Kampagne „Stärkt die Rathäuser – stärkt die Demokratie!“ mit Menschenkette und Orchesterbegleitung vor den Kommunalwahlen am 8. März 2026.
Wiki | PantheraLeo1359531 - CC BY 4.0

Demokratie Förderprogramme

Welche Demokratie-Förderprogramme unterstützen zivilgesellschaftliche Projekte? Erfahre alles über Fördermittel von Bund, Ländern und Stiftungen.

Kampagne „Stärkt die Rathäuser – stärkt die Demokratie!“ mit Menschenkette und Orchesterbegleitung vor den Kommunalwahlen am 8. März 2026.
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Förderprogramme auf Bundes-, Landes- und privater Ebene

Demokratie leben!

Demokratie leben! ist ein großes Förderprogramm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), das finanzielle Mittel bereitstellt, um zivilgesellschaftliche Projekte, Vereine und Initiativen in ganz Deutschland zu unterstützen und so die Demokratie zu stärken. Es gibt thematische Schwerpunkte vor, prüft Projektanträge und finanziert die Arbeit von Initiativen vor Ort.

a) Ziele und Handlungsfelder

Das Programm zielt darauf ab, die Demokratie zu stärken, Vielfalt zu gestalten und Extremismus vorzubeugen. Es unterteilt sich in drei zentrale Säulen:

  • Demokratieförderung: Aktive Mitgestaltung und Teilhabe in der Gesellschaft unterstützen.
  • Vielfaltgestaltung: Ein respektvolles, friedliches Miteinander fördern und gegen Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit vorgehen.
  • Extremismusprävention: Vorbeugung jeglicher Form von extremistischen Tendenzen.

b) Aktuelle Förderperiode und Struktur

  • Das Programm befindet sich in seiner dritten Förderperiode (2025 bis 2032) und ist Teil der Regierungsstrategie für eine wehrhafte Demokratie.
  • Es arbeitet mit verschiedenen Bereichen wie den Partnerschaften für Demokratie vor Ort, Landes-Demokratiezentren und bundeszentralen Infrastrukturen.
  • Auf der offiziellen Website des Bundesprogramms Demokratie leben! lässt sich über einen Projektfinder nachsehen, welche Initiativen in bestimmten Regionen aktiv sind.

c) Jahresbudget von Demokratie leben!

Für das laufende Jahr 2026 stellt die Bundesregierung rund 190 Millionen Euro für das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ zur Verfügung. Damit ist es das finanziell größte Programm des Bundes zur Extremismusprävention und zur Förderung der Zivilgesellschaft. Detaillierte Finanzberichte und Informationen zu den geförderten Projekten veröffentlicht das BMFSFJ direkt auf der offiziellen Webseite vom Bundesprogramm Demokratie leben!. Geplant ist eine Kürzung auf 167 Mio. € in 2027.

d) Mittelverteilung und aktuelle Entwicklung

  • Lokale Partnerschaften: Ein bedeutender Teil der Summe – gut ein Viertel bzw. über 40 Mio. € – fließt direkt in die bundesweit mehr als 300 kommunalen Partnerschaften für Demokratie (Städte, Gemeinden und Landkreise).
  • Kürzungen für 2027 angekündigt: Nach Beschluss des Kabinetts über den Haushaltsentwurf im Juli 2026 hat das Bundesfamilienministerium angekündigt, das Budget für das Jahr 2027 zu kürzen.
  • Struktureller Umbau: Unter Bundesfamilienministerin Karin Prien wird das Programm derzeit neu aufgestellt. Da einige bisherige Projektförderungen Ende 2026 auslaufen, sorgt die zukünftige Mittelverteilung aktuell für politische Debatten.

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Auf dem Pariser Platz in Berlin demonstrierten die Teilnehmer für die Verteidigung der Demokratie. Die Protestaktion fand nach mehreren Angriffen auf Politiker der Grünen und der SPD im Wahlkampf statt.
Wiki | Leonhard Lenz - CC0

Neben „Demokratie leben!“ existieren in Deutschland zahlreiche weitere Förderprogramme auf Bundes-, Landes- und privater Ebene, die zivilgesellschaftliches Engagement, politische Bildung und Extremismusprävention finanziell unterstützen. - Hier ist eine Übersicht über die wichtigsten Programme:

1. Programme des Bundes

  • Zusammenhalt durch Teilhabe (ZdT): Dieses Programm des Bundesinnenministeriums (BMI) bildet neben „Demokratie leben!“ die zweite große Säule der Bundes-Demokratieförderung. Es fördert Projekte zur Demokratie- und Extremismusprävention gezielt in ländlichen und strukturschwachen Regionen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Arbeit in etablierten Verbänden (z. B. Sportvereine oder Freiwillige Feuerwehren). 17 Mio. € in 2026, 10,5 Mio. € in 2027.
  • Projektförderungen der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb): Die bpb vergibt eigene Fördermittel im Rahmen von Richtlinien- und Modellprojektförderungen. Unterstützt werden Maßnahmen der politischen Erwachsenenbildung, innovative Formate zur Stärkung des Demokratiebewusstseins und die Arbeit anerkannter Bildungsträger. Gesamtbudget: 100 Millionen Euro in 2024.
  • Aller.Land – Förderprogramm für Kultur, Beteiligung und Demokratie: Ein neueres, spartenübergreifendes Programm der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), des BMEL und der Bundeszentrale für politische Bildung. Es kombiniert Kulturgestaltung mit regionaler Demokratieförderung in ländlichen Räumen. 8-10 Millionen Euro pro Jahr

