Rüstungsexporte / Waffenhandel
Rüstungsexporte / Waffenhandel: Entdecke die globalen Marktanteile und analysiere die Rolle Deutschlands im internationalen Waffenhandel. Mehr Infos hier!
➡️ WAFFENHANDEL und WAFFENEXPORTE – Das Geschäft mit dem Tod
Der rücksichtslose Handel mit Waffen zerstört Leben – die einzigen Gewinner sind die Rüstungskonzerne, während die Zivilbevölkerung immer verliert. Waffenexporte und die Rüstungsindustrie fördern Konflikte, Verletzungen der Menschenrechte, Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht, Unterdrückung, Vertreibung, Tod und Leid.
Trotzdem beträgt der weltweite Wert der Waffenproduktion, der Investitionen in Hightech-Waffenfertigung sowie des Verkaufs und Transfers dieser Ausrüstung unglaubliche 112 Milliarden Dollar. Mit jährlich produzierten 12 Milliarden Kugeln könnte man theoretisch jeden Menschen auf der Welt zweimal töten!
Erfahre mehr über NGOs, die Rechenschaftspflicht, Regulierung und ein Ende dieses Wahnsinns fordern, darunter CAAT, Stop Fuelling War und Oxfam. Finde Informationen über den Waffenhandelsvertrag (Arms Trade Treaty) sowie unsere umfangreichen Leitfäden zu Konfliktregionen und dem Militär.
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„Die Welt ist überbewaffnet und der Frieden unterfinanziert.“ – ehemaliger UN-Generalsekretär Ban Ki-moon
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Waffenhandel – Welche globalen Auswirkungen hat er?
Seit vielen Jahrzehnten gehört der Waffenhandel zu den profitabelsten Geschäften der Welt. Die Gier von Herstellern und Auftragnehmern führt zu unvorstellbarem menschlichem Leid, globaler Instabilität, politischer Unterdrückung, Gewalt, Terror, Menschenrechtsverletzungen und einer Verlängerung von Konflikten. Die Branche entzieht zudem dringend benötigte Mittel aus sozialen Bereichen wie Entwicklung, Infrastruktur, Bildung, Gesundheitsversorgung, sozialer Sicherheit und Friedensförderung.
Jahr für Jahr priorisieren Regierungen Militärausgaben gegenüber gesellschaftlichen Bedürfnissen. In Afghanistan machen Militärausgaben mehr als ein Drittel der gesamten Staatsausgaben aus. Nur 4 % des Gesamtbudgets werden für soziale Absicherung verwendet. Studien zeigen, dass in fragilen Staaten typischerweise mehr als doppelt so viel Geld für das Militär wie für das Gesundheitswesen ausgegeben wird. Gesundheit und soziale Sicherheit haben in konfliktbetroffenen Ländern deutlich geringere Priorität.
Die mangelhafte Regulierung des Waffenhandels verschärft zudem die Armut. Gewalt kostet Afrika jährlich 18 Milliarden Dollar – ungefähr dieselbe Summe wie die Entwicklungshilfe für den Kontinent. Kriege verursachen nicht nur Todesfälle, sondern zerstören Häuser und lebenswichtige Infrastruktur wie Schulen, Krankenhäuser, Straßen, Brücken, Unternehmen sowie Wasser- und Stromversorgung. Niedriges oder sogar negatives Wirtschaftswachstum ist in kriegszerstörten Ländern häufig und trägt zu hoher Arbeitslosigkeit, Armut und Ungleichheit bei.
Rüstungsmessen und Waffenhändler – Ermöglicher von Konflikten
Rüstungsmessen sind Supermärkte für Waffenhändler. Diese riesigen Veranstaltungen fördern den Waffenverkauf und geben Händlern die Möglichkeit, ihre Produkte Militärvertretern, Regierungsbeamten und anderen Interessierten zu präsentieren.
Regierungen wie die des Vereinigten Königreichs unterstützen solche Veranstaltungen aktiv, darunter die DSEi (Defence and Security Equipment International), die größte Messe dieser Art in Europa. Viele Kampagnen fordern, diese Waffenhändler aus den Städten zu vertreiben, darunter CAAT und Disarm DSEi. Sie unterstützen lokalen Widerstand und Proteste und machen auf die Mitschuld dieser Waffen an Menschenrechtsverletzungen, Krieg, Tod, Gewalt und Unterdrückung aufmerksam.
