Klimaschutz - gemeinsam die Welt retten

Es ist wichtig, jetzt die Augen aufzumachen. Es ist wichtig, jetzt aktiv für den Klimaschutz zu kämpfen. Es ist wichtig, jetzt zu handeln, bevor die Erde brennt und uns die Folgen der Klimakrise mit voller Härte treffen. Denn wenn wir unsere Lebensgewohnheiten in den kommenden 10 Jahren nicht drastisch ändern, wird das schwere Konsequenzen nach sich ziehen und das Klimaziel kann keinesfalls eingehalten werden. Also wann, wenn nicht jetzt?

Damit das 1,5°-Ziel des Pariser-Abkommens eingehalten werden kann, muss Veränderung her. Das wird klar ersichtlich am verbleibenden CO2-Budget: Der Anteil richtet sich nach dem maximal möglichen CO2-Verbrauch bis zum 1,5°Ziel. Demnach steht jedem Land laut dem Weltklimarat ein bestimmter Anteil an zu verbrauchenden CO2 frei: In Deutschland sind das um die 1,1% vom globalen CO2-Budget. Davon sind im Jahr 2020 noch 6,7 Milliarden Tonnen übrig gewesen. Insgesamt wurden aber im Jahr 2020 bereits 739 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt, dementsprechend sind 2021 nur noch 6,0 Milliarden Tonnen CO2 übrig.

Wenn sich die Klimapolitik Deutschlands nicht ändert, wird das Klimaziel bis 2045/2050 verfehlt. Laut den Berechnungen des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU) dürfte Deutschland generell nur mehr 4,2 Milliarden Tonnen CO2 ausstoßen, um das 1,5° Ziel auch nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% zu erreichen.

Daher liegt es an uns allen, Treibhausgase schnellstmöglich maximal zu reduzieren und auf erneuerbare Energien umzusteigen, um für eine lebenswerte Zukunft zu sorgen. Jung und Alt tragen gleichermaßen Verantwortung, den Wert der Erde zu erhalten. Im Sinne Gandhis bleibt nur zu sagen: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für diese Welt.“


Auswirkungen der Klimakrise

Die Folgen der Klimakrise können bereits jetzt anhand ungewöhnlichster Wetterveränderungen beobachtet werden: Einige Länder wie Afrika, Kalifornien und Australien sind bereits von enormen Hitzewellen betroffen und leiden deswegen auch unter Waldbränden und dramatischen Dürren. Mittlerweile ist sogar Kanada von dieser Problematik stark betroffen und leidet unter den Auswirkungen extremer Hitze - mitunter kam es auch vermehrt zu Hitzetoten. Die Klimakrise verursacht allgemein extreme Wetterereignisse: Dazu zählen auch vermehrt auftretende zerstörerische Hurrikans, wie man sie jedes Jahr an der amerikanischen Ostküste beobachten kann.

Wer nicht bereit ist, etwas gegen die Klimakrise zu unternehmen, muss sich bewusst sein, dass sich unser gewohntes Leben stark verändern wird und wir alle unter den Folgen leiden werden. Die Klimakrise bedeutet nicht nur eine weltweite Wetterveränderung, sondern auch verhungern, verdursten oder an einem Hitzetod sterben. – Wofür? Damit wir also nicht zu Lebzeiten im Elend leben und ums Überleben kämpfen müssen, wird es notwendig sein, sich ernsthaft für den Klimaschutz einzusetzen.

Natürlich verlieren wir durch die globale Erwärmung und Überschwemmungen auch wertvollen Lebensraum, weshalb noch mehr Menschen ihren gewohnten Heimatort verlassen müssten – Platzmangel würde die Situation dann zum Eskalieren bringen und im schlimmsten Fall im Krieg um Landgebiete enden. Jetzt zu handeln, wäre um ein Vielfaches billiger als globale Kosten in unfinanzierbarer Höhe abzuwarten. Laut einer Greenpeace Studie würde das Nichthandeln bis 2050 jährlich 20 Milliarden kosten.


Klimaschutzpolitik und Anti-Klimaschutz-Lobby

  • Werden wichtige Klimaschutzziele umgesetzt in Deutschland und der EU?

