2018 führte sie einen siebentägigen Hungerstreik gegen die gezielte Tötung von Hazara an. Der Protest führte dazu, dass der pakistanische Armeechef direkt mit Hazara-Frauen verhandelte und die Zahl der Angriffe auf die Gemeinschaft anschließend zurückging.

Haider verbindet juristische Arbeit, öffentlichen Protest und die Stärkung lokaler Gemeinschaften. Ihre Arbeit richtet sich gegen Diskriminierung und Gewalt gegenüber ethnischen, religiösen und geschlechtlichen Minderheiten sowie Geflüchteten. Ihre Kanzlei hat zudem dazu beigetragen, die Bewegungsfreiheit von mehr als 600 politischen Aktivistinnen und Aktivisten sowie Menschenrechtsverteidiger*innen wiederherzustellen.

Als Mitbegründerin der Women’s Democratic Front war Haider außerdem am ersten Frauenmarsch in Belutschistan beteiligt. Die Organisation We the Humans, die sie gründete, unterstützt unter anderem Witwen von Opfern terroristischer Gewalt dabei, wirtschaftlich unabhängig zu werden.

Trotz Inhaftierung, digitaler Belästigung und Todesdrohungen setzt Haider ihre Arbeit fort. Im Mittelpunkt steht für sie die Überzeugung, dass Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Aufenthaltsstatus Anspruch auf Würde, Schutz und gleiche Rechte haben.

3 Mitglieder der Rural Women's Assembly im Portrait
Flickr | African Centre for Biodiversity (ACB)

Rural Women’s Assembly – Südliches Afrika

„Für die Organisation von Landfrauen im südlichen Afrika zu einer gemeinsamen Kraft, die Land, Saatgut und körperliche Selbstbestimmung gegen die Enteignung durch Unternehmen und patriarchale Strukturen verteidigt.“

Die Rural Women’s Assembly (RWA) ist eine selbstorganisierte, grenzüberschreitende Bewegung von mehr als 178.000 Kleinbäuerinnen in elf Ländern des südlichen Afrikas. Die Frauen setzen sich gemeinsam für den Zugang zu Land, traditionellem Saatgut und körperlicher Selbstbestimmung ein.

Die 2009 gegründete Bewegung arbeitet unabhängig und setzt auf eine flache, ehrenamtliche Organisationsstruktur. Mit feministischer Agrarökologie und dem Konzept der Ernährungs- und Saatgutsouveränität stellt sie sich gegen die zunehmende Kontrolle landwirtschaftlicher Systeme durch große Agrarunternehmen und stärkt gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit ländlicher Gemeinschaften gegenüber den Folgen der Klimakrise.

Ein wichtiger Schwerpunkt ist der Erhalt traditioneller Saatgutsorten. Die Rural Women’s Assembly hat 24 Vermehrungsstandorte für Saatgut aufgebaut und Hunderte indigene Sorten dokumentiert. Damit trägt sie dazu bei, lokales Wissen und die Kontrolle der Bäuerinnen über ihre eigenen Ernährungssysteme zu bewahren.

Die Organisation verbindet diese Arbeit mit gegenseitiger Unterstützung und politischem Engagement. Frauen, die lange vom Zugang zu Land und politischen Entscheidungen ausgeschlossen waren, erhalten eine gemeinsame Stimme. Ihre Aktivitäten haben unter anderem zur Verabschiedung eines Gesetzes in Sambia beigetragen, das eine gleichberechtigte Vergabe von Land an Frauen vorsieht. Auch an der Entwicklung eines wegweisenden Gesetzes gegen sexuelle Gewalt und häusliche Gewalt in Eswatini war die Bewegung beteiligt.

GYLA
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Georgian Young Lawyers’ Association – Georgien

„Für den Aufbau und Schutz der georgischen Demokratie sowie die Bewahrung zivilgesellschaftlicher Handlungsmacht angesichts autoritärer Repression.“

Die Georgian Young Lawyers’ Association (GYLA) ist eine Menschenrechtsorganisation, die 1994 von ehrenamtlich arbeitenden Juristinnen und Juristen gegründet wurde. Sie gehört zu den ältesten und bekanntesten Menschenrechtsorganisationen Georgiens und war bereits an der Ausarbeitung der ersten Verfassung des Landes nach der Unabhängigkeit beteiligt.

