WINDKRAFT
Info-Ressource zur Windenergie | Beiträge zu Offshore Windparks, Flugwindkraftwerke und Klein-Windräder
Ratgeber zu ➡️ Windkraft
Windenergie ist eine erneuerbare, nachhaltige und saubere Energiequelle, die die kinetische Energie des Windes nutzt, um Turbinen anzutreiben und Strom zu erzeugen. Sie ist heute einer der am schnellsten wachsenden Energiesektoren weltweit und trägt wesentlich zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen, zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Beschleunigung der Energiewende bei.
Mehr als 138 Länder nutzen Windenergie. In über 80 davon liegt die installierte Leistung bei mehr als 100 MW.
Windenergie deckt inzwischen rund 11 % des weltweiten Strombedarfs.
Die Nutzung von Windkraft reicht bis in die Antike zurück, als Windmühlen vor allem zur Wasserförderung und zum Mahlen von Getreide verwendet wurden. Die moderne Windkrafttechnologie zur Stromerzeugung begann in den 1970er Jahren, vor allem nach der Ölkrise von 1973, als das Interesse an alternativen Energiequellen stieg.
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„Wind und Sonne, die wir heute nicht nutzen, sind für immer für die Energieumwandlung verloren.“ - Wolfhart Dürrschmidt
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Wichtige Fakten & Statistiken
- Die Kosten für die Windstromproduktion sind seit den 1980er-Jahren um 90 % gesunken.
- Es dauert nur 3–6 Monate, bis Windturbinen die Energie erzeugt haben, die ihre Herstellung, Installation, den Betrieb, die Wartung und den Rückbau ausgleicht (EWEA).
- Die weltweite Windkraftkapazität überschritt 2023 die Marke von 1 Terawatt (TW) und wächst jährlich um etwa 13 %. Bis 2030 wird eine Gesamtleistung von 2.000 GW erwartet.
- China ist weltweit führend in der Windenergie und erzeugt mehr als ein Drittel der globalen Windstromproduktion. Der Gansu-Windpark ist der größte der Welt mit 7.000 Turbinen und einer Leistung von 20 GW.
- Bis 2030 könnte die Windenergiebranche rund 4 Millionen Menschen beschäftigen.
- Die durchschnittliche Leistung neuer Turbinen lag 2025 bei 5,5 MW an Land und 10–15 MW auf See; eine Onshore-Turbine kann etwa 3.500 Haushalte versorgen.
- Offshore-Windenergie hat das Potenzial, das 18-Fache des heutigen weltweiten Strombedarfs zu erzeugen.
- Onshore-Turbinen erreichen inzwischen Höhen von bis zu 135 Metern.
Vor- und Nachteile von Windkraft
Windkraft hat sich als eine bedeutende Quelle für erneuerbare Energie etabliert und bietet zahlreiche Vorteile. Einer der größten Vorteile ist die Reduktion von Treibhausgasemissionen, da Windkraft im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen keine CO₂-Emissionen verursacht. Dies trägt wesentlich zur Bekämpfung des Klimawandels bei. Windkraft ist zudem eine unerschöpfliche Energiequelle, die überall dort genutzt werden kann, wo ausreichend Wind vorhanden ist. Die Technologie hat sich in den letzten Jahren stark verbessert, wodurch moderne Windkraftanlagen effizienter und kostengünstiger geworden sind.
Jedoch gibt es auch einige Nachteile: Windenergie ist wetterabhängig und somit nicht konstant verfügbar, was eine Ergänzung durch andere Energiequellen oder Speichertechnologien erfordert. Windkraftanlagen können laut und ästhetisch störend sein, was insbesondere in dicht besiedelten Gebieten problematisch sein kann. Ein weiterer Nachteil ist der hohe Platzbedarf für Windparks. Tierschützer weisen zudem auf die negativen Auswirkungen von Windkraftanlagen auf Vögel und Fledermäuse, da sie mit den Rotorblättern kollidieren können. Auch der Bau von Windkraftanlagen kann die lokale Flora und Fauna beeinträchtigen.
Zusammenfassend bietet Windkraft viele Vorteile in Bezug auf Klimaschutz und Energieversorgung, erfordert jedoch eine sorgfältige Abwägung und Maßnahmen zur Minimierung der negativen Auswirkungen auf Mensch und Natur.