2. Programme der Bundesländer

Fast jedes Bundesland verfügt über eigene Landesprogramme, um die Zivilgesellschaft vor Ort zu stärken und länderspezifische Herausforderungen anzugehen:

  • Baden-Württemberg: Landesprogramm „Demokratie stärken!“ (koordiniert durch die dortige Landeszentrale für politische Bildung).
  • Thüringen: Das Landesprogramm „Denk bunt“ (Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit).
  • Sachsen: Das Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ (WOS).
  • Bayern: Das Bayerische Bündnis für Toleranz und das Landesprogramm „Radikalisierungsprävention“.

3. Private Stiftungen und Fonds

Wenn staatliche Programme (etwa wegen Budgetumstrukturierungen) an Grenzen stoßen, spielen private Initiativen eine große Rolle:

  • Förderfonds Demokratie: Ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer Stiftungen (darunter die Amadeu Antonio Stiftung, die GLS Treuhand und die Schöpflin Stiftung). Er vergibt unbürokratische Zuschüsse für vorbildliche demokratische Vorhaben und Bürgerbeteiligungen (kleinere lokale Projekte mit 500-5.000 €).
  • Demokratie-Förderung der Robert Bosch Stiftung: Unterstützt aktiv Projekte, die Bürgerinnen und Bürger dazu befähigen, gesellschaftliche Teilhabe einzufordern und sich aktiv in demokratische Prozesse einzubringen. 11 Mio. € Demokratie in 2025.
  • Amadeu Antonio Stiftung: Neben der Verwaltung von Fonds fördert die Stiftung auch direkt eigene Schwerpunktprojekte gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus im zivilgesellschaftlichen Raum. 9,5 Mio. € in 2023.

Unser Leitfaden zu ➡️ Demokratie-Stiftungen

Hier geht es zum Leitfaden für ➡️ Demokratie-NGOs

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Förderprogramme der Europäischen Union

Das EU-Förderprogramm CERV (Citizens, Equality, Rights and Values – auf Deutsch: Bürgerinnen und Bürger, Gleichstellung, Rechte und Werte) ist das bislang größte EU-Finanzierungsprogramm zur Unterstützung von zivilgesellschaftlichen Organisationen, NGOs und Projekten, die sich für Demokratie, Grundwerte und Rechtsstaatlichkeit in Europa einsetzen.

Hier sind die wichtigsten Details zu Struktur, Förderungen und Budgets im Bezug auf Deutschland:

1. Wie funktioniert die Förderung über CERV?

Das Programm wird im direkten Management von der Europäischen Kommission verwaltet (bzw. über Exekutivagenturen wie die EACEA). Das bedeutet, dass NGOs und zivilgesellschaftliche Organisationen ihre Anträge direkt bei der EU einreichen müssen (über das EU Funding & Tenders Portal).

Es gibt in diesem Sinne keine festen nationalen Jahressummen oder starren Länder-Budgets, sondern europaweite Ausschrufe (Calls) mit wechselnden Schwerpunkten. Organisationen aus Deutschland konkurrieren somit im Rahmen von Antragsverfahren mit Projekten aus anderen EU-Staaten.

2. Die vier Hauptbereiche (Strands) des CERV-Programms

CERV unterteilt sich in vier inhaltliche Säulen, aus denen Projekte und NGOs gefördert werden:

3. Zahlen, Budgets und Beteiligung deutscher NGOs

  • Gesamtbudget des EU-Programms (2021–2027): Das Programm verfügt über ein EU-weites Gesamtbudget von rund 1,55 Milliarden Euro für die gesamte Laufzeit von sieben Jahren (was im Schnitt ca. 220 Millionen Euro pro Jahr für die gesamte EU entspricht).
  • Beteiligung aus Deutschland: Von den europaweit über 2.000 bisher von der EU geförderten CERV-Projekten sind deutsche Organisationen und NGOs an knapp 400 Projekten beteiligt (oftmals auch in länderübergreifenden Konsortien).
  • Feste Beträge pro Jahr für Deutschland: Da die Gelder direkt projektbezogen über europaweite Aufrufe vergeben werden, gibt es keinen festen jährlichen Millionenbetrag, der pauschal an deutsche NGOs ausgeschüttet wird. Die Summen variieren von Jahr zu Jahr je nachgewonnenen Anträgen.

Die Nationale Kontaktstelle CERV Deutschland

Um deutsche Organisationen bei der Antragstellung um eine CERV-Programm zu unterstützen, gibt es die offizielle Nationale Kontaktstelle CERV Deutschland (mit Sitz in Bonn).

  • Sie berät Vereine und NGOs, wie man EU-Anträge stellt und Kontakte im Ausland knüpft.
  • Die Kontaktstelle selbst wird ebenfalls kofinanziert: Sie erhält hierfür jährlich rund 187.000 Euro von der EU, flankiert von nationalen Projekt- und Verwaltungsmitteln (unter anderem aus Bundesministerien bzw. dem Bundeskanzleramt).

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Autor: Dr. Norbert Stute mithilfe von Google Gemini, letztes Update: 14.10.26