GYLA verbindet kostenlose Rechtsberatung mit politischer und gesellschaftlicher Menschenrechtsarbeit. Die Organisation hat nach eigenen Angaben rund 1,5 Millionen kostenlose Rechtsberatungen durchgeführt und dabei Menschen unterstützt, deren Rechte verletzt wurden. Ihre juristischen Erfolge reichen von der Stärkung der Rechte von Menschen mit Behinderungen über den Zugang zu kostenloser Bildung bis hin zu Entschädigungen für Opfer der sowjetischen Repression.

In den vergangenen Jahren hat sich GYLA zunehmend für den Schutz der demokratischen und zivilgesellschaftlichen Strukturen Georgiens eingesetzt. Die Organisation arbeitet dabei sowohl auf lokaler Ebene als auch vor nationalen und internationalen Gerichten.

Trotz des wachsenden Drucks auf zivilgesellschaftliche Organisationen und der neuen georgischen „Foreign Agents“-Gesetze hat GYLA entschieden, ihre Arbeit im Land fortzuführen. Mit einem verkleinerten Team konzentriert sie sich weiterhin auf besonders dringende Menschenrechtsfälle und den Zugang zu Recht und gesellschaftlicher Teilhabe.

GYLA ist die erste Organisation aus Georgien, die mit dem Right Livelihood Award ausgezeichnet wird.

Timnit Gebru im Portrait
TechCrunch | CC BY 2.0

Timnit Gebru – USA

„Für ihren Einsatz gegen die Konzentration von Macht im Bereich der Künstlichen Intelligenz und für eine digitale Technologie, die auf Gerechtigkeit, gelebter Erfahrung und menschlicher Selbstbestimmung beruht.“

Timnit Gebru ist eine aus Äthiopien stammende US-amerikanische KI-Forscherin und Gründerin des Distributed AI Research Institute (DAIR). Sie beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen Auswirkungen Künstlicher Intelligenz und mit der Frage, wer über die Entwicklung und Nutzung dieser Technologien entscheidet.

Gebru weist insbesondere auf die Gefahr hin, dass KI-Systeme bestehende Diskriminierungen und gesellschaftliche Ungleichheiten verstärken können. Ihre Forschung hat die internationale Debatte darüber beeinflusst, wie Künstliche Intelligenz entwickelt und reguliert werden sollte und welchen Interessen sie dienen soll.

Gebru gründete außerdem Black in AI, um die Vernetzung und Repräsentation Schwarzer Menschen in der KI-Forschung zu stärken. Ihre eigene Biografie hat ihren Blick auf Technologie geprägt: Sie erlebte als Migrantin und Angehörige einer marginalisierten Gruppe selbst Diskriminierung und vertritt die Position, dass Wissenschaft und Technologie nicht losgelöst von gesellschaftlichen Machtverhältnissen betrachtet werden können.

Internationale Aufmerksamkeit erlangte Gebru auch durch einen Konflikt mit Google, wo sie das Team für ethische KI mitleitete. Nach einem Streit über eine wissenschaftliche Arbeit zu den Risiken großer Sprachmodelle verließ sie das Unternehmen.

Mit DAIR verfolgt sie heute einen dezentralen und gemeinschaftsorientierten Ansatz. Forscherinnen und Partnerinnen aus verschiedenen Ländern arbeiten daran, technologische Alternativen zu entwickeln und die Perspektiven von Menschen einzubeziehen, die von KI-Systemen besonders betroffen sind.

Damit stellt Gebru die Frage in den Mittelpunkt, wer Technologie gestaltet, welche Werte dabei eine Rolle spielen und wie Künstliche Intelligenz so entwickelt werden kann, dass menschliche Rechte und Selbstbestimmung gewahrt bleiben.

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Autorin: Rachael Mellor, 21.10.25, Übersetzung: Maximilian Stark, 22.10.25, letztes Update: 30.09.26, lizenziert unter CC BY-SA 4.0