Diese Frage lässt sich schwer mit einem klaren Ja oder Nein beantworten. Einerseits kann man sehen, dass die deutsche Klimapolitik zu wünschen übrig lässt, was sich beispielsweise am Urteil des Verfassungsgerichtshofs im Zusammenhang mit dem derzeitigen Klimagesetz zeigte: Im Urteil ging klar hervor, dass Deutschland bei seinen Zielen und vor allem bei der Umsetzung der Maßnahmen nachschärfen muss, um das 1,5° Ziel tatsächlich zu erreichen. Andererseits produziert Deutschland mittlerweile 45% des Stroms mithilfe erneuerbarer Energien und schließt Schritt für Schritt Kohlekraftwerke.

Grundsätzlich konnte das Klimaziel für 2020 aber trotzdem nur aufgrund von Nebenfolgen der Corona-Pandemie erreicht werden: Deutschland hat im letzten Jahr 42,3% Prozent weniger Treibhausgase verursacht als im Vergleichsjahr 1990. Allerdings handelt es sich hier um eine Ausnahmesituation und hat wenig mit den aktiven Klimaschutzmaßnahmen zu tun.

Wieder und wieder kritisierte die Klima-Aktivistin Greta Thunberg das schleppende Vorankommen der Klimaschutzpolitik und die leeren Versprechen der Regierungen.– Sie drängte die Politiker, endlich mit der Heuchelei aufzuhören und stattdessen konkrete Handlungen folgen zu lassen.

  • Wer setzt sich seit 60 Jahren gegen Klimaschutz ein?

Gerade die Industrie-Lobby, allen voran Stahl- und Autoindustrie, verharmlost die Klimakrise leider immer wieder aufs Neue und beeinflusst ebenso politische Einflussträger, um eigene firmenpolitische Ziele umzusetzen. Industrie- und Landwirtschaft fordern zwar Reduktionen bei den Klimaschutzzielen, aber nur, um ihren eigenen Gewinn zu maximieren. Darüber hinaus setzt sich im politischen Bereich vor allem die AfD gegen Klimaschutzmaßnahmen ein und bagatellisiert die Krise weiterhin. Die Organisation Lobby Control versucht auf Verharmloser der Klimakrise aufmerksam zu machen.


Klimaschutzziele und politische Umsetzung

Es ist notwendig, jetzt Veränderung zu setzen. Denn wir alle entscheiden darüber, wie die Welt morgen aussehen wird. Welche Ziele sind also dringend erforderlich, um den Klimaschutz gerecht zu werden und was wird auf politischer Ebene angestrebt?

CO2-Treibhausgas-Anteil 2020: Hauptverantwortlich für das Entstehen der meisten Treibhausgase ist die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Öl oder Erdgas. Vor allem bei Verbrennungsprozessen entsteht immer wieder CO2. Die Energiewirtschaft trägt im Jahr 2020 mit ca. 221 Millionen Tonnen den größten Teil zu den CO2-Emissionen bei. Gleich dahinter folgt der Industriesektor mit einer durchschnittlichen Verbrennung von insgesamt 178 Millionen Tonnen CO2 und danach der Verkehrssektor mit 146 Millionen Tonnen. Die Privathaushalte setzten 2020 ca. 120 Millionen Tonnen CO2 frei. Abschließend kommt der Landwirtschaftssektor mit ganzen 66 Millionen Tonnen CO2 und die Abfallwirtschaft mit 8 Millionen Tonnen.

Pro Kopf verbrauchte man in Deutschland 2020 durchschnittlich 11,6 Tonnen CO2, was doppelt so viel ist, wie der internationale Durchschnitt mit 6,6 Tonnen. Dazu wird Strom, Heizung, Ernährung, Mobilität, öffentliche Emissionen und sonstiger Konsum der Deutschen gerechnet.

  1. CO2-Ausstoß massiv verringern: Die Verbrennung fossiler Brennstoffe trägt den größten Teil der Emissionen bei, weshalb wir hier dringend reduzieren müssen. In Deutschland wurde im Jahr 2021 daher eine CO2-Steuer festgelegt, welche die Emissionen versteuert: Pro-Tonne-Benzin oder Diesel ist für Industrie-Konzerne und alle Öl-Händler mit zusätzlichen Steuerabgaben von 25€ pro Tonne zu rechnen. Im weiteren Verlauf plant die EU auch Besteuerungen auf umweltschädliche Flugzeug-Treibstoffe.

    Da gerade Unternehmen durch Verbrennungsprozesse viel CO2 freisetzen, müssen auch große Firmen umdenken. Auch hier sollte der Energiebedarf möglichst CO2-neutral erzeugt werden mithilfe erneuerbarer Energien.