Windkraft in Deutschland
Deutschlands Windkraftziele sind klar formuliert: Bis 2030 sollen 115 Gigawatt an Land und 30 Gigawatt auf See erreicht werden. Der derzeitige Fortschritt lässt jedoch Zweifel aufkommen, da der Ausbau der Windkraft in Deutschland stockt. Im Jahr 2025 lag die installierte Leistung an Land bei rund 68,1 Gigawatt, auf See bei etwa 9,5 Gigawatt. Trotz eines spürbaren Ausbauschubs bleibt der Abstand zu den Zielwerten weiterhin erheblich.
Der Zubau hat sich 2025 zwar beschleunigt – mit rund 4,6 Gigawatt neu installierter Onshore-Leistung und etwa 0,3 Gigawatt Offshore-Zubau –, dennoch reicht das Tempo nicht aus, um die Ausbaupfade für 2030 zu erreichen. Besonders Offshore bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück, während Genehmigungen zwar zunehmen, Projekte jedoch oft erst mit Verzögerung ans Netz gehen.
Insgesamt zeigt sich: Der Ausbau nimmt wieder Fahrt auf, bleibt aber strukturell durch Netzengpässe, lange Realisierungszeiten und komplexe Planungsverfahren gebremst.
Windkraft in Europa
Die EU will ihre Emissionen bis 2030 um 50 bis 55 % reduzieren und bis 2050 klimaneutral werden. Im Rahmen ihres Green Deal Programms sind dafür in den kommenden Jahren umfangreiche Investitionen in den Ausbau und die Erforschung erneuerbarer Energien sowie den Netzausbau geplant.
Windenergie spielt beim Klimaschutz weiterhin eine zentrale Rolle: Im Jahr 2024 wurden in Europa rund 18 GW Windenergie neu installiert, davon etwa 15 GW an Land und 3 GW auf See. Besonders starken Zubau verzeichneten Deutschland, Großbritannien und Frankreich, die gemeinsam einen großen Teil der neuen Kapazitäten ausmachten.
Ende 2024 lag die gesamte installierte Windleistung in Europa bei etwa über 280 GW. Mit einer Stromproduktion von rund über 500 TWh deckte Windenergie weiterhin einen erheblichen Anteil des europäischen Stromverbrauchs und bleibt eine der wichtigsten Stromquellen im EU-Energiesystem. Deutschland führt den europäischen Vergleich bei der installierten Gesamtleistung weiterhin an, gefolgt von Spanien und Großbritannien.
Windkraft international
Die Windkraft ist neben der Photovoltaik ein zentraler Hoffnungsträger für eine klimaneutrale Energieversorgung. Moderne und leistungsfähige Windkraftanlagen sind mittlerweile in vielen Ländern weltweit im Einsatz. 2025 wurde weltweit ein neuer Rekord im Ausbau der Windenergie erreicht: Die installierte Windkraftleistung überschritt insgesamt über 1,1 Terawatt (1.100 GW) und wuchs damit weiter stark in Richtung der globalen Klimaziele. Besonders China treibt den Ausbau massiv voran und ist mit über 400 GW installierter Windleistung weiterhin klarer Weltmarktführer.
Die globale Dynamik hat sich deutlich beschleunigt: Allein im Jahr 2025 wurden rund 165 bis 178 GW neue Windkraftleistung installiert – ein neuer Höchstwert und ein Zuwachs von rund 40 % gegenüber dem Vorjahr. China hatte dabei den größten Anteil und stellte mehr als zwei Drittel der weltweiten Neuinstallationen. Deutschland bleibt eines der führenden Länder in Europa, liegt aber deutlich hinter China und den USA und trägt weiterhin etwa unter 70 GW installierte Windleistung zur weltweiten Gesamtbilanz bei.
In der historischen Entwicklung hat sich die Dominanz mehrfach verschoben: Während die USA und Deutschland in den 2000er-Jahren führend waren, übernahm China ab etwa 2010 dauerhaft die Spitzenposition und baut seinen Vorsprung seither kontinuierlich aus. Der globale Ausbau konzentriert sich heute klar auf Asien, während Europa zwar technologisch stark bleibt, aber beim Tempo der Neuinstallationen zunehmend zurückfällt.
Auch wirtschaftlich ist die Windenergie deutlich konkurrenzfähiger geworden: Die Stromgestehungskosten liegen 2025 weltweit meist zwischen 2 und 6 Cent pro Kilowattstunde, abhängig von Standort und Technologie. Offshore-Wind bleibt teurer als Onshore, bietet dafür aber deutlich höhere Volllaststunden und wächst besonders stark in Europa und China.
