Österreichs Kampagne

Eurofighter für Österreich - Proteste & Affären

Die Beschaffung und der Betrieb der Eurofighter in Österreich sind seit über zwei Jahrzehnten von massiven politischen Affären, rechtlichen Auseinandersetzungen und Protesten begleitet. Die Causa gilt als einer der größten Korruptionsskandale in der Geschichte der Zweiten Republik.

Zentrale Affären und Ermittlungen:

  • Schmiergeld- und Lobbying-Verdacht: Es gab jahrelange Ermittlungen wegen des Verdachts auf Schmiergeldzahlungen (in zweistelliger Millionenhöhe) an Entscheidungsträger und Lobbyisten, um den Kauf der Kampfjets zu sichern.
  • Festnahme von Alfons Mensdorff-Pouilly: Im Zuge der Ermittlungen wurde der Waffenlobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly wegen Verdunkelungsgefahr festgenommen.
  • Untreue-Prozess: Anfang 2026 startete ein Prozess gegen ehemalige Manager und Lobbyisten wegen Untreue im Zusammenhang mit der Eurofighter-Beschaffung. Im März 2026 endete ein Teil dieser Prozesse mit Freisprüchen, da der Untreue-Vorwurf nicht zweifelsfrei bewiesen werden konnte.
  • Gegengeschäfte: Die Verpflichtung zu Gegengeschäften, die Teil des Kaufvertrags waren, führte zu zahlreichen Untersuchungen bezüglich deren tatsächlicher Umsetzung und Bewertung.
  • Politische Zuwendungen: Ein "Eurofighter-Geständnis" im Jahr 2020 brachte angebliche "politische Zuwendungen" ans Licht.

Proteste und aktuelle Probleme (Stand 2024/2025):

  • Personalmangel und Luftraumüberwachung: Im November 2024 kam es zu Protesten, weil die Eurofighter an einem Wochenende nicht starten konnten. Grund war ein Mangel an Fluglotsen, die Überstunden abbauten, was dazu führte, dass der österreichische Luftraum zeitweise ungeschützt war.
  • Kosten- und Effizienzdebatte: Die hohen Betriebskosten der 15 Eurofighter der Tranche 1 (die derzeit im Einsatz sind) sowie die Debatte über den Kauf von 12 neuen Kampfjets des Typs Leonardo (als Ersatz für die Saab 105) sorgen regelmäßig für Kritik.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Eurofighter-Affäre weiterhin die Justiz beschäftigt, während der laufende Betrieb aufgrund von Personal- und Ressourcenmangel beim Bundesheer unter Druck steht.

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Eurofighter der Tranche 1 "Prototypen"

Die Aussage, wonach es sich bei den von Österreich gekauften Eurofightern (unter der Regierung Schüssel/Riess-Passer 2003 bestellt, später von Gusenbauer teilsortiert) "nur um Prototypen" handeln würde, ist ein bekanntes politisches Argument, das in der hitzigen Debatte um den Kaufpreis und die Kampfwertsteigerung genutzt wurde.

Hier sind die Fakten dazu:

  • Hintergrund: Die ersten nach Österreich gelieferten Eurofighter stammten aus der sogenannten Tranche 1 (Block 5).
  • Argumentation: Kritiker, insbesondere in der Zeit der Regierungsbeteiligung von Alfred Gusenbauer (SPÖ) und den folgenden U-Ausschüssen, argumentierten, dass diese frühen Maschinen im Vergleich zur geplanten Vollausstattung (Tranche 2/3) eingeschränkte Fähigkeiten, insbesondere im Luft-Boden-Kampf, hätten und daher eher "Prototypen" oder Vorserienmodelle als voll einsatzfähige Mehrzweckjäger seien.
  • Technischer Kontext: Es handelte sich zwar nicht um "Prototypen" im technischen Sinne (Versuchsflugzeuge), sondern um voll funktionsfähige Luftverteidigungsjets. Jedoch entsprachen sie nicht dem vollen technischen Leistungsumfang, der ursprünglich angestrebt wurde, und waren im Vergleich zu neueren Tranchen weniger modern ausgestattet.

Unter der Regierung Gusenbauer (2007) wurde der Kaufvertrag nachverhandelt und die Anzahl der Flugzeuge von 18 auf 15 reduziert, um die Kosten zu senken, wobei auf die älteren Tranche-1-Maschinen gesetzt wurde.

Author: Dr. Norbert Stute mithilfe von Google Gemini, Datum: 05.04.26

P.S. Der Kaufpreis für die 15 Eurofighter lag damals bei 2 Milliarden Euro. Inklusive aller Zusatzkosten (Infrastruktur, Ausbildung, Nachrüstung etc.) waren es 4 Milliarden Euro.