  2. Kohleausstieg 2030 – statt 2038: In Deutschland wird immer noch Strom über Braun- oder Steinkohle produziert. Aber bei der Verbrennung von Kohle entstehen viele giftige Stoffe. Deshalb hat die Organisation BUND eine Möglichkeit zum Kohleausstieg vor 2030 ausgearbeitet. In ihren Forderungen vertritt sie die Ansicht, dass alle Kohlekraftwerke bis 2030 kontinuierlich geschlossen werden sollten, um die Emissionen der Kohle maßgeblich zu reduzieren.

  3. Erneuerbare Energien: Wir müssen endlich weg von allen CO2-Produkten durch Umstieg auf erneuerbaren Energien – wie Wasser-, Wind- und Solarenergie. Dazu ist klarerweise ein massiver Ausbau der erneuerbaren Energien einschließlich finanzieller Förderungen notwendig.

  4. Keine klimaschädlichen Subventionen mehr: Laut Greenpeace (Studie 2017) unterstützt die deutsche Bundesregierung die Verbrennung von Kohle, Öl und Erdgas jährlich mit 46 Milliarden Euro. Damit mehr Privatpersonen und industrielle Gewerbe auf erneuerbare Energien umsteigen, darf es keine Förderung mehr geben für fossile Brennstoffe. Eine neue Studie des Forums für ökologisch-soziale Marktwirtschaft zeigt die Vorteile, wenn Subventionen abgebaut werden würden. Dadurch könnte man einerseits den CO2-Ausstoß maßgeblich (100 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr) reduzieren. Andererseits könnte man so Steuergelder einsparen und die wirtschaftlichen Schäden der Pandemie eindämmen.

    Wichtige Vorschläge wären: die Aufhebung der Steuerbefreiung für Kerosin, Ausstieg aus der Steuerbegünstigung für Stromerzeugung sowie die Verringerung der Strompreisausnahmen für die Industrie. Allein damit könnte Deutschland jährlich 73 Millionen CO2 und 18 Milliarden Euro Steuergelder sparen. Viel mehr Einsparungen könnten ebenfalls durch den Abbau der Kohlesubventionen dazukommen.

  5. Nachhaltige Landwirtschaft + Schutz der Artenvielfalt: In der Landwirtschaft müssen vor allem die weitaus klimaschädlicheren Treibhausgase Methan (25x schädlicher als CO2) und Lachgas (300x schädlicher als CO2) reduziert werden, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Dafür muss man die Massentierhaltung beenden und beispielsweise den Einsatz von Chemikalien stark einschränken. Die verwendeten Pestizide sind hauptverantwortlich für das Aussterben notwendiger Tierarten. Das muss sich ändern. Hier kannst du mehr über den Wert nachhaltiger Landwirtschaft erfahren.

  6. Bäume, Grünflächen und Moore erhalten & ausbauen: Zur Verringerung des CO2-Ausstoßes ist es auch notwendig, begrünte Flächen zu erhalten und auszubauen, anstatt diese durch neue Verkehrswege und Gebäude zu ersetzen. Dasselbe gilt für die permanenten Abholzungen im Amazonas-Regenwald. Das muss dringend aufhören, denn wir brauchen die Bäume, um das schädliche CO2 abzubauen.

  7. European Green Deal: Allgemein will die EU unter Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in den Mitgliedsstaaten den European Green Deal in Form eines Klimaschutzgesetzes umsetzen. Dadurch soll eine klimaneutrale Wirtschaft bis 2050 angestrebt werden. Es sind allerdings immer noch Verhandlungen über die Umsetzung der Klimaschutzziele in den Staaten ausständig.

  8. EEG Novelle 2021: Die neue Gesetzesnovelle im Erneuerbare-Energien-Gesetz setzt sich das Ziel, Strom vor 2050 nicht nur durch erneuerbare Energien zu produzieren, sondern allgemein nur noch treibhausgasneutral. Zusätzlich übernimmt man mit der Novelle erstmals auch Verantwortung für Emissionen, die im eigenen Land verbraucht, aber anderswo produziert werden.

  9. Klimaneutralität bis 2045 (D) 2050 (EU Ziel): Natürlich muss das EU-Ziel der Klimaneutralität bis 2050 rechtzeitig eingehalten und zielgerichtet ausgebaut werden, damit der Klimawandel eingedämmt werden kann und das angestrebte 1,5°-Ziel erreicht wird. In Deutschland will man die Klimaneutralität bereits 2045 erreichen. Auf Bessere Welt Info erfährst du mehr zum Thema.


 Klimaschutz - Was kann ich selbst tun?