Waffenhändler sind Verkäufer, deren Waren tödliche Waffen, Munition, Kampfjets, Hubschrauber, Kriegsschiffe, Überwachungs- und Radarsysteme, Panzer, Gewehre sowie alle Arten von Schusswaffen und Kleinwaffen umfassen. Sie müssen sich im Geflecht internationaler Beziehungen, Vorschriften und Regierungsbehörden bewegen, um diese hochprofitablen Geschäfte abzuwickeln. Als eine der korruptesten Branchen der Welt ist der Waffenhandel von Geheimhaltung, Bestechung, politischen Skandalen und Betrug geprägt.
Der Waffenhandel ist der neuntgrößte kriminelle Markt der Welt und wird auf einen Wert zwischen 1,6 und 2,2 Billionen Dollar geschätzt. Durch die Flut an Waffen gelangen diese leichter in die falschen Hände, insbesondere bei Waffenlagern in Konfliktgebieten. Es ist kein Zufall, dass die fünf Länder mit den höchsten Raten an Waffenhandel Jemen, Afghanistan, die Zentralafrikanische Republik, die Demokratische Republik Kongo und Iran sind.
Im Jahr 2015 waren weltweit etwa 640 Millionen illegale Schusswaffen im Umlauf. Der illegale Waffenhandel hat einen Wert von 130 bis 250 Millionen Dollar, etwa 15 % des gesamten legalen Waffenhandels. Der illegale Waffenhandel führt zu weiterer Kriminalität und Gewalt und finanziert organisierte kriminelle Gruppen.
Wer sind die größten Kriegsgewinnler – Händler des Todes?
Militärkonzerne und Waffenhersteller brauchen Kriege, um Gewinne zu erzielen – mehr Konflikte bedeuten mehr Geld!
Die Ausgaben des Pentagon seit Beginn des Afghanistan-Krieges belaufen sich auf 14 Billionen Dollar. Ein Drittel davon ging direkt an Militärunternehmen. Fast alle dieser Verträge gingen an nur fünf große Konzerne:
- Lockheed Martin
- Boeing
- General Dynamics
- Raytheon
- Northrop Grumman
Im Jahr 2020 erhielt Lockheed Martin Verträge vom Pentagon im Wert von 75 Milliarden Dollar – mehr als das Anderthalbfache des Jahresbudgets für internationale Entwicklungshilfe. Diese Unternehmen nutzen Kriegsbedingungen durch Lobbyarbeit, überhöhte Preise und betrügerische Aktivitäten aus.
Seit dem Abzug der US-Streitkräfte aus Irak und Afghanistan werden übertriebene Sicherheitsrisiken durch China und Russland genutzt, um den historisch hohen Pentagon-Haushalt zu rechtfertigen.
Industrieländer dominieren den Waffenhandel und sind die wichtigsten Hersteller und Exporteure von Waffen. Dadurch haben sie großen Einfluss auf internationale Beziehungen, Sicherheit und Stabilität. Gleichzeitig tragen sie erhebliche Verantwortung für die Regulierung des Waffenhandels, die Einhaltung ethischer Standards und die Verantwortung für die Überschwemmung fragiler Staaten mit Waffen.
Marktanteile der größten Waffenexporteure (2021–2025)
- USA – 42 %
- Frankreich – 9,8 %
- Russland – 6,8 %
- ➡️ Deutschland – 5,7 %
- China – 5,6 %
- Italien – 5,1 %
- Israel – 4,4 %
- Vereinigtes Königreich – 3,4 %
- Südkorea – 3,0 %
- Spanien – 2,3 %
Der Bericht des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) zeigt, dass der globale Waffenhandel weiterhin von wenigen großen Exportstaaten dominiert wird. Besonders die Vereinigten Staaten haben ihre führende Position deutlich ausgebaut und liefern einen großen Teil der weltweit exportierten schweren Waffensysteme, während Länder wie Frankreich ihre Exporte ebenfalls steigern konnten und Russland Marktanteile verliert.
Regional ist vor allem Europa zu einer der wichtigsten Importregionen geworden, was stark mit dem Krieg in der Ukraine und der daraus folgenden militärischen Aufrüstung vieler europäischer Staaten zusammenhängt, während auch Regionen wie der Nahe Osten und Teile Asiens weiterhin eine hohe Nachfrage nach militärischer Ausrüstung aufweisen.
