Christian Michelides | CC BY-SA 4.0

Franz Jägerstätter (Österreich)

Franz Jägerstätter (Österreich) - Entdecke das Leben und Erbe dieses mutigen Märtyrers. Erfahre mehr über seine Geschichte und die filmische Umsetzung.

Stolperstein für Franz Jägerstätter, der 1943 in Berlin-Plötzensee ermordet wurde, aufgrund seiner Weigerung zum Militärdienst.
Christian Michelides | CC BY-SA 4.0

Franz Jägerstätter

Franz Jägerstätter (1907–1943) war ein österreichischer Landwirt und Familienvater aus St. Radegund in Oberösterreich, der während des Zweiten Weltkriegs aus tiefem christlichen Glauben den Kriegsdienst für das nationalsozialistische Regime verweigerte. Wegen „Wehrkraftzersetzung“ wurde er zum Tode verurteilt und am 9. August 1943 im Zuchthaus Brandenburg an der Havel hingerichtet.

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Sein Leben, sein Gewissensentscheid und sein mutiger Widerstand gegen das Unrechtsregime werden heute national und international auf vielfältige Weise geehrt und erinnert.

Formen des Gedenkens

  • Das Internationale Jägerstätter-Gedenken: Jedes Jahr rund um seinen Todestag am 9. August findet in St.Radegund und dem benachbarten Tarsdorf das offizielle, internationale Gedenken statt. Diese traditionsreiche Veranstaltung (die seit 1983 ein Fixpunkt ist) wird von der Pfarre St. Radegund und der Initiative Pax Christi Österreich organisiert. Sie umfasst Vespern, wissenschaftliche Vorträge zu gesellschafts- und friedensethischen Themen, eine Fußwallfahrt, eine Andacht zur Todesstunde sowie eine Eucharistiefeier mit anschließender Lichterprozession zu seinem Grab.
  • Sternwallfahrten: Neben dem Hauptgedanken im August gibt es im Jahreskreis weitere Formate wie die traditionellen Sternwallfahrten nach St. Radegund (oft organisiert von der Katholischen Männerbewegung), bei denen Menschen für den Frieden und im Gedenken an Jägerstätter zusammenkommen.
  • Grabstätte und Reliquiar: Seine letzte Ruhestätte und die seiner Frau Franziska befinden sich in St. Radegund.Bei einer Kirchenrenovierung wurden seine sterblichen Überreste in den Volksaltar der Pfarrkirche St. Radegund integriert, die damit zu einem zentralen Pilger- und Gedenkort geworden ist.

Juristische und kirchliche Rehabilitation

  • Aufhebung des Urteils: Lange Zeit war Jägerstätters Haltung in der Nachkriegsgesellschaft umstritten. Am 7. Mai 1997 hob das Landgericht Berlin das nationalsozialistische Todesurteil formal auf. Dies kam einem juristischen Freispruch und einer späten moralischen Rehabilitation gleich.
  • Seligsprechung: Im Jahr 2007 wurde Franz Jägerstätter von der römisch-katholischen Kirche offiziell als Märtyrer anerkannt und im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes im Linzer Mariendom seliggesprochen. Sein liturgischer Gedenktag in der Kirche ist der 21. Mai (sein Tauftag).

Orte der Erinnerung außerhalb von St. Radegund

Das Gedenken an Franz Jägerstätter wird auch an vielen anderen Orten wachgehalten:

  • Denkmäler und Straßen: Es gibt Gedenktafeln (unter anderem am ehemaligen Reichskriegsgericht in Berlin und in Linz), Stolpersteine sowie nach ihm benannte Straßen und Wege (wie den Franz-Jägerstätter-Weg in Berlin).
  • Wissenschaft und Forschung: Das Franz- und Franziska-Jägerstätter-Institut an der Katholischen Privat-Universität Linz widmet sich wissenschaftlich seinem Erbe, der Friedensforschung und der Aufarbeitung des Widerstands in der NS-Zeit.

Entwurf: Google Gemini, teilweise editiert von Dr. Norbert Stute, Datum: 08.08.26

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