Abgesehen vom politischen Weltgeschehen kannst du dich natürlich auch selbst für den Klimaschutz einsetzen – bedenke, viele kleine Taten können auch die Welt verbessern.

Weniger Auto fahren und fliegen:

95% aller Treibhausgase kommen im Verkehrsbereich aus dem Straßenverkehr. Du kannst selbst Treibhausgase reduzieren, wenn du nicht Auto fährst und stattdessen ein Fahrrad, die öffentlichen Verkehrsmittel oder Mitfahrgelegenheiten nutzt. Vor allem in Städten ist man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln häufig schneller, weil man mit dem Auto oft im Stau steht oder nach einem freien Parkplatz sucht.

Dasselbe gilt natürlich für den Flugverkehr – auch hier ist manchmal weniger mehr: man kann ja auch mal mit der Bahn vereisen. Wenn man schon das Flugzeug benutzt, dann nur selten – und schon gar nicht für Kurzstreckenflüge.

Für Aufklärung sorgen:

Da manche Personen die Klimakrise immer noch für ein erfundenes oder unwichtiges Phänomen halten, kann es auch hilfreich sein, in seinem eigenen Familien- und Freundeskreis für Aufklärung zu sorgen und die schlimmen Auswirkungen der Krise aufzuzeigen. Hierzu kann es schon einmal sinnvoll sein, den eigenen CO2-Fußabdruck zu berechnen, um zu sehen, wie viele Rohstoffe man der Erde wegnimmt.

Auch die Aufklärung durch große Klima-Veranstaltungen im öffentlichen Raum oder Workshops in Schulen sind sehr wichtig: Durch Klima-Camps wird beispielsweise auch die Möglichkeit greifbar, sich mit anderen Klima-Aktivisten zu vernetzen und selbst aktiv zu werden.

Werde Aktivist & engagiere dich selbst:

Wie Fridays for Future bereits mehrmals gezeigt hat, ist es sehr hilfreich, immer wieder Demos zu veranstalten und für den Klimaschutz zu demonstrieren. Denn wenn genügend Druck auf Politiker und Medien ausgeübt wird, ist es möglich, langfristig gesehen, eine echte Veränderung zu bewirken. Über unsere Webseite kannst du dich auch mit anderen Aktivisten von Fridays for Future, Extinction Rebellion und Greenpeace vernetzen und gemeinsam mit Anderen für den Klimaschutz kämpfen.

Allgemein bietet Bessere Welt Info eine einzigartige Datenbank mit über 10.000 informativen Links zur Klimakrise und vielem mehr. Gleichzeitig ist die Webseite eine Mitmach-Plattform für Aktivisten: Wenn du also selbst nützliche Links zum Thema Klimaschutz und globale Erwärmung hast, kannst du sie uns gerne mitteilen. Hier erfährst du mehr über die Plattform für Klima-Aktivisten.

EU-Bürgerinitiative unterschreiben & wählen gehen:

Weil die angestrebten Klimamaßnahmen nicht ausreichen, gibt es jetzt auch eine EU-Bürgerinitiative von Fridays for Future. Bis 23. September 2021 hast du also die Möglichkeit, die EU-Bürgerinitiative zu unterschreiben und selbst aktiv zu werden. Die Bürgerinitiative fordert die EU-Kommission auf, Klimaziele anzupassen und mehr finanzielle Ressourcen für den Klimaschutz zur Verfügung zu stellen.
Abgesehen von Bürgerinitiativen und Volksbegehren sind natürlich auch die nationalen Wahlen und Politiker von großer Relevanz. Nicht vergessen: Am 26. September 2021 findet in Deutschland auch die Bundestagswahl statt.

Eigenen Haushalt klimafreundlich gestalten:

Auch im eigenen Haushalt kann man einiges verändern: Auf der einen Seite ist es grundlegend für den Klimaschutz erneuerbare Energien zu verwenden, die in vielen Fällen mittlerweile auch gefördert werden. Auf der anderen Seite kann man klarerweise auch bei Strom und Heizung sparen – Wie oft hat man Licht eingeschalten, das gerade niemand braucht oder unbenutzte Geräte am Strom hängen?

Auch saisonal und regional einzukaufen ist klimafreundlicher, weil die Transportwege weitaus kürzer sind. Obendrein sind die Produkte auch frischer. Ebenso helfen vegane / vegetarische Ernährung und minimalistische Lebensstile das Klima zu schützen.


Artikel von Nina Göttfried

Beitragsbild: Rod Long / unsplash.com

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