Offshore Windparks
Offshore-Windparks nutzen die starken und konstanten Winde über den Meeren zur Stromerzeugung. Diese Anlagen sind effizienter als ihre landgestützten Pendants, da sie von den stärkeren Windverhältnissen auf dem offenen Meer profitieren. Offshore-Windparks bieten zudem den Vorteil, dass sie weit entfernt von Wohngebieten errichtet werden können.
Die Errichtung und Wartung dieser Anlagen sind jedoch technisch anspruchsvoll und kostspielig. Ein weiterer Nachteil besteht in den möglichen Umweltauswirkungen, wie der Beeinträchtigung mariner Ökosysteme und der Gefahr für Seevögel. Trotz dieser Herausforderungen spielen Offshore-Windparks eine entscheidende Rolle bei der Steigerung der erneuerbaren Energieproduktion und tragen wesentlich zur Reduktion von Treibhausgasemissionen bei.
Flugwindkraftwerke
Flugwindkraftwerke, auch als Airborne Wind Energy (AWE) Systeme bekannt, nutzen in großen Höhen stärkere und konstantere Windströme zur Energieerzeugung. Diese innovativen Anlagen bestehen aus fliegenden Einheiten wie Drachen oder Flugzeugen, die über Seile mit Bodenstationen verbunden sind. Durch die Bewegung in der Luft erzeugen sie kinetische Energie, die in elektrische Energie umgewandelt wird.
Ein großer Vorteil von Flugwindkraftwerken ist ihre Flexibilität und Effizienz, da sie höhere Windgeschwindigkeiten nutzen können als herkömmliche Windkraftanlagen. Zudem benötigen sie weniger Material und Platz, was die Umweltbelastung reduziert. Herausforderungen bestehen jedoch in der technologischen Komplexität und der sicheren Steuerung der fliegenden Einheiten. Trotz dieser Hürden haben Flugwindkraftwerke das Potenzial, die erneuerbare Energiegewinnung erheblich zu verbessern und einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung zu leisten.
Windenergie für eine bessere Welt
Windenergie spielt bereits heute eine bedeutende Rolle in der grünen Energiewende. Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass dieser Trend weiter anhalten wird. Im Jahr 2025 installierte die globale Windindustrie einen Rekord von 165 GW neuer Kapazität – ein Anstieg von 40 % gegenüber dem Vorjahr.
Windturbinen der Zukunft werden größer, leiser und leistungsfähiger sein und dadurch ihre Energieausbeute und ihren wirtschaftlichen Wert steigern. Technologische Fortschritte sollen zudem die Kosten für Herstellung und Installation bis 2035 um 17–35 % senken.
Die Flugwindenergie (Airborne Wind Energy, AWE), bei der automatische, an Seilen befestigte Fluggeräte Windenergie in Strom umwandeln, gilt als vielversprechende neue Technologie, die die Windbranche grundlegend verändern könnte. Sie befindet sich jedoch noch in einem frühen Entwicklungsstadium, und die Branche wartet auf ein kommerziell nutzbares Produkt.
Um die Klimaziele des Pariser Abkommens und die Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erreichen und die Energiesicherheit zu gewährleisten, müssen Länder weiterhin in erneuerbare Energien investieren.
Unterstützt durch ambitionierte staatliche Klimaziele treibt China den Ausbau stark voran und installiert jedes Jahr erhebliche neue Kapazitäten. Auch die EU beschleunigt den Ausbau der Windenergie.
In den USA wurden unter der Politik von Trump bundesstaatliche Förderprogramme wie der Inflation Reduction Act (IRA), der Investitionen in Windenergie gefördert hatte, zurückgefahren. Zudem wurden Maßnahmen ergriffen, um insbesondere die Offshore-Windindustrie zu stoppen, unter anderem durch Verbote und finanzielle Ausgleichszahlungen an Energieunternehmen, damit diese ihre Windparkprojekte aufgeben.
Sein „One Big Beautiful Bill Act“ hob große Teile der Klimaförderungen des IRA wieder auf und führte zu einem schrittweisen Abbau von Steuervergünstigungen für Wind-, Solar- und Elektrofahrzeuge.
Die Zusammenarbeit zwischen Regierungen und Privatwirtschaft bleibt entscheidend, um Herausforderungen bei Infrastruktur und Investitionen im Windsektor zu bewältigen. Trotz Widerständen aus den USA gilt die internationale Zusammenarbeit zur Energiewende als zentraler Ansatz für den globalen Ausstieg aus fossilen Energien.
„Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen“ – altes chinesisches Sprichwort.
Autorin: Jasmin, 15.7.24, Update: Maximilian Stark, 12.06.26 Artikel lizenziert unter CC BY-SA 4.0
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