Waffenhandelsvertrag – Regulierung und Kontrolle
Von Korruption durchzogen, an Menschenrechtsverletzungen beteiligt und verantwortlich für die Überschwemmung instabiler Staaten mit tödlichen Waffen – der Bedarf an strenger Regulierung, Transparenz und Rechenschaftspflicht in dieser milliardenschweren Industrie ist enorm.
Regierungen vermitteln uns oft den Eindruck, dass nur der illegale Waffenhandel und Waffenschmuggel problematisch seien. Tatsächlich jedoch sind die meisten Waffenverkäufe an repressive Regime und in Konfliktgebiete vollkommen legal und werden sogar von Regierungen unterstützt.
Die undurchsichtige Welt des Waffenhandels führt dazu, dass Staaten trotz internationaler Abkommen wie dem Waffenhandelsvertrag (Arms Trade Treaty, ATT) sogar ihre eigenen Exportgesetze verletzen können. Der 2013 verabschiedete ATT soll den internationalen Waffenhandel regulieren und illegalen Handel verhindern. Die Umsetzung und Durchsetzung des Vertrags ist jedoch bestenfalls lückenhaft. Vereinbarungen unterscheiden sich von Land zu Land, und mangelnde Transparenz sowie fehlende Rechenschaftspflicht ermöglichen es den größten Exporteuren, weitgehend unbehelligt weiterzumachen.
Das im November 2023 stattfindende „Merchants of Death War Crimes Tribunal“ hat das Ziel, US-amerikanische Waffenhersteller zur Verantwortung zu ziehen. Ihnen wird vorgeworfen, wissentlich Waffen zu produzieren, zu verkaufen und enorme Gewinne aus einer Industrie zu erzielen, die weltweit für den Tod Tausender Menschen in bewaffneten Konflikten verantwortlich ist.
Das Tribunal wird Beweise durch Zeugenaussagen und Interviews anhören, die anschließend geprüft werden, bevor ein Urteil gefällt wird. Mögliche Anklagepunkte sind Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verstöße gegen US-Bundesrecht. Vorladungen wurden bisher unter anderem an Lockheed Martin, Boeing, Raytheon und General Atomics zugestellt.
Wie kann die Waffenindustrie besser kontrolliert werden?
Der Waffenhandel stellt ein enormes Hindernis für friedliche Lösungen von Konflikten dar. Die Auswirkungen der Branche auf internationalen Frieden, Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und die Umwelt sind kaum zu überschätzen. Die derzeitige Kontrolle des Waffenhandels ist so schwach, dass es einfacher ist, AK-47-Gewehre zu importieren als Bananen.
An erster Stelle ist globale Zusammenarbeit notwendig, um die Kontrolle des Waffenhandels zu verbessern. Eine Stärkung und strengere Regulierung des UN-Waffenhandelsvertrags könnte wesentlich dazu beitragen, dass Waffen nicht in die falschen Hände geraten. Transparenz und Rechenschaftspflicht müssen Priorität erhalten, ebenso wie die Begrenzung der enormen Gewinne von Rüstungskonzernen.
Ein gemeinsames internationales System zur Erfassung von Waffenlieferungen sowie zur Aufdeckung und Verhinderung illegaler Geschäfte, von Betrug, Korruption und Lobbyismus ist unerlässlich. Öffentliches Bewusstsein für diese undurchsichtige Industrie ist entscheidend, um politischen Druck auf Politiker, Militärs und Waffenhändler auszuüben, damit Menschen wichtiger werden als Profit.
Als Bürger können wir Kandidaten wählen, die sich für Abrüstung, friedliche Lösungen und strengere Kontrollen der Branche einsetzen. Wir können uns außerdem an Protesten für Frieden, Waffenstillstände, ein Verbot von Rüstungsmessen und gegen immer weiter steigende Militärausgaben beteiligen. Ein verantwortungsvoller Ansatz in Sicherheits- und Verteidigungsfragen würde zu einer deutlich sichereren Welt beitragen und Regierungen ermöglichen, Ressourcen gerechter auf Sozialleistungen, Gesundheit, Bildung und Entwicklung zu verteilen.
„Das Problem ist, dass der globale Waffenhandel praktisch keiner internationalen Regulierung unterliegt. In einer Welt, in der der Handel mit Konsumgütern durch unzählige internationale Abkommen und Vorschriften geregelt wird, schaffen es tödliche Waffen auf erschreckende Weise immer wieder, durch das Netz zu schlüpfen.“ – Hilary Benn
Autorin: Rachael Mellor, 14.11.23, Übersetzung: Maximilian Stark, 12.05.26, lizensiert unter CC BY-SA